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Enjoy Jazz 2010 Vorschau

Plakat Enjoy Jazz 2010Mein obligatorisches jährliches Vorschau-Posting zum Enjoy Jazz-Festival, das in diesem Jahr vom 2. Oktober bis zum 19. November stattfindet, ist langsam überfällig. Bleiben gerade noch sechs Wochen, bis es losgeht, und das Programm steht mittlerweile ziemlich komplett. Nachdem ich letztes Jahr ein wenig underwhelmed von der Auswahl der eingeladenen Musiker war, sieht es 2010 wieder besser aus.

Im folgenden zähle ich neun höchst subjektive Highlights des diesjährigen Enjoy Jazz auf. Da ich nicht jeden einzelnen Künstler kenne, dürft ihr mich in den Kommentaren gern zurecht- und auf Geheimtipps hinweisen! Außerdem lasse ich bewusst einige der ganz großen Namen weg; die müssen nun wirklich nicht mehr vorgestellt werden.

Jazz, Pop und Elektronik

Nik Bärtsch, der am 9.10. in der Alten Feuerwache in Mannheim auftritt, habe ich vor zwei Jahren an selber Stellte schon gesehen. Wie ihr hier nachlesen könnt, kann ich eine uneingeschränkte Empfehlung aussprechen.

The Bad Plus sind nicht zum ersten Mal zu Gast, aber immer wieder lohnend. Pophits treffen auf virtuosen Jazz, ganz großer Sport am 10.10 im Heidelberger Karlstorbahnhof.

Morcheeba sind nach ihrer Reunion mit neuem Album Blood Like Lemonade wieder da und auf Tour. Am 20.10. können sie in der Alten Feuerwache zeigen, ob sie es noch drauf haben. Vor Jahren habe ich die mal beim Mainzer Zeltfestival gesehen - das war sogar noch vor Zeiten dieses Blogs.

Esperanza Spalding. Mit Band. bzw. kammermusikalischer Begleitung. Das verspricht ein Hochgenuss zu werden am 22.10. in der Alten Feuerwache. Das kann die KonFerenz sicher bestätigen!?

Das Konzert von Oval könnte eins der spannendsten des Festivals werden. Markus Popp hat sein Projekt lange Jahre ruhen lassen, ist jetzt aber mit zwei EPs zurück, die ich leider immer noch nicht gehört habe. Man sagt mir aber, die seien unglaublich gut. Zu überprüfen am 29.10. im Karlstorbahnhof.

Hip Hop-Legenden und Power-Jazz

Jo, Kinners, und dann kommt am 30.10. KRS-One. Legenden wollte ich eigentlich nicht vorstellen, aber der große Teacher des Conscious Hip Hop darf hier einfach nicht fehlen. Zusammen mit MUSO im Karlstorbahnhof.

Anthony Joseph & The Spasm Band aus London machen Spoken Word unterlegt mit Afro-Funk, Calypso und Jazz. Wenn im Veranstaltungstext Fela Kuti und Gil-Scott Heron zitiert werden, geht das schon in Ordnung. Noch besser als die neueste Platte "Bird Head Son" gefällt mir aber das Debut "Leggo De Leon" von 2007 (auf Kindred Spirits). Am 6.11. im SRH Science Tower.

Am 7.11. brennt dann die Luft in der Alten Feuerwache! Soil & "Pimp" Sessions aus Japan habe ich letztes Jahr auf dem Worldwide Festival gesehen, und ich glaube, da ist tatsächlich niemand sitzen geblieben. Außerdem werden sie ein neues Album voller Power-Jazz im Gepäck haben. Don't miss!

Caribou hat im Frühjahr für eine der Platten des Jahres gesorgt. Electronica-Freaks und Indie-Hörer, alle können sich auf diese Musik einigen. Wer am 16.11. nicht in den Karlstorbahnhof kommen kann, hat am 5.12. noch einmal die Chance im Frankfurter Mousonturm.

Und sonst?

Herbie Hancock, McCoy Tyner, Brad Mehldau, Silje Neergard, Charlie Haden, Thomas Siffling, Tomasz Stanko, Manu Katché, Jan Garbarek, und und und ... hier ist das vollständige Programm zu finden. Wo geht ihr hin?

Hip Hop für Barack

PlattencoverHip Hop hat sich schon oft politisch verstanden. Letztes Beispiel ist der US-amerikanische Professor Cornel West, der schon früher Spoken Word-Platten aufgenommen und sogar in der Matrix-Trilogie mitgespielt hat. Ende letzten Jahres scharte er eine illustre Rapper-Schar um sich und nahm die Scheibe Never Forget: A Journey Of Revelations auf, um Barack Obama im Wahlkampf zu unterstützen und junge Wähler für Politik zu interessieren und zum Wählen zu ermuntern. Das Lineup liest sich wie ein Who Is Who des conscious hip hop: Talib Kweli, Black Thought, KRS-One, Andre 3000, daneben auch Jill Scott und Prince. Große Namen also, die den "Rap-Professor" bei seiner Mission unterstützen. Ob's etwas gebracht hat, wird sich bald herausstellen. Übrigens: In Deutschland kann ich mir so etwas überhaupt gar nicht vorstellen. [via SpOn]

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