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Sven Swift - The New Mendacity Mix

Sven Swift, seines Zeichens Labelboss von Error Broadcast, hat mich heute angetwittert und mir einen Link geschickt. Dahinter verbarg sich sein neuester Mix The New Mendacity, eine Hommage an die freigeistige Jazz-Avantgarde der Sechziger Jahre:

Intellectually challenging on the one, the 'New Thing' brought back a new sensitivity for emotional content, too. In this context 'Anti Jazz' was even closer to Blues than any 50s Jazz has ever been. Most of the tracks I arranged deal with Africa as spiritual motherland to an US American population that was just at the edge of legal equality, and this echoes in the music.

Die ausgewählten Titel von Charles Mingus, Archie Shepp, John Coltrane, Elvin Jones, Max Roach und Rahsaan Roland Kirk unterstreichen das. Über die Gründe, seinen Mix "The New Mendacity" ("Die neue Verlogenheit") zu nennen, darf sich beim Hören jeder selbst Gedanken machen:

Impulse! 2-on-1

Plattencover Ahmad Jamal

Ich muss hier und jetzt einfach mal Werbung machen für eine aktuelle Serie von Jazz-Veröffentlichungen zum 50. Geburtstag von Impulse! Records: Unter dem Label Impulse! 2-on-1 werden zurzeit viele Klassiker aus dem überragenden Fundus des New Yorker Labels wieder veröffentlicht, und zwar pro Künstler jeweils ein Doppelpack (zum günstigen Preis, möchte ich anmerken). Bisher erschienen sind Reissues von Pharoah Sanders, Alice Coltrane, Elvin Jones, Coleman Hawkins, Albert Ayler, Sonny Rollins, Milt Jackson, Duke Ellington, Ahmad Jamal und Archie Shepp.

Das halbe Jahrhundert Impulse! wird ja auch beim Deutschen Jazzfestival in Frankfurt umfangreich gewürdigt (dazu später mehr hier im Blog). Dort dreht sich vieles um das so einflussreiche Label, das eben nicht bloß die Musik von John Coltrane veröffentlichte, sondern gerade in den 1960ern so vielen prägenden Musikern eine Heimat bot. Unter anderem konnten auch die beiden Deutschen Rolf und Joachim Kühn das Album "Impressions of New York" dort aufnehmen, nur wenige Tage nach Coltranes Tod.

Aber zurück zum Thema: Wer einen Einstieg in die Musik der damaligen (Free-)Jazz-Avantgarde sucht, ist bei Impulse! 2-on-1 ebenso gut aufgehoben wie langjährige Fans, die hier vielleicht noch die eine oder andere von Bob Thiele produzierte und in Rudy Van Gelders Studio aufgenommene Perle entdecken. Die Einflüsse der jahrzehntealten Aufnahmen wirken jedenfalls bis heute nach: Afrikanische Rhythmen, Bürgerrechtsbewegung, viel Improvisation, Spielfreude und eine gewisse Abgespacetheit spielten und spielen auch im Hip Hop und diversen Spielarten elektronischer Musik immer noch eine große Rolle. Impulse! verhalf dem zum großen Durchbruch.

Eins sei gesagt: Diese Musik will intensiv gehört werden, nicht nebenbei. Manches Stück mag manchem zu experimentell und zu durchgeknallt daherkommen, aber dennoch oder genau deswegen haben alle ihren bedeutenden Platz in der Geschichte des Jazz. Die Covergestaltung der Reihe mag zwar nicht recht überzeugen, der Inhalt dafür umso mehr. Einige Ausgaben werden im Laufe der nächsten Wochen noch folgen. Von mir gibt's für alle eine uneingeschränkte Empfehlung!

Welcome to the Machines

Da wir gerade die Bildenden Künste zum Thema hatten, hier noch ein Nachtrag. Einen Plattenspieler mit drei Tonabnehmern hat der US-amerikanische Künstler Sean Duffy gebaut. Ob die Maschine funktioniert bzw. wie sich das dann anhört, habe ich nicht herausfinden können. Dafür kann man hören und sehen, wie ein japanischer Roboter John Coltranes Solo in "Giant Steps" nachspielt - naja, es zumindest versucht. Dass hier eine Maschine am Werk ist, fällt schon bei den ersten Tönen auf. [via Nerdcore, Positive Ape Index]

Pharoah Sanders' The Impulse Story

CC-Foto von Osei

Letztens kam im hessischen Dritten Fernsehprogramm eine Dokumentation über den Saxofonisten Pharoah Sanders inklusive eines sehr beeindruckendes Live-Mitschnitts - möglicherweise vom Deutschen Jazzfestival Frankfurt aus dem Jahre 1986. Besonders imposant war seine Zusammenarbeit mit John Coltrane, aber auch später unternahm er immer wieder Ausflüge auf bis dahin noch unbeackerte Felder des Jazz, etwa durch Einflüsse aus Indien oder Afrika. Vor kurzem ist nun The Impulse Story erschienen, ein Album mit frühen Aufnahmen ("Upper Egypt & Lower Egypt", "The Creator Has A Master Plan", "Astral Travelling", "Spiritual Blessing") Sanders' für das Impulse!-Label(?). Ich habe es leider noch nicht gehört, aber Christian Broecking im Tonträger-Blog der Zeit findet es schonmal gut. Womit ich auch darauf hingewiesen hätte, dass bei der Zeit wieder über Musik gebloggt wird ;-)

Jazz Supreme

Jazz/Love Supreme

Damit mal geklärt wird, worüber wir hier eigentlich unter anderem sprechen und wo die Roots all dessen liegen: Sozusagen eine kleine Einführung hat Ian Scott Horst unter dem Titel "A Love Supreme. Ian's Guide To The Ecstatic Experience In Jazz" geschrieben. Zentrale Figuren sind dabei natürlich John Coltrane, Alice Coltrane, Pharoah Sanders, Leon Thomas und Lonnie Liston Smith. Aber die Seite "For Further Listening" ist in der Essenz eine ellenlange Diskographie von tonnenweise Scheiben aus den 1960er und 1970er Jahren, die zusammengenommen genrebildend waren für die Musik, die der Autor als kozmigroov bezeichnet. Zusätzlich führt eine kleine, aber feine Linkliste weiter ins WWW zu interessanten Seiten. Diese hier ist jedenfalls worth to be checked out!

Coltranes "Giant Steps" als Flashanimation

Still aus "Giant Steps"

John Coltrane hat spätestens 1959 mit seinem grandiosen Album "Giant Steps" den Durchbruch geschafft und gleichzeitig einen ewigen Meilenstein des Jazz geschaffen. Sein Saxophon-Solo im gleichnamigen Song zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass es rasend schnell die Stufen der fast ebenso rapide changierenden Akkorde erklimmt.

"Coltranes "Giant Steps" als Flashanimation" vollständig lesen
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