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Cinemascope

Geschrieben von Matthias GutjahrDienstag, 22. Mai 2007

Von vielen heiß erwartet wurde Ma Fleur, das neue Album des Cinematic Orchestra. Eine weitere Überplatte, wie sie die ersten drei Werke der Mannen um Jason Swinscoe darstellen, kam zwar nicht heraus, aber das Resultat liegt dennoch weit über dem Durchschnitt. Was mir persönlich bei Ma Fleur fehlt, ist das Kopfkino, das beispielsweise Man With A Movie Camera in Gang setzte. Auch wenn Swinscoe den eigenen cineastischen Anspruch in Interviews nicht aufgeben mag, so richtig kann er nicht durscheinen, was aber vielleicht auch nötig war, um sich nicht immer wieder selbst musikalisch zu zitieren. Nicht zuletzt hat der Entstehungsort New York bestimmt auch seine Rolle bei der Komposition gespielt.

Nach Klängen, die flimmernde Projektionen auslösen, muss man also woanders suchen. Wie so oft zurzeit vielleicht einfach in Berlin. Wo man auf Christian Meyer trifft, der vor immerhin schon sechs Jahren den Soundtrack zum deutschen Film alaska.de mitgeschrieben hat und demnächst mit Within vier sozusagen virtuelle, weil nur vertonte Kurzfilme auf einem Album präsentieren wird. Diese fallen deutlich elektronischer und minimalistischer aus als bei den cinematischen Briten, lassen aber aufgrund ihrer beinahe epischen Länge der Fantasie auch mehr Raum. Wobei da immer irgendwie eine Spannung mitschwingt, die einen gefangen hält und den Film im Kopf weitertreibt. Diese Spannung fehlt auf Ma Fleur ein wenig, dafür gibt es deutlich mehr Harmonie. Daher lassen sich die beiden Alben sowieso nicht recht vergleichen. Am besten ist es wohl, sich die Zeit bis zum Within-Release im Juli mit dem Cinematic Orchestra zu verkürzen ... ich geh jetzt jedenfalls wieder Film hören ;-)

Jimi Tenor

Geschrieben von Matthias GutjahrMontag, 26. März 2007

Lassi Lehto, besser bekannt als Jimi Tenor, hatte schon immer seine Finger in spannenden Projekten drin. Und gerade lese ich seinen Namen ständig und überall wieder. Letztes Jahr hat er Stücke aus dem Archiv der altehrwürdigen Deutschen Grammophon dekonstruiert, neu arrangiert und geremixt - hört mal rein, das muss man auf Vinyl haben. In ein paar Wochen werden gleich zwei neue Alben des Finnen erscheinen: Zum einen Jimi Tenor & Rhythm Taxi Live in Berlin bei Kitty-Yo, ein Stück in-your-face Bühnenmitschnitt, wenn man der Ankündigung Glauben schenken darf (evtl. später mehr dazu); zum anderen auf Ubiquity Jimi Tenor & Kabu Kabu - Joystone, ein Ausflug nach West-Afrika, funky Afro-Beat mit Ex-Musikern von Fela Kuti. Vermutlich wird man trotz dieser unglaublichen Vielseitigkeit und Bandbreite der musikalischen Experimente immer den ganze besonderen Funk-Style raushören, für den Jimi Tenor mittlerweile steht. Ich ziehe meinen Hut vor diesem Mann. Sowas können eigentlich nur Finnen.

Music, Food, Sex

Geschrieben von Matthias GutjahrMontag, 5. März 2007

Checkt das neueste Video ( ) aus dem Kitty-Yo-Podcast featuring ein Interview mit dem Rapper RQM und Live-Schnipsel. Sympathisch.

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Things will never ...

Geschrieben von Matthias GutjahrMontag, 19. Februar 2007

… be the same again!, so prangt es am Eingang zur neugestalteten Labelseite der Berliner Kitty-Yo. Das alte Design war zum Verlieben, gemacht mit genauem Blick für Details. Das neue ist Web 2.0: Blog; Tagcloud (häufigster Tag: digital); Direktlinks zu Kitty-Yo bei YouTube, MySpace, iTunes, flickr, last.fm; viel Freiraum in weiß; überall Kommentarmöglichkeiten; aber auch ein Podcast, den ich nicht abonnieren kann, weil der Weg mal wieder über iTunes führt (ärgerlich). Die wichtigste Neuerung ist allerdings, dass Kitty-Yo nun komplett auf digitale Distribution setzt, d.h. alle neuen Releases werden als MP3s verkauft (den gleichen Weg geht übrigens das US-Label Ropeadope).

Die ersten beiden Releases unter der neuen Strategie kommen Ende März/Anfang April von Chikinki bzw. Tomboy (Remixer) und The Tape vs. RQM. Erstere machen eigentlich ja so Electro-Rock, ihr Track "Assassinator 13" wird aber auf der "Single" von Tomboy dancefloor-tauglich geremixt. Mir ist das ja zu sehr 4-to-the-floor, aber hört selbst (1, 2 [Real Audio]). Viel besser läuft mir das Mini-Konzept-"Album" Public Transport von The Tape vs. RQM rein: Experimenteller Elektro-Folk-Hip Hop der angenehm unaufgeregten Sorte, die Beats kommen aus Berlin, der Rap aus New York. Erinnert entfernt an Ninja Tunes Fink oder Ammoncontact, falls solche Vergleiche überhaupt angebracht sind. Hier gilt der Hörbefehl: "Innocent (Estonji Remix)" und "Public Transport". Can't wait for April, baby! Ach, noch was: Public Transport kommt doch auch analog raus, auf einhundert von Künstlern gestalteten Kassetten, erhältlich nur am 17. März im Berliner SupaLifeKiosk. Also doch nicht das Ende von analog.

Update 21.02.2007: Lesenswertes Interview mit Kitty-Yo-Labelchef Raik Hölzel in der taz.

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