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Schwoinischer Spaß

Das Ditzner Lömsch Duo
Foto freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Frank Schindelbeck

Sie grunzten, quiekten, schmatzten - und groovten wie Sau, wenn ich das so sagen darf. Erwin Ditzner und Lömsch Lehmann verwandelten als Ditzner Lömsch Duo den Weinländer in Wiesbaden für zwei Stunden in einen Schweinestall. Denn "Schwoine" heißt nicht nur ihr auf dem Label des Jazzbloggers, fixcel records, erschienenes Album. Auch das Gesamtkonzept des Abends ließ sich so überschreiben. Lömsch Lehmann spielte nicht einfach nur Saxofon, sondern entlockte seinen Instrumenten durch Fauchen und Schreien, Kneten und Tätscheln auch ungewohnte Töne. Und Erwin Ditzner erweiterte sein Schlagzeug um Klangschalen, Bongos, Pfeifen und, ja, zwei schüchterne Gummischweine.

Die überschäumende Spielfreude und Experimentierfreudigkeit des Duos ließ den vielbeschworenen Funken schnell aufs Publikum überspringen, die intime Atmosphäre trug ihren Teil dazu bei. Neben eigenen Kompositionen wurden auch herzhafte Interpretationen von Rock-Klassikern und sogar von Boney M.s "Ma Baker" zum Besten gegeben. Zu diesem Menü für Jazzfreunde, die offen für ausgefallene Töne sind, mundete auch der Rheingauer Riesling hervorragend. Eingeladen hatte übrigens der Jazzarchitekt Raimund Knösche, der auch für das Just Music Festival in Wiesbaden verantwortlich ist. Am 17.04. spielen an gleicher Stelle Three Fall aus Köln, ein Trio mit Posaune, Tenor Sax und Drums, das musikalisch in die gleiche Hip Hop-affine Rhythmus-Kerbe schlägt wie einige zurzeit angesagte amerikanische Brass-Bands. Mehr als nur ein Geheimtipp!

Fixcel Records

Der Jazzblogger macht ernst. Frank Schindelbeck, zuständig für eins der besten deutschsprachigen Jazzblogs, für die Jazzpages, für die Radiosendung Jazzology und für wunderbare Jazz-Fotografien, hat noch lange nicht genug und ist nun dabei, ein eigenes Label zu gründen: fixcel records. Als erstes Album wird eine Produktion mit Lömsch Lehmann und Erwin Ditzner erscheinen, die gerne auch mal in trockengelegten Schwimmbecken musizieren. Sollte also eine spannende Platte werden. Die beiden zeichnen übrigens auch für die "Nullnummer" auf fixcel verantwortlich: Unter dem Titel Klingeltöne ist eine 23 Minuten kurze CD mit sagenhaften 87 Tracks zu erwerben, die sich allesamt als Klingeltöne missgebrauchen lassen. Eigentlich gar keine schlechte Idee, ein paar frische Sounds könnte mein Handy schon vertragen ;-)

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