Skip to content

Penguins With Attitude #08: Bassa-Bassa-Pon

Neulich in Berlin auf der Fête de la Musique habe ich erfreulicherweise den digitalen flaneur wiedergetroffen. Dabei kam das Gespräch auch auf den letzten Mix, den die Penguins With Attitude in die Weiten des NeulandInternet geschickt haben. Er trägt den Titel Bassa-Bassa-Pon und macht nicht nur ordentlich Druck untenrum, sondern feiert auch persönliche Highlights wie Earl Zingers "Heavy Hitter" und Tracks von Shawn Lee oder The Bamboos. Viel Abwechslung also, genau nach meinem Geschmack. Here goes:

[via progolog]

Ein neuer Scissorkast!11!!

Text Scissorkast #11 Sugarwater auf aufgeschnittener Wassermelone

Ein was, bitte? Ein Scissorkast! Eine Art Flashback in Zeiten, als noch nicht mehrere Drölfzigmillionen Mixtapes täglich in die Cloud gepusht und über jedes verfügbare Soziale Netzwerk gesharet, geliket und gefavt wurden. In der noch nicht jeder Song bereits drei Monate vor Veröffentlichung online hörbar war, und schon gar nicht der dritte Remix davon. In der Blogbeiträge noch kommentiert wurden und von der Handvoll anderer Blogs zuverlässig aufgegriffen und verlinkt wurden. Technorati, wissenschon.

Aber ich schweife ab und gebe mich nostalgischen Gefühlen hin, die niemanden weiterbringen. Fakt ist: Scissorkick ist eins der ältesten Musikblogs für instrumentale und elektronische Musik und war 2006 offensichtlich eine wichtige Inspirationsquelle für mich. Von seinem Rechner in New York verbreitete Blogger Steve so ziemlich genau den Teil neuer Musik, der mich interessierte. Und er produzierte ab und zu einen Mix, den er auf seinen Server hochlud.

Scissorkick.com is one of the oldest music discovery blogs still on the Internet. Started in 2001, SK has been committed to showcasing a wide variety of music tailored for the headphone space. Mostly instrumental and often electronic, SK mixes and artists create music best played loudly in open spaces and listened to quietly in crowded ones.

Der RSS-Feed von Scissorkick ist bis heute in meinem Feedreader geblieben, auch wenn ich letzteren häufiger gewechselt habe. Die Blogfrequenz ging in letzter Zeit zwar asymptotisch gegen x-Achse, aber Scissorkick lebt nach wie vor.

Davon zeugt auch der jetzt erschienene elfte Scissorkast (in Zahlen: 11! in ebenso vielen Jahren!) ist der erste seit Januar 2011. Auf der Tracklist stehen brandaktuelle Stücke von Lali Puna, dem Hidden Orchestra, Kelpe, Four Tet und diversen Instrumentalbands, von denen ich noch nie gehört habe. So muss das nämlich sein, wenn schöne, neue Musik entdeckt werden will: Wahrhaft, eklektisch, schön.

Scheiße, Mann, ich werde alt und sentimental ;-)

Scissorkast_11.mp3

Flying Lotus-Mix "Lovers Melt 3"

Cover

flyinglotusloversmelt3.mp3

Another mix for your summer / some things you know / some things you may not / love

FlyLo war so nett, uns für den Sommer, der jetzt endlich auch hier angekommen ist, einen neuen Mix zu schenken. 62 Minuten relaxte Musik für laue Sommerabende mit euren Liebsten. Von mir aus kann der jetzt die kommenden drei Monate durchlaufen, wenn bloß das Wetter so bleibt ;-)

Das Artwork stammt im Übrigen von Jeremiah Jae, dessen exzellentes Debutalbum "Raw Money Raps" auch gerade bei Brainfeeder erschienen ist. Ach komm, ich binde das unten auch noch schnell ein.

"Flying Lotus-Mix "Lovers Melt 3"" vollständig lesen

Awesome Tapes From Africa

Awesome Tapes from Africa

Immer wenn Brian Shimkovitz von einer Reise nach (West-)Afrika nach Brooklyn zurückkam, hatte er die Koffer voller Kassetten mit afrikanischer Musik. Vor fünf Jahren forschte er sogar eine Zeitlang als Musikethnologe über Hip Hop in Ghana. Wieder zuhause eröffnete er sein Weblog, Awesome Tapes from Africa. Dort stellt er seitdem regelmäßig die vielen Tapes seiner Sammlung vor.

Mittlerweile reist er als DJ und Spezialist für afrikanische Musik rund um den Globus, war auch schon öfter in Deutschland, und wird im Juli auf dem Worldwide Festival in Südfrankreich auflegen. Sagt man eigentlich "auflegen" bei Kassetten? Egal, jedenfalls hat er einen kurzen Mix produziert, in dem er sechs Tracks aus seiner Kollektion vorstellt. Die Soundqualität entspricht der von alten Tapes, aber der Kraft der Songs tut das keinen Abbruch. [via]

BadBadHavac - Skankfurt City Mix

Mix-Cover

Jetzt stehe ich ja ganz schön blöd da. Nachdem ich vorgestern noch gebloggt habe, wie problematisch es sein kann, Mixtapes bei Soundcloud zu sharen, sollte ich den Skankfurt City-Mix von BadBadHavac eigentlich gar nicht posten. Ich tu's aber trotzdem, weil heute einer dieser chilligen Dub- und Rocksteady-Sonntage ist. Lee Perry, Dudley Sibley und die Heptones - wer kann dazu schon nein sagen?! Eben.

Anwälte und DJ Mixe

DJ

In seinem Law Blog wirft Holger Kastler einen juristisch fundierten Blick auf DJ Mixe und diverse Mix-Plattformen wie Mixcloud, Soundcloud oder Let's Mix. Natürlich wirft er dabei mit Paragrafen um sich und hat eine lange Literaturliste angehängt, aber das ist ja auch gut so. Mixtapes im Internet zu veröffentlichen kann nämlich schnell ein problematisches Unterfangen werden.

Ich versuche, seinen Artikel hier kurz zusammenzufassen: Ein DJ ist zwar Urheber seines eigenen Mixes, aber selten gleichzeitig Urheber der Musik, die er mixt. Will er (oder sie) den Mix öffentlich aufführen oder verbreiten, sei es auf CD oder im Netz, muss er die Erlaubnis der Musiker oder Musikverlage einholen. Diese können dafür natürlich Geld verlangen, was sie in der Regel wohl auch tun werden - zumindest wenn es sich um Majors handelt.

Die Plattformen Mixcloud und Let's Mix haben aber ihrerseits ein Abkommen mit Verwertungsgesellschaften getroffen und zahlen Vergütungen an die Musiker, sofern eine Trackliste vorliegt. Anders sieht es bei Soundcloud aus, die kein entsprechendes Abkommen getroffen haben. Dort einen Mix einzustellen ist rechtlich also nicht zulässig. Unter anderem resultiert diese Situation daraus, dass Soundcloud in Deutschland sitzt und es offensichtlich nicht so leicht ist, mit der GEMA eine Übereinkunft zu finden wie mit Verwertungsgesellschaften in anderen Ländern.

Holger Kastler zieht folgendes Resümee:

Ja, DJs sind Urheber, allerdings nicht von den Musikstücken, die sie mixen, sondern lediglich von dem DJ Mix selbst. Zur Verbreitung und öffentlichen Zugänglichmachung eines DJ Mix bedarf es deshalb in der Regel einer vorherigen Zustimmung zur Bearbeitung der entsprechenden Werke der ursprünglichen Urheber.

Was ich mich jetzt noch frage: Ist es wirklich ok, wenn ich aus Deutschland meinen Mix zu Mixcloud nach Englang hochlade? Bin ich damit auf der sicheren Seite? Und was, wenn ich hier im Blog Mixe von externen Seiten einbinde? Herr Kastler, bitte übernehmen Sie!

[via @withoutfield und anderen] 

tweetbackcheck