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Nächtliches Konzertroutenplanen

Eigentlich sollte ich um diese Uhrzeit schon friedlich schlummern, aber die sechs Stunden Zeitdifferenz bringen meinen Biorhythmus offenbar ziemlich durcheinander. Ich werde einfach nicht müde! Hoffentlich gilt das auch für morgen Abend, für den ersten Tag des North Sea Jazz Festivals (NSJF). Gerade entdeckt: Auf der Festival-Webseite haben die Programmverantwortlichen verschiedene Konzert-"Routen" vorgeschlagen. Solche Routen sind deswegen praktisch, weil teilweise bis zu 14 Konzerte gleichzeitig stattfinden und man Gewissenskonflikten gerne schon im Voraus vorbeugen möchte ;O)

In der Tat bringt der Freitag wohl gleich den am schwierigsten zu planenden Gigkalender. Endgültig festgelegt habe ich mich deshalb auch noch nicht, aber meine Route (Turnierverlauf) wird in etwa so aussehen (die schwierigsten Entscheidungen müssen wohl spontan gefällt werden):

  • Aufwärmen: Rednose Distrikt (alternativ: Steps Ahead, Amos Lee)
  • Vorrunde: Kieran Hebden & Steve Reid (Joe Zawinul Syndicate, E.S.T.) - das ist echt hart
  • Achtelfinale: The Roots (Tomasz Stanko Quartet, McCoy Tyner Trio)
  • Viertelfinale: Medeski, Scofield, Martin & Wood - wenigstens das eine klare Sache
  • Halbfinale: Amon Tobin (Al Green) - früher bei MSMW raus oder den Anfang verpassen?
  • Finale: Jamie Lidell (Nils Petter Molvær/Bill Laswell Group, Marcus Miller, Mari Boine) - eieiei
  • Nachspielzeit: Ojos de Brujo - falls die Beine noch tragen

Was meint ihr dazu? Hat jemand Einwände, was würdet ihr anders machen, gibt es irgendwelche Geheimtipps?

Kieran Hebden und Steve Reid

Hier sitze ich nun, nachdem ich den ganzen Tag als Umzugshelfer geackert, Kisten geschleppt und Möbel aufgebaut habe, ziemlich erschöpft und tippe diese Zeilen in mein Blog, statt in Heidelberg den groovenden Klängen von Kieran Hebden und Steve Reid zu lauschen, wie ich eigentlich vorhatte. Irgendwie klappt das in diesem Jahr nicht mit mir und dem Enjoy Jazz. Wenn jemand die Güte hätte, in den Kommentaren zu berichten, was ich verpasst habe …

Agnes, Ruru und Nils wünsche ich jedenfalls viel Spaß in ihrer neuen Wohnung (damit sich die Schufterei auch gelohnt hat :-) )!

Enjoy Jazz 2006

Bereits vorgestern, also am Sonntag Abend, wurde das diesjährige Enjoy Jazz-Festival mit einem Konzert von Skye (Morcheeba) und Lou Rhodes (Lamb) auf dem Heidelberger Schloss eröffnet. Bei Flickr gibt's schon mit enjoyjazz getaggte Fotos vom Eröffnungskonzert. Bis zum 11. November finden beinahe täglich Konzerte in Heidelberg, Mannheim und Ludwigshafen statt, morgen etwa das von Soweto Kinch in der Mannheimer Feuerwache. Sein Album "Conversations with the Unseen" läuft hier gerade im Hintergrund, und ich überlege mir ernsthaft, ob ich nicht doch nach der Arbeit hinfahren soll. Die richtigen Konzis auszuwählen, ist nämlich nicht einfach. Auf meiner aus diversen Gründen leider etwas eingeschränkten Auswahlliste ganz oben stehen zum einen Jazzgrößen wie Ahmad Jamal (16.10.) und das Wayne Shorter Quartet (03.11.), auf der anderen Seite jüngere Talente "von den Rändern des Jazz" wie Matthew Herbert (11.10.) und Kieran Hebden & Steve Reid (14.10.). Falls jemand auch plant, auf eins dieser Konzerte zu gehen, schreibt das doch bitte in die Kommentare - dann könnte man abends ja ein Bierchen zusammen trinken, falls es auch bei mir klappt :-)

Electricity And Drum Will Change Your Mind

Reid und Hebden live

Am Anfang war ein Song von Steve Reids 2005er Album Spirit Walk auf Soul Jazz Records, den Gilles Peterson gespielt hat - ich glaube es war "For Coltrane". Der hat mich umgehauen. Es folgten diverse Interviews, in denen zu erfahren war, dass Kieran Hebden das Album produziert hatte und plante, zusammen mit Reid Live-Sessions zu spielen und auch aufzunehmen. Mittlerweile sind sogar schon zwei Platten unter dem Title The Exchange Sessions Volume 1 & 2 erschienen, die es auch relativ günstig per Download zu erwerben gibt. Darauf zu hören sind alleine Reid an den Drums und der mit seinem Soloprojekt Four Tet bekannt gewordene Hebden mit seinen elektronischen Spielzeugen. Eingespielt wurden die faszinierenden Sessions völlig ohne vorherige Proben. Dabei mischen sich vom Afro-Beat inspirierte Rhythmen mit einem fremdartig Soundkosmos, verstörend, außergewöhnlich und phänomenal zugleich. Bei collective, dem interaktiven Kulturmagazin der BBC, wurden die beiden gefeatured, und als Dreingabe gibt es ein Interview und drei Konzertclips aus dem (der?) Londoner Scala. Ihre experimentelle Musik ist sicher keine leichte Kost, aber wer sich darauf einlässt, wird förmlich von der Energie und Spielfreude des ungleichen Duos eingesogen. Unbedingt anhören und ansehen!

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