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Von 1991: Halbstündiges Feature über Acid Jazz

Geschrieben von Matthias GutjahrMittwoch, 19. Oktober 2011

Titel des Video-Features über Acid Jazz

Vor 20 Jahren war Acid Jazz ein ganz heißes Ding, vor allem in England. Legendäre Clubs wie das Dingwalls, wo Patrick Forge und Gilles Peterson die "Talkin Loud And Saying Something"-Nächte veranstalteten, wo Bands wie die Galliano, Incognito, James Taylor Quartet oder US3 spielten, wo Jazz und Funk auf Hip Hop auf elektronische Tanzmusik traf, spielen im Schöpfungsmythos des Acid Jazz eine zentrale Rolle. Auch Paul Bates ging oft ins Dingwalls. Er hatte eine Filmproduktionsfirma gegründet und nahm ab und zu seine Sony DXC 3000 mit auf die Parties.

Dabei entstanden die Aufnahmen von Gigs der Brand New Heavies, Mark "Snowboy" Cotgrove, Steve Williamson und Bukky Leo. Pauls Kumpel Tony Williams interviewte währenddessen Paul Bradshaw, Gilles Peterson, Eddie Pillar und weitere Acid Jazz-Protagonisten der ersten Stunde. Paul schnitt sein Material mit den Interviews zusammen und produzierte ein halbstündiges Feature. Vor kurzem hat er es ins Internet gestellt. 1991, die frühen Tage des Acid Jazz: Die Jungs sahen alle aus wie typische englische Weißbrote ;-)

Was allerdings dieser Mission Impossible-Mittelteil soll, ist mir immer noch nicht ganz klar ... [übrigens via Lefto das ganze]

Free Download: Songs der Red Bull Music Academy 2010

Geschrieben von Matthias GutjahrDienstag, 20. Juli 2010

Plattencover obere Hälfte

Die Red Bull Music Academy (RBMA) bietet einen prall gefüllten Sampler zum kostenlosen Download an, auf dem 41 handverlesene Songs von Teilnehmern und Dozenten der diesjährigen Academy in London versammelt sind. Unter dem Titel "Various Assets - Not For Sale" bekommt man einen kleinen Einblick in die musikalische Zukunft der elektronischen Musik.

Große Namen von heute, zum Teil früher selbst Teilnehmer der RBMA, haben mit den Stars von morgen intensiv zusammengearbeitet und einige wirklich große Tracks produziert. Ihre überbordende Experimentierfreude konnten sie aufgrund der nahezu perfekten Ausstattung in London voll ausleben, was vielen Songs zu Gute kommt. Wer heute schon wissen will, was morgen angesagt ist, sollte dieses Doppelalbum nicht verpassen!

Hier klicken für Direktdownload

Plattencover untere Hälfte

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Netaudio London 2008

Geschrieben von Matthias GutjahrFreitag, 31. Oktober 2008

Besser spät als nie: Der Link auf den Netaudio London 2008 Showcase, eine Compilation feiner Netaudio-Musik aus Anlass des gleichnamigen Netaudio-Festivals, das am vergangenen Wochenende über die Bühne ging. Wieviel Spaß das gemacht hat, kann man im Interview von Sim Sullen & Sven Swift mit mo. vom phlow-magazine heraushören. Die Jungs waren natürlich vor Ort und haben es offenbar ordentlich krachen lassen. Oder?

Um all das zu veranschaulichen, hier noch eine Diashow aus dem Flickr-Pool zum Festival. Ist schon genial, wie sich die Netaudio-Szene mittlerweile entwickelt hat, und was sie in den letzten Jahren alles auf die Beine gestellt hat. Guys, you rock!

CDR Berlin

Geschrieben von Matthias GutjahrMontag, 30. Juni 2008

In London gehören die CDR-Nights im legendären Club Plastic People schon längst zu den angesagtesten Events in town. Vermutlich hört man nirgendwo sonst so freshe Tunes und upcoming Producers, die vielleicht morgen schon den Durchbruch schaffen. Die CDR-Reihe bietet also der Speerspitze der musikalischen Entwicklung Englands eine Bühne. Und das funktioniert, indem Musiker ihre CD-ROMs bei Tony Nwachukwu (Attica Blues) einreichen oder übers Internet hochladen. Diese Musik beschallt dann einen Abend lang den Club:

From the confines of music manifested within laptops, bedroom studios, sampling sequencers and digital multi-tracks. Music producers can at last air their tunes to a like-minded audience within the setting of an intimate venue.

Mittlerweile wurde das Konzept auch schon in weitere Städte wie etwa Birminigham getragen, und am Donnerstag war endlich Berlin an der Reihe. Das Line-Up der ersten deutschen Ausgabe im Tape-Club hatte es in sich: Tony Nwachukwu, Simbad, Alex Barck und Dirk Rumpff gaben sich bei freiem Eintritt die Ehre und ihre Meinung zu den eingereichten Produktionen preis. Die de:bug merkt übrigens an, dass sich der Tonfall des deutschen Infos doch sehr vom originalen englischen unterscheidet. Sei's drum, es ist das Konzept, das zählt, und das hört sich doch wirklich spannend an. Ich glaube mich an eine Worldwide-Sendung von Gilles Peterson erinnern zu können, in der diverse Tracks englischer Producer vorgestellt wurden, die zum ersten Mal während einer CDR-Session liefen; und da war sehr viel Gutes dabei. Über die Berliner Ausgabe konnte ich bislang leider nichts weiter in Erfahrung bringen, keine Fotos auf Flickr, keine Berichte … war zufällig jemand von euch dort und kann erzählen, wie es war? Würde mich sehr interessieren!

2bo4 - Junkyard Gods

Geschrieben von Matthias GutjahrSonntag, 16. März 2008

Two Banks Of Four, 2 Banks Of 4, oder einfach 2bo4? Die Londoner Nu-Jazz "Supergroup", bestehend aus Dillip Harris aka Demus und Robert Gallagher aka Earl Zinger, die mit City Watching und Three Street Worlds schon zwei bahnbrechende Alben veröffentlicht hat, erfindet sich neu. Zumindest was das Label (jetzt Sonar Kollektiv) und die Schreibweise des Namens (jetzt also 2bo4) angeht. Musikalisch ist das Duo auch beim dritten, heiß ersehnten Longplayer Junkyard Gods den eigenen Qualitätsansprüchen treu geblieben. So gut wie jeder Song umfängt den Hörer wie eine dichte, atmosphärisch geladene Wolke und transferiert seine ganz eigene Stimmung auf dessen Sensorium. Diese zum Teil filigran ausgearbeitete Präzision der Kompositionen war schon auf den ersten beiden Platten ein herausragendes Merkmal des 2bo4-Sounds. Dazu gehört auch die fachkundige Auswahl des Gastpersonals, diesmal der Sängerin Valerie Etienne, die auch schon Galliano oder Matthew Herbert ihre Stimme lieh. Diese Platte gehört in den Schrank jedes Nu-Jazz-Fans — nur schade, dass es sie nicht auf Vinyl geben wird.

Shook, neues Printmag aus London

Geschrieben von Matthias GutjahrDonnerstag, 24. Januar 2008
Magazin-Cover
Cover der Shook No. 1

Mein Briefträger kapiert es einfach nicht: Zeitschriften, die nicht in den Briefkasten passen, knickt er einmal durch und stopft sie dann in den Schlitz. Auch die Erstausgabe des britischen Shook-Mag, die heute endlich ankam, hat er auf diese Weise misshandelt. Bei der Programmzeitschrift der Nachbarn ist mir das ja egal, aber hier handelt es sich um engagierten und hochwertigen Musikjournalismus! Aus den Überresten von Straight No Chaser hat Jez Smadja, selbst ehemaliger Redakteur bei SNC, die wichtigsten Zutaten in das neue Magazin herübergerettet.

Zu diesen Ingredienzen zähle ich mal das frische bis experimentelle Layout mit wilden Headlines und teilweise nur schwer leserlichen Schriften vor bunten Hintergründen. Das strengt zwar teilweise an, sorgt aber einerseits für Abwechslung, andererseits werden die exzellenten Inhalte so deutlich besser transportiert. Das Themenspektrum ist fast noch weiter gefasst als beim "Vorgänger": Hip Hop aus Detroit, Dubstep aus London, DJs aus Japan, Soul aus Südafrika, Funk aus Toronto, Streetart, Tech-News, Bhangra, Garifuna, äthiopische Roots - you name it, they got it. Sehr beeindruckend.

Unter den Autoren der vielfältigen Features finden sich nicht bloß Journalisten, sondern auch Musiker, DJs und Blogger, die besonders nah am Geschehen dran sind. BBC Radio 1xtra-DJ Benji B etwa hat eine eigene Kolumne. Von der Szenenähe zeugen auch die vielen guten Verweise auf Blogs, MySpace-Profile und andere Webseiten, die zu fast jedem Artikel auf weiterführende Informationen verweisen. Sicher nicht die schlechteste Taktik. Die DJ-Top Ten-Rubrik beschränkt sich dankenswerterweise auf zwei Seiten, die Reviews wurden mit Bedacht ausgewählt, nur der SNC-Centerfold fehlt, aber das kann ich verkraften, denn der war ja sowieso immer geknickt (s.o.).

Fazit: Shook hat das Potenzial, zum neuen Haus-Magazin der Szene zu werden. Die vorsichtige Modernisierung und die sorgfältige Themenauswahl halten die Qualität weit oben. Auch der Preis ist mit umgerechnet etwas über 7 Euro nicht zu hoch, und die Lieferung erfolgte erstaunlich zügig. Ob sich ein Printmagazin für eine zwar weltweite, aber dennoch relativ überschaubare Szene auf Dauer festsetzen kann, bleibt abzuwarten. Genügend Beispiele zeigen, dass Print für Nischen immer wieder erfolgreich funktioniert, und diesen Erfolg wünsche ich Shook für die Zukunft auf jeden Fall!

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