Skip to content

Collective Improvisation #21

Der dänische Koch, das Tier und Beaker tun die Beastie Boys, "So What'cha Want". Finger Lickin' Good!

Beastie Boys | So What’cha Want | Muppets Version from Mylo the Cat on Vimeo.


Es gibt tatsächlich Blogs auf Tumblr, die leisten mehr als Bildchen zu reposten. #ListenForYourself ist so ein Fall. Die Video-Trilogie Scene Unseen zeigt eindrucksvoll, dass an den unwahrscheinlichsten Orten auf der Welt musikalische Mikrokosmen entstehen können, die wiederum Teil einer weltweiten Bewegung sein können. Die erste Folge zeigt Dancehall in Japan. Dazu gibt's Fotos und sogar eine Spotify-Playlist.

In the first film of a trilogy exploring music scenes around the world, we investigate the continuing, somewhat unlikely success of dancehall and reggae in Japan.

Die beiden anderen Teile der Trilogie: Electronic in India; Indie in Mexico.


Neues vom Submotion Orchestra: Im November erscheint das neue Album Alium, den Track "City Lights" gibt's schon jetzt hier:

Kutiman in Tokio

Kutiman wurde spätestens durch sein ThruYOU-Projekt einer größeren Masse bekannt, Leser dieses Blogs kennen ihn wahrscheinlich schon etwas länger. Zuletzt erforschte der israelische Sound-Künstler den jeweils besonderen Klang von ausgewählten Städten, etwa Jerusalem oder Krakau.

Vor wenigen Tagen erschien seine neueste urbane Klangreise aus einer Stadt, in der Tradition und High-Tech-Moderne gleichermaßen gepflegt werden: Tokio. Kutiman verschmilzt die traditionellen Töne von Musikinstrumenten wie dem Koto, der Biwa oder der Shakuhachi-Flöte mit den Sounds aus dem Kaossilator, der E-Gitarre und sogar dem legendären Otamatone (mein persönliches Highlight!).

Müßig zu erwähnen, dass das Video zu Thru Tokyo wieder Klasse geworden ist. Es weckt bzw. verstärkt die Sehnsucht in mir, endlich mal nach Japan zu reisen. Müsste mir bloß noch jemand ein Flugticket spendieren :-)

Sammel-Alben 50/12

Auch diese Woche gibt es wieder drei Albumvorstellungen hier im Blog. Ansonsten geht es hier etwas ruhiger zu, weil ich viel mit anderen mehr oder weniger sinnvollen Projekten zu tun habe. Eins der möglicherweise weniger sinnvollen, aber spaßigeren Projekte ist übrigens der Calendar of Meaningful Dates, über den ich schon drüben im Sperrobjekt Weblog geschrieben habe. Inspiriert von einem xkcd-Comic habe ich den Kalendar mithilfe der neuen Zeit API nachprogrammiert. Wie gesagt, hat Spaß gemacht, aber fragt nicht nach dem Sinn ;-) Weiter geht's jetzt mit den Alben:

Sinkane - Mars

Sinkane heißt eigentlich Ahmed Gallab und stammt aus dem Sudan, von wo er mit seiner Familie in die USA floh. Dass Sikane Sohn zweier Intellektueller ist, dass er zunächst Punk machte, dass er afrikanische und sufistische Wurzeln hat - all das mag in Sinkanes Musik einfließen. Aber im Prinzip ist sein zweites Album einfach ein gelungenes Stück Musik mit aktuellem Sound, dessen Songs zwischen Indie-Geschrammel, Seventies-Funk, Krautrock, Free Jazz und kontemporärem Pop oszilliert. Dass Sinkane als Drummer mit Caribou und Of Montreal unterwegs war, spannt einen ganz brauchbaren Bezugsrahmen auf. Manchmal sind die Melodien vielleicht sogar etwas zu eingängig, oder, positiver ausgedrückt: Sie sind der passende Soundtrack für eine chillige Sommer-Afterhour. Eingängig und gut. [Thx, Moritz]

Nabowa - Sen

Ich weiß nicht mehr, wie und wo ich zum ersten Mal von Nabowa hörte, aber seit geraumer Zeit verfolge ich die Facebook-Updates der Japaner. Meistens verstehe ich dann wegen fehlender Japanisch-Kenntnisse nichts, aber umso besser fühle ich die Musik des 2004 gegründeten Quartetts. In der Besetzung Violine, Gitarre, Bass, Drums/Percussion produzieren sie eine eigentümliche Mischung aus Funk, Post-Rock und Chillout, manchmal voller Pathos, manchmal einfach nur poppig oder groovend. Auf "Sen" steht oft die von der Geige getragene Melodie im Vordergrund, aber ohne die anderen Instrumente in den Hintergrund zu drängen. Anspieltipp: Track 2 "続く轍と懐かしき扉" ;-)

VA - Compost Downbeat Selection Vol. 3

Große Musik aus dem über 400 Veröffentlichungen starken Katalog von Compost Records. Darauf zu finden sind echte Klassiker des Genres, die ich vor zehn Jahren rauf und runter gehört habe: Fauna Flash, A Forest Mighty Black, Beanfield, Robert Owens, Atjazz, Richard Dorfmeister. Die Compilation perfekt zusammengestellt haben Rupert & Mennert, die sich seit einiger Zeit ausführlich durch sämtliche Compost-Releases graben. Denn der vorliegende ist bereits der 15. Teil der Compost Selection Series. In Planung befinden sich bereits weitere Compilations zu Themen wie Tech House, Drum & Bass, Broken Beat. Nostalgische Gefühle für alle, die damals schon dabei waren!

Music helps you to give yourself your much needed Zen-moment on the lazy sunday-afternoon. Rupert & Mennert created the perfect atmosphere for that, in their newest selection.

Sorry, dafür habe ich keinen Player gefunden :-(

Maywa Denki

Maywa Denki-Poster (Ausschnitt)

Auf Facebook hat vorhin jemand folgendes Video gepostet, in dem eine Art Xylophon gezeigt wird, das zur Klangerzeugung O'Reilly-Bücher (nerdy!) verwendet. Wer macht denn sowas?, habe ich mich gefragt und mich durch YouTube-Profile und Google-Suche gekämpft. Gelandet bin ich schließlich bei Maywa Denki.

Hinter Maywa Denki verbirgt sich ein - natürlich - japanisches Künstler-Geschwisterpaar, das seit knapp zwei Jahrzehnten außergewöhnliche Musikinstrumente und verrückte Kunstobjekte baut. Entstanden ist die Kunstfabrik, nachdem die Staubsaugerrohr-Fabrik ihres Vaters pleitegegangen ist (kein Witz!). Bis Ende der Siebziger wurden also Staubsaugerrohre hergestellt, Anfang der Neunziger machten die beiden Söhne die Fabrik wieder auf, produzierten ab sofort aber genialen Schwachsinn.

Vor allem die Musikinstrumente sind crazy shit. Schaut euch z.B. mal das Otamatone an (nicht zu verwechseln mit dem Otomata, über das ich gestern geschrieben habe). Ist das nicht kawaiiiii!!!? Und das Otamatone gibt es tatsächlich zu kaufen!

Im Maywa Denki-Blog (hier Google-translated-deutsch) erklären sie nicht nur, wie es zum Bücher-Xylophon kam, sondern haben auch Videos von ihren (in Japan angeblich legendären) Live-Performances gepostet, die sich irgendwo zwischen Helge Schneider und Scooter bewegen. Oder das Otamatonjanbo auf die Bühne bringen (siehe unten). Absolut fas-zi-nierend mal wieder die Japaner ;-)

Das Musikinstrument Otamatonjanbo

Play For Japan

Cover von The Sun Still Rises In The East

Schon für Japan gespendet? Ja? Sehr löblich! Dennoch kann es nicht schaden, das Nützliche mit dem Schönen zu verbinden und das Rote Kreuz (in diesem Fall das britische und seinen Japan Tsunami Appeal) mit weiteren knapp sechs Euro zu unterstützen. Im Gegenzug erhaltet ihr die Compilation The Sun Still Rises In The East mit 19 Tracks zwischen  Electronic, Instrumental Hip Hop, Jazz und Soul von u.a. Kidkanevil, Soul Square, Incise und LeftO.

Die Aktion wurde vom Find Magazine und A Bridge Too Far Recordings ins Leben gerufen. Innerhalb von nur 72 Stunden kamen alle Tracks zusammen, die meisten davon sind bisher unreleased. Ich zitiere mal aus dem Aufruf der Macher:

Japan has long been a Nation obsessed with music, arts, films and creative culture and has provided you with a lot of good music in the past.
Let’s show our appreciation and support for this by purchasing this download! All proceeds will be donated straight to The British Red Cross Japan Tsunami Appeal.

Re:Jazz Live at Motion Blue Yokohama

Heute im Rhein-Main-Teil der FAS gelesen, dass am Mittwoch ein Dokumentarfilm über eine Japan-Tournee von [re:jazz] im Frankfurter Orfeo's Erben seine Premiere feiert. Der Regisseur Markus Bader hat die Musiker des Infracom!-Labels nach Japan begleitet und dort Aufnahmen von den Konzerten, dem Publikum und dem Drumherum gemacht. Der Film soll später auf DVD zu kaufen sein, bei YouTube gibt's jetzt schon einen kurzen Trailer:

tweetbackcheck