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Das Microformat hCard

Geschrieben von Matthias GutjahrMontag, 17. Juli 2006
Bitte per Klick vergrößern, rechts unten eine hCard.

Viele kennen bestimmt das vCard-Format, mit dessen Hilfe sich Adresskontakte standardisiert etwa zwischen E-Mail-Clients oder auf Handys übertragen lassen. Das Microformat hCard ist so etwas wie die Umsetzung in XHTML. Damit lassen sich relativ einfach und unobtrusive (jaja, wer möchte, darf gerne Web2.0-Buzzword-Bingo spielen) Kontaktdaten in Webseiten einbetten. Für Weblogs ist das beispielsweise für Blogrolls sinnvoll, auch wenn auf den ersten Blick der Mehrwert nicht so offensichtlich ist. Aber: Wo der Mensch zunächst einmal nur einen anklickbaren Namen sieht, der auf eine andere Seite verweist, ist dieser Link für entsprechende Suchmaschinen und andere Programme besser maschinenlesbar, weil z.B. auch Angaben zu sozialen Netzwerken (per XFN) eingebettet werden können. Die Vielseitigkeit von solchen Microformats wird sich in der näheren Zukunft herausstellen, schöne Ideen existieren bereits heute. Nun aber zum kurzen Sinn der langen Vorrede: Seit heute ist es möglich, in das Blogroll-Plugin (namens Link List) der Blogsoftware Serendipity, die auch das NUMBlog antreibt, solche hCards aufzunehmen. Garvin war so freundlich, meinen Patch ins S9Y-Repository einzuspielen. Ich selbst habe meine relativ kurze Blogroll noch gar nicht komplett umgestellt, dabei geht es doch so einfach (nur das Wetter ist einfach zu schön heute): Man füge in den Link List-Einstellungen einem Link ein oder zwei Attribute hinzu, und wenn man alles richtig gemacht hat, wird das im CSS-Modus schön geparst (jedoch nicht im dtree-Modus). Das XML könnte dann so aussehen:

<link name="Carsten Keßler" hcard="fn url" rel="friend" link="http://www.flashfonic.de/blog/" />

Das hcard-Attribut enthält in diesem Fall die Info, dass es sich bei name um den full name handelt und der Link auf die zugehörige url verweist. Das rel-Attribut besagt in diesem Fall XFN-konform, dass Carsten mein friend ist; hätte ich ihn im echten Leben schon einmal getroffen, könnte ich noch ein met hinzufügen. Viel mehr macht mein Patch eigentlich nicht, aber für die meisten Blogrolls sollte das doch genügen, oder?

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Mehr zu Microformats

Geschrieben von Matthias GutjahrMontag, 10. Juli 2006
Tail Export Firefox Extension In Action (Klick zum Vergrößern)

Microformats faszinieren mich momentan zunehmend, auch wenn oder gerade weil sie bisher noch nicht sonderlich weit verbreitet zu sein scheinen. Sobald eine kritische Masse erreicht ist (wie groß die auch immer werden muss), werden sie sich aber in vielen Bereichen durchsetzen, denke ich. Wer eine prägnante Einführung in die Thematik sucht, sollte sich mal durch die Slides von Eric Eggert zum Webmontag in Karlsruhe klicken. Neben einigen größeren Webseiten, die jetzt schon verstärkt darauf setzen (z.B. upcoming.org für Veranstaltungshinweise oder Flickr), stellen Weblogs eigentlich ein ideales Anwendungsgebiet für diverse Microformats dar. Gerade für Blogrolls, Reviews oder Visitenkarten existieren Formate, durch die ein deutlicher Mehrwert erzielt werden kann. Ein wenig Bauchschmerzen bekomme ich allerdings bei Formaten wie XFN, denn ich möchte eigentlich nicht mein komplettes soziales Leben suchmaschinenkompatibel im Netz veröffentlichen. Aber dazu zwingt einen ja auch keiner, und für die Darstellung von "Businesskontakten" oder eben befreundeten Blogger usw. könnte XFN wiederum tauglich sein. Der Einsatz von Microformats lässt sich übrigens mit einer kleinen, praktischen Firefox-Erweiterung von Robert de Bruin veranschaulichen: Auf Mausklick öffnen sich in der Sidebar die in die XHTML-Seite eingebetteten Kontakte, Reviews oder Termine. Ich werde versuchen, ab sofort mehr Microformats in meinem Blog zu nutzen. Leider gibt es für S9Y noch kein entsprechendes Plugin. Ich bin mir auch nicht sicher, wie so ein Plugin auszusehen und zu funktionieren hätte. Denkbar wäre ein Formular, in das man die gewünschten Daten eingibt, welche dann in ein anpassbares Template geladen werden. Für weitere Überlegungen in diese Richtung gibt es aber mit Sicherheit bessere Orte als das NUMBlog ;-)

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Review: Jhelisa - A Primitive Guide To Being There

Geschrieben von Matthias GutjahrMittwoch, 5. Juli 2006
0.2
Spiritueller Soul und treibender Funk aus New Orleans
MatthiasJhelisa - A Primitive Guide To Being There

Zugegeben, diese Besprechung von Jhelisas Album A Primitive Guide To Being There ist nur ein Vorwand, mal mit Microformats rumzuspielen. Genauer mit dem Microformat hReview, welches einen aussichtsreichen Versuch darstellt, Reviews in ein einheitliches, sowohl von Menschen als auch von Maschinen lesbares Format zu bringen. Technorati beispielsweise wertet solche Microformats schon aus, wenn sie in XML-Feeds auftauchen. Auf diese Weise kann man sich schnell einen Überblick darüber beschaffen, wie bestimmte Produkte in verschiedensten Blogs und auf anderen Webseiten besprochen und geratet wurden. Leider existiert für S9Y noch kein Plugin, das die Erstellung von entsprechenden Einträgen erleichtern würde, aber mithilfe des hReview Creators klappt das schon ganz ok.
Nun aber zu Jhelisas Platte, deren Aufnahmen im Katrina-gebeutelten New Orleans begonnen wurden, bevor die Stadt vom Hurricane überrascht wurde. Mit "Freedom's Land" legt das Album gleich einen furiosen Auftakt mit treibendem Bass hin. Hinzu kommen später Einflüsse asiatischer und südafrikanischer Musik ("Flute Band In Gauteng"), die Jhelisa aus dem Schmelztiegel Louisiana kennt und auch von ihren Reisen mitgebracht hat. Die erstklassige Produktion unterstreicht noch die spirituelle Kraft, die Jhelisas erdiger Musik innewohnt, auch und gerade bei den ruhigeren Tracks. Mit ihren Texten mischt sie sich ein und kritisiert die derzeitige politische Führung in den USA. A Primitive Guide To Being There ist auf dem Frankfurter Infracom-Label erschienen. Anspieltipps: "Freedom's Land", "Flute Band In Gauteng", "Walking On Air".

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