Skip to content

We Love DJ Kool Herc Compilation

Cover der Compilation We Love DJ Kool Herc

Saturn Never Sleeps, Band/Label/Blog (von und mit King Britt), hat eine Compilation zu Ehren von Kool Herc veröffentlicht. Kool Herc ist - für alle, die es tatsächlich nicht wissen sollten - einer der Pioniere des Hip Hop im New York der 1970er Jahre. Seine Bedeutung für den frühen Hip Hop kann kaum unterschätzt werden.

Das Album We Love DJ Kool Herc versammelt Beiträge und Remixe von DaM-Funk, Jneiro Jarel, Dego, Ursula Rucker und Peter Kirn (der auch darüber gebloggt hat). We Love DJ Kool Herc kann kostenlos heruntergeladen werden (E-Mail-Adresse muss angegeben werden). Allerdings soll mithilfe der Compilation die Aufmerksamkeit auf ein großes Problem des amerikanischen Gesundheitssystem gelenkt werden: Kool Herc hat, wie viele Pioniere des Hip Hop und viele andere Amerikaner, keine Krankenversicherung.

Kool Herc und seine Familie rufen die Hip Hop-Community auf Hercs Webseite dazu auf, nach einer Lösung für diesen Missstand zu suchen. Natürlich kann auch direkt an Kool Herc gespendet werden, der vor kurzem kaum die Rechnungen für die Behandlung von Nierensteinen bezahlen konnte.

Reformen im Gesundheitsbereich werden in den USA mit schöner Regelmäßigkeit hauptsächlich von den Republikanern blockiert, Barack Obama hat das zu spüren bekommen. An der miserablen Situation vieler Amerikaner, die nur die Wahl haben, sich bis über beide Ohren zu verschulden oder zu verrecken (ums mal drastisch auszudrücken), wird sich offensichtlich von Seiten der Politik so schnell nichts ändern. Also werden Privatinitiativen wie dieses Album ins Leben gerufen. Und davon haben sogar wir alle etwas :-)

Grandmaster Flash beschreibt in seiner Autobiographie1 den Moment, als er zum ersten Mal Kool Herc hörte:

Herc also had a microphone.
As he faded between records, he'd toast the crowd and the Jamaican would come out in his voice. These aren't his exact words, but they went something like this:
YES-YES, Y'ALL ... HERC-HERC, Y'ALL!
Y'nevuh heard it like dis' before.
And he hit the echo chamber and shouted:
HERC-HERC-HERC-HERC-HERC-HERC-HERC...

Gänsehautfeeling pur also. Herc Einfluss ist bis heute ungebrochen, das zeigt gerade auch diese Compilation. Anhörbefehl!


1 Grandmaster Flash with David Ritz: The adventures of Grandmaster Flash. Broadway Books, 2008.

Enjoy Jazz 2008

Alle Jahre wieder blogge ich an dieser Stelle über das Enjoy Jazz-Festival in Heidelberg/Mannheim und nehme mir vor, zu möglichst vielen Konzerten ins Rhein-Neckar-Dreieck zu fahren. Was immer wieder scheitert. In diesem Jahr ist meine Auswahl aufgrund äußerer Umstände (Arbeit, hautpsächlich) deutlich eingeschränkt, was ich sehr bedauere. Dennoch will ich hier schnell die Highlights aus meiner Sicht bzw. im Hinblick auf jüngere Künstler oder clubtauglichere Spielarten darstellen - ihr wisst, was ich meine. Das komplette Programm findet sich hier. Für weitere Empfehlungen verweise ich wie üblich auf den Jazzblogger, der ja deutlich näher am Geschehen ist.

Zur Eröffnungsparty kommen Booka Shade, Nils Wuelker stellt sein neues Album Turning the Page vor, Mr Scruff hat ein fünfstündiges Set angekündigt, Christian Scott tritt mit seinem Quintett auf, Christian Prommer's Drumlesson wird Clubhits auf "echten" Instrumenten interpretieren, DJ Krush will ein special set mitbringen, José James kommt aus Brownswood, King Britt schaut zusammen mit Ursula Rucker vorbei, Roots Manuva kommt live und mit grünem Schleim im Kopf und DJ DSL legt im Anschluss auf. Aber eigentlich ist es bei diesem hochkarätigen Programm Blödsinn, einzelne Konzerte herauspicken zu wollen. Die werden alle gut, egal ob Legenden wie Coleman oder Hancock auftreten, Nik Bärtsch aus der Schweiz, oder deutscher Nachwuchs. Man wird einen Besuch keinesfalls bereuen. Und ich werde trotz aller Widernisse versuchen, das eine oder andere Konzert mitzunehmen, schon der geistigen Gesundheit wegen.

tweetbackcheck