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Der Himmel voller Bembelfische

Jan Delay & Disko No. 1

Die Jahrhunderthalle Höchst hat in den fünfzig Jahren ihres Bestehens sicher schon so einiges erlebt, aber ob sie jemals schon so ein buntes Festival was das Lüften sehen durfte?

Ich war am Samstag da, und dieser eine Tag war vollgestopft mit tollen Eindrücken und netten Begegnungen (Shouts ganz besonders an Mo - nach all den Jahren!). Gleich zu Anfang durften wir eine Zeitreise von 700 Jahren fast-forward in die Zukunft antreten und einen Blick zurück auf die Menschheit des Jahres 2012 werfen, der Zeit vor dem Big Change. Hört sich unglaublich an? War es auch!

Gleiches gilt für das Vinyl Rally-Projekt, über das ich schon gebloggt hatte. Die Rennbahn ist wirklich groß und macht einen Höllenlärm (= Riesenspaß!). Überhaupt haben wir alle paar Meter eine neue Welt betreten. So abwechslungsreich kann also ein Festival sein, das mehr als nur Musik bietet und noch nicht vom Kommerz beinahe erstickt wird. Über dem aber Heliumballons in Form von Bembelfischen (ja, nicht Babelfische, sondern eben Fische in Bembelgestalt - oder Bembel in Fischgestalt) schweben.

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Jan Delay live in Aschaffenburg

Ich bin euch noch einen kurzen Bericht vom Jan Delay-Konzert am vergangenen Wochenende beim Afrika-Karibik-Festival in Aschaffenburg schuldig. Gut, dass ich mittlerweile etwas Abstand dazu habe, denn so erfreulich war das alles nicht, zumindest was die Festival-Organisation betraf. Auch wenn das Festival am Samstag schon zwei Tage alt war, hätten wir doch einen besseren Zeltplatz erwartet als eine harte, steinige, abschüssige und zu kleine Fläche an einer Wegekreuzung unter einer Brücke, und das nach mehr als einer halben Stunde Warterei. Schließlich hatten wir reserviert und dafür ordentlich zahlen müssen. Aber wir haben unsere Zelte da irgendwie hingequetscht, und zu den Dixi-Klos hatten wir es auch nicht weit :O/

Leider war das System der Getränkeausgabe auf dem Festivalgelände ebenfalls katastrophal. Nicht nur musste man sich Verzehrmarken zu fünf bzw. zehn Euro kaufen (= Schlange stehen), um mit diesen dann Bier zu je zwei Euro zu bekommen (= an einer weiteren Schlange stehen; außerdem teilt sich fünf nicht so gut durch zwei), sondern beim Erwerb eines Bieres wurde zusätzlich noch Pfand in barer Münze verlangt (= nochmal Geld rauskramen, Pfandmarken aufteilen). Es dauerte also eine knappe halbe Stunde, bis wir grundlegend mit Flüssigem versorgt waren. Die Stimmung war dementsprechend auf dem Siedepunkt ;O) Ganz erheblich zur guten Laune trugen anschließend die Bierbänke bei, die in unregelmäßigen Abständen, aber nicht gerade geringer Zahl im Zuschauerbereich verteilt aufgestellt waren. Als einige Zuschauer nämlich begannen, sich auf die Bänke draufzustellen, war die gute Sicht auf die Bühne dahin, was einige seltsame Rochaden zur Folge hatte.

Schlussendlich konnten wir aber doch Jan Delay und Disko No.1 auf der Bühne begrüßen. Und was haben die die Scheiße fett gerockt. Zwar fehlten mit einige Klassiker aus alten Sam Ragga-Zeiten, aber diverse Cover von Madonna bis Deichkind ("Remmidemmi" - ganz groß) waren mehr als Entschädigung dafür. Jan Delay ist einfach ein guter Entertainer, eine coole Sau auf der Bühne, und er weiß, wie er das Publikum auf seine Seite bekommt. Na gut, einige seiner Pointen blieben auf halbem Wege stecken, aber wir sind ja nicht kleinlich. Insgesamt konnte das Konzert den ganzen restlichen Scheiß fast vergessen machen, aber nochmal muss ich da sicher nicht hin. Zum Abschluss noch ein kleines Video vom "Freeze"-Spielchen mit Band und Publikum:

Afrika Karibik Festival

Plakat 2008Gleich geht's los auf das Afrika Karibik Festival in Aschaffenburg, wo heute Abend Jan Delay mit Disko No. 1 auftritt. Wenn das Wetter so bleibt (und das tut es!), wird das ein schöner Abend. Ich erwarte eine große Party am Rande Bayerns. Jetzt noch schnell Isomatte und Schlafsack zusammengerafft, ein paar Getränke eingepackt, dann steht dem Spaß nichts mehr im Wege. Die andern drängeln schon, während ich hier noch blogge …

Vom Titel, der Afrika und Karibik beinhaltet, sollte man sich allerdings nicht täuschen lassen: Nur einer der Künstler, die heute auftreten, ist in der Karibik geboren, lebt aber schon seit zwanzig Jahren in Deutschland. Der Rest kommt aus Berlin, Hamburg, München oder immerhin Frankreich, soweit ich das sehe. Überhaupt scheint Afrika irgendwie gar nicht vertreten zu sein, ich erwarte größtenteil Reggae-Patois-Jah-Gepraise. Aber vielleicht irre ich mich ja auch, also genug der Vorurteile. Hinter weiß man immer mehr. Außerdem: "Reggae ist tot, jetzt ist Funk dran" ;-)

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