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Spotify mit dem Handy fernsteuern

Spotify on XBMC Media Center: Spotimc
Spotify on XBMC Media Center: Spotimc (CC-BY Espen Klem)

Drüben in meinem anderen Blog habe ich in zwei Posts aufgeschrieben, wie sich Spotify unter Linux fernsteuern lässt - mit einem Android-Smartphone als Fernbedienung. Für die erste Lösung muss eine kleines Zusatzprogramm installiert werden, das die Befehle vom Phone an Spotify weiterleitet. Das funktioniert auch auf dem Mac und (eingeschränkt) unter Windows.

Zum anderen kann man sich auch gleich einen kompletten HTPC aufsetzen, also einen kostenlosen Mediacenter-Rechner, der bei mir neben dem großen Fernseher im Wohnzimmer steht. Darüber lässt sich dann nicht nur Musik auf Spotify hören, sondern auch Musik und Filme von der eigenen Festplatte oder von YouTube, aus Mediatheken und vielen anderen Quellen können abgespielt werden.

Für den einen oder anderen von euch Musiknerds sicher interessant, oder?

Mixxx 1.8.0

Deer-Skin von Mixxx

Ist zwar schon beinahe zwei Wochen her, und leider konnte ich noch nicht richtig viel damit spielen, aber egal: Mixxx 1.8.0 ist draußen und besser als je zuvor. Mixxx ist eine Open Source Software fürs Live-DJing und läuft unter Linux (in Ubuntu 10.10 enthalten), Mac und Windows. Seit der letzten Version sind eine Menge neue Features dazugekommen: Loops und Hot Cues, eine überarbeitete Song-Library, ein, ähem, Auto-DJ, bessere MIDI-Mappings für externe Controller usw., bessere Audio-Plugins und viele Bugfixes. Vor allem aber ein paar neue stylische Skins, die richtig gut aussehen. Ich kann's kaum erwarten, die neuen Features auszuprobieren - aber ich denke, dafür muss man sich etwas Zeit nehmen.

Update 19.10.2010: Ich wusste doch, dass ich zu spät dran bin. Gerade wurde mit Mixxx 1.8.1 eine weiter verbesserte Version veröffentlicht. 

The Most Remarkable Album On This Entire Planet

The Most Remarkable Album On This Entire PlanetGanz schön ehrgeizige Pläne, die Leonard Ritter aka paniq und seine Frau haben: Das bemerkenswerteste Album auf dem runden Ball, den wir Erde nennen, wollen sie produzieren. Bemerkenswertest, weil es nicht nur gut, sondern auch so frei wie möglich werden soll. Das heißt: Release unter Creative Commons; Produktion unter Ubuntu Linux mit freier Software; Transparenz durch Videos, die den Fortschritt dokumentieren; alle Aufnahmen, auch kleinste Schnipsel, werden auf ccmixter.org und Freesound veröffentlicht; und so weiter.

Um ein solches Mammutprojekt zu können, benötigen die beiden finanzielle Unterstützung. Diese soll über eine Fundraising-Webseite durch Sponsoren aufgebracht werden und zur Deckung der Lebenshaltungskosten, der CD-Pressung und des Vertriebs dienen. Instrumente, Equipment und Software sind vorhanden, aber mindestens 4.455 € müssen in einem ersten Schritt bis zum 12. Juli aufgetrieben werden. Gespendet werden können Beträge ab 1 €, wer mehr spendet, bekommt auch mehr dafür. Momentan sind bereits knapp 3.600 € im Pott, das Ziel liegt also in greifbarer Nähe.

Paniq ist in CC- und Demoscene-Kreisen kein unbekannter, sein halbes Leben schraubt er schon an freier, oft 8-bittiger Musik, an Animation, Videos, Grafiken, Lyrics - ein echtes Multitalent. Mir persönlich gefallen viele der bisherigen Releases sehr gut, andere weniger. Aber dennoch finde ich dieses Projekt unterstützenswert. Die Idee, mit Hilfe von Crowdsourcing die Produktion einer Platte zu finanzieren, ist natürlich nicht neu. Die Offenheit des Enstehungsprozesses damit zu kombinieren, ist schon spannender. Ich hoffe, die Arbeitsweise beim Komponieren und Produzieren nachvollziehen zu können und einen tiefen Einblick in Paniqs Linux-Audio-Setup zu bekommen. Und ich bin gespannt auf das Endergebnis.

Ich bin auch der Meinung, dass (nicht nur) Kreative in Zukunft neue Wege finden müssen, um ihre Werke vorfinanzieren zu können. Gerade wenn, wie im Musikbereich, die traditionellen Strukturen zu bröckeln beginnen. Das Problem ist alt, aber in der Offenheit und Transparenz könnte durchaus eine Chance liegen. Und wenn das Ziel nicht ein Plattendeal beim Major ist, sondern sich als Künstler selbst verwirklichen und einigermaßen davon leben zu können, ist eine solche Aktion doch gleich viel charmanter und menschlicher.

<a href="http://music.paniq.cc/album/last-fm-top-10">Elektronische Musik by paniq</a>

Spotify

Spotify wurde, als es im Oktober letzten Jahres der nach neuen Konzepten der Musikbeschaffung dürstenden Internetgemeinde vorgestellt wurde, in höchsten Tönen gelobt. Spotify sei nämlich Musikhören der somit begonnen habenden Zukunft. In diese Zukunft gelangt man relativ einfach: Nach der Anmeldung auf der Webseite von Spotify lädt man sich die kostenlose Software herunter, loggt sich ein - und fängt an, Musik zu hören. Und zwar einfach so per Mausklick und so ziemlich alles, was das Herz begehrt. Die Auswahl ist schon relativ groß und wächst beständig, und die Geschichte ist auch vollkommen legal, weil die Musiklabels selbst ihre Songs und Alben zur Verfügung stellen. Finanziert wird der Spaß entweder über Werbeeinblendungen oder, bisher einzig mögliches Angebot in Deutschland, über ein Abomodell (9,99 € im Monat oder 99 € im Jahr). Für dieses Musik-Abo habe ich mich vor kurzem entschieden und bereue bislang nichts.

Die Programmoberfläche von Spotify (Windows-Version unter WINE)

Ich empfand es gleich zu Anfang als sehr angenehm, das ich nur eine Band eintippen musste und dann mit wenigen Klicks sofort loshören konnte. Ein paar ausgefallenere, speziell neuere Titel und Alben habe ich nicht finden können; nunja, niemand kann wirklich alles haben. Aber Auswahl ist eben auch nicht alles, Qualität und Bedienungsfreundlichkeit müssen schließlich auch stimmen. Und diesbezüglich gibt es wenig zu meckern. Die Software selbst ist aufgeräumt, funktional gestaltet und auch ganz nett anzusehen. Einige Features sollte Spotify aber dennoch nachschieben: So ist es beispielsweise noch nicht möglich, nach bestimmten Labels zu suchen, und auch das Managen der Wiedergabeliste ist nicht wirklich intuitiv. Die Webseite selbst bietet kaum Funktionen, aber es prangt ja auch noch ein fettes "Beta" darauf. Die Soundqualität empfinde ich nach den ersten Eindrücken als ausreichend gut. Laut Spotify FAQ handelt es sich bei den Dateien um Ogg Vorbis auf Qualitätsstufe 5, was für gestreamte Musik meiner Meinung nach mehr als akzeptabel ist. Apropos Streaming: Spotify nutzt ein P2P-Modell, was bedeutet, dass jeder Spotify-Benutzer gleichzeitig auch als Server für andere Nutzer fungiert.

Spotify stellt eine Anleitung zur Installation des Windows-Clients unter WINE zur Verfügung, und das Programm ließ sich bei mir auch problemlos installieren. Die Wiedergabe läuft nach anfänglichen Schwierigkeiten mittlerweile schnell, reibungslos und ohne Aussetzer. Wie ich über Twitter bzw. Jabber erfahren habe, gibt es immerhin schon einen inoffiziellen Kommandozeilen-Client für Linux namens despotify; und es bastelt auch schon jemand an einem Spotify-Client für Googles Android-Betriebssystem. Außerdem hat Spotifiy vor kurzem eine Entwickler-Bibliothek nebst API veröffentlicht. Ist also alles nur noch eine Frage der Zeit (erwähnte ich schon, dass ich Open Source liebe?) :-)

Neben den offiziellen Angeboten hat sich schnell ein Mikrokosmos aus Blogs, Communities und Drittanbietern gebildet. Da wäre etwa dieses Mashup aus Spotify und last.fm, das mir anhand meines last.fm-verbrieften Musikgeschmacks neue Alben auf Spotify empfiehlt. In der Kundensupport-Community Get Satisfaction wird von und mit Nutzern über Probleme diskutiert und über neue Features abgestimmt. Ein Erfolg davon war, dass Spotify mittlerweile die gespielten Titel an last.fm scrobblet. Und The Pansentient League ist ein sehr ausführliches Blog über alles, was Spotify betrifft.

So zeigt last.fm die über Spotify gehörten Titel an.

Ich werde mich in der Spotify-Welt nun schön gemütlich einrichten, weiter die Möglichkeiten der Software ausloten und ansonsten der Dinge harren, die da in nächster Zeit kommen. Und selbstverständlich Musik über Spotify hören. Denn das ist ja wohl das Wichtigste.

Amazon MP3 Download

Kein Aprilscherz! Ich habe lange darauf gewartet, und nun ist der Tag gekommen, da Amazon auch in Deutschland Musikdownloads anbietet. Die Preise sind nach meinem ersten Eindruck ganz in Ordnung, momentan gibt es - vermutlich als Eröffnungsangebot - viele so genannte "Top-Alben" für weniger als fünf Euro zu kaufen. Vermutlich wird sich das bald ändern. Dennoch scheint Amazon etwas günstiger zu sein als die meisten Alternativen und bietet offenbar MP3-Dateien mit 256 kbit/s zum Download an - versehen mit einem eindeutigen Wasserzeichen, um die Verbreitung in Tauschbörsen unattraktiver zu machen.

Natürlich musste ich das gleich ausprobieren und habe mir das Album Éthiopiques - Ethio Jazz & Musique Instrumentale 1969-1974 mit vielen Songs von Mulatu Astatke in den Warenkorb gelegt. Nach dem Einloggen ging es aber nicht direkt weiter zum Checkout, sondern ich bekam überraschenderweise das Amazon-MP3-Download-Tool zur Installation angeboten. Für Ubuntu (oder Alternativ für andere Linux-Distributionen) als Debian-Paket, das sich inklusive zweier Abhängigkeiten problemlos installieren ließ. Im Anschluss musste ich etwas nach dem mickrigen Link suchen, der mich zur Zahlungsbestätigung führte, konnte dann aber den Kauf abschließen. Der Download öffenete sich wunschgemäß im Downloader und rauschte sehr flink auf meine Platte. So muss das eigentlich immer funktionieren.

Screenshot vom Amazon MP3-Downloader

In den Vereinigten Staaten und, wenn ich mich nicht irre, auch in Großbritannien hat Amazon schon viel Erfahrung bezüglich des Download-Angebots sammeln können. Das kommt uns in Deutschland nun zu Gute. Bleibt zu hoffen, dass die Preise weiterhin auf einem erträglichen Niveau bleiben und das Angebot weiter ausgebaut wird.

Flashgott: Hobnox Audiotool

Okay, Leute, vergesst alles! Der "Flashgott" hat wieder zugeschlagen. André Michelle, der uns schon die Air909 Flash Drum Machine bescherte, hat noch einmal eine ordentliche Schippe draufgelegt. Für Hobnox, eine Kreativplattform aus Köln, hat er das Hobnox Audiotool mitentwickelt, das vor kurzem zum öffentlichen Test freigegeben wurde. Auf der re:publica 08 diese Woche in Berlin wurde es auch vorgestellt, was ich über den Internetfunk mitbekommen habe, ohne vor Ort gewesen zu sein. Vermutlich sind auch dort die Münder offen stehengeblieben.

Das Tool, das unter anderem die Klassiker TR-808, TR-909 und TB-303 emuliert, setzt neben Flash auch Java voraus, was wohl an den mangelnden Soundausgabe-Möglichkeiten von Flash liegt; mehr dazu weiter unten. Leider habe ich die Soundausgabe unter Linux überhaupt nicht zum Laufen bekommen, so dass ich ein uralte Windows-Installation reaktivieren musste. Ich glaube, ich habe seit jahren nicht mehr so viel Spaß unter Windows gehabt ;-) Ohne jetzt nämlich mit vielen Worten umständlich erklären zu wollen, was das Audiotool kann, binde ich einfach folgendes Video für euch ein.

Sorry, but you don't have flash installed.

Und? Zuviel versprochen? Das ist doch der Hammer, oder? Läuft alles im Browser, sieht extrem geil aus, hört und fühlt sich auch so an, und funktioniert jetzt schon einigermaßen großartig. Wie gesagt, ich verliere lieber keine großen Worte, ich muss jetzt weiter damit rumspielen, ich hab schon sooo fette Sounds mit den Effekten produziert!

Zwei Anmerkungen zum Schluss. Erstens: Hobnox und deren Noxtools scheinen was ganz Großes zu werden, ich bleibe da am Ball. Und Zweitens: Es gibt eine Kampagne von Flash-Entwicklern, die von Adobe bessere Audiofähigkeiten von Flash fordern: Adobe, Make Some Noise. Jetzt aber erstmal viel Spaß in den nächsten Stunden beim Rumspielen mit dem Audiotool - ich weiß, ihr werdet genauso wenig widerstehen können wie ich!

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