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Collective Improvisation #12

Vergangenen Samstag war auf Arte Geek-Night, und auch die Musiksendung Tracks stand unter dem Motto Return Of The Geeks. Thematisiert wurde unter anderem Live-Coding, Mumblecore, Robort Art - und Mount Kimbie. Kann man sich ansehen (mind. für 7 Tage, I guess).

Dann flatterte heute noch ein Newsletter von Jakarta Records ins Haus, der den Sampler Sawtuha mit den Worten "Straight Outta Egypt" anpreist als

result of a recording session with 9 musicians from Libya, Egypt, Tunisia and Syria that spend 2 weeks in a studio in Tunis with Oddisee and Olof Dreijer of The Knife.

Die Studio Session, an der ausschließlich Frauen aus Nordafrika und dem Nahen Osten teilnahmen, wurde organisiert von Media In Cooperation And Transition, von denen hier im Blog schon einmal die Rede war. Die Leute da machen weiterhin gute Sachen, scheint mir. Ich habe mir das Album angehört und bin sehr positiv angetan.

Collective Improvisation #9

Heute Nacht wurde es spät, weil die Worldwide Awards 2014 im Stream liefen. War nach anfänglichen Soundproblemen (nur bei mir?) möglicherweise besser, als vor Ort gewesen zu sein, man hört ja nicht immer das beste über das Londoner Publikum. Die Gewinner hier in aller Kürze:

  • Track of the Year: Lone - Airglow Fires
  • Album of the Year: Jonwayne - Rap Album One
  • Breakthrough Act of the Year: Ady Suleiman
  • Lifetime Achievement Award: Omar
  • Session of the Year: Mount Kimbie & King Krule
  • Label of the Year: Young Turks
  • John Peel Play More Jazz Award: Jimi Tenor

Mo Kolours veröffentlicht im März endlich sein erstes Album (self-titled, auf One-Handed Music), Mike Black heißt die erste Single daraus, und vorbestellen kann man das Album auf Bandcamp.

"Collective Improvisation #9" vollständig lesen

Caribou live in Frankfurt

Caribou live im Mousonturm Frankfurt

Gestern Abend spielte Caribou im Frankfurter Mousonturm. Der kanadische Mathematiker und vor allem Musiker trat mit Band vor ausverkauften Haus auf, nachdem zuvor Barbara Panther eingeheizt hatte. Mount Kimbie haben ihre Tour leider abgebrochen und waren deshalb nicht am Start.

Das Fehlen von Mount Kimbie als "zweitem Headliner" war natürlich eine erste Enttäuschung, ein Zettel am Einlass wies lapidar darauf hin. Im Netz hatte ich zuvor nur Gerüchte gelesen, ein kurzer Hinweis auf Twitter oder Facebook wäre doch aber kein Problem gewesen, oder? Da man aber das beste aus solchen Situationen machen sollte, haben wir uns erstmal in den Mousonturm reingezwängt und kurz Barbara Panther angesehen, wie sie da so allein mit ihrem Laptop auf der Bühne stand und sang. Ihre von Matthew Herbert produzierte Empire EP finde ich gar nicht mal schlecht, aber live fehlte mir der Zugang zu ihrer Musik. Vielleicht auch, weil sie auf der großen Bühne doch recht verloren wirkte.

Ziemlich zügig ging es dann aber weiter mit Caribou. Daniel V. Snaith hatte Ryan Smith, Brad Weber und John Schmersal Mitmusiker dabei. Insbesondere Drummer Weber erwies sich von Beginn an als kongenialer Sparringspartner für Snaith und sorgte durchgängig für druckvolle Grooves. Caribou spielten so ziemlich alle Hits der Alben Andorra und Swim, interpretierten manche Passagen elektronisch experimentell, andere extrem noisegitarrenlastig, wobei ich gerade die zwei, drei Stücke in der Mitte des Konzerts, als Snaith seine Gibson SG umschnallte, am schwächsten fand.

David SnaithDer Sound war nämlich die meiste Zeit ziemlich gut, das sphärische der Musik und des Gesangs verband sich wunderbar mit dem Beat, so wie man es von den Platten kennt. Aber mit zwei Gitarren wurde der Sound irgendwie dumpfer, und plötzlich nervte auch das ständige, Mousonturm-typische Gequassel des Publikums ganz schön. Glücklicherweise bekamen Caribou aber wieder die Kurve und feuerten mit Sun eine grandiose Zugabe in den Saal. Das qualitativ äußerst bescheidene Foto oben habe ich ganz am Anfang mit der Handykamera geknipst. Rechts ist Herr Snaith zu sehen, wie er Merchandise an den Mann bringt.

Die Heimfahrt wurde mir übrigens von Robert Lug versüßt, der in seiner Sendung Voyager auf hr2 den Abend mit Ambient/Chillout-Sounds des Hamburger Kollektiv Turmstrasse (neues Album: Rebellion der Träumer) ausklingen ließ. Das passte aber sowas von.

Mount Kimbie - Crooks & Lovers

Mount Kimbie

Das Dubstep-Duo Mount Kimbie, bestehnd aus Dominic Marker und Kai Campos, hat mit "Crook & Lovers" sein erstes Album auf Hotflush veröffentlicht. Naja, Album, elf Tracks in 35 Minuten, das hat beinahe schon was von alten Punkplatten. Aber es geht auf "Crooks & Lovers" nicht um Songs, sondern ums Gesamtkonzept, um den eigenen Sound.

Und der ist erstmal nicht das, was man von Hotfush kennt und erwartet hätte. Im Vergleich zu Labelmates wie Scuba klingt Mount Kimbie fast schon fröhlich, sonnig, Spaziergang im Park. Und mit Ausnahme von Tracks wie "Ruby" nicht nach dunklen Londoner Kellern, aus denen der Bass in den nächtlichen Nebel wummert. Dennoch spielt London, die Wahlheimat von Mount Kimbie, eine entscheidende Rolle, denn es dient den beiden Soundtüftlern als Inspirationsquelle und Klangwelt.

Nur wenige Tracks haben allerdings das Hitpotential von "50 Mile View". Interessant wird "Crooks & Lovers" aber durch seine vielfältigen Einflüsse aus Techno, Hip Hop oder Jazz. Das klingt dann mal wie Filmmusik, mal wie Fieldrecordings, mal nach Ambient-Folk, mal nach Post-Dubstep - ja, so weit sind wir 2010 wohl schon. Post-Dubstep = Dubstep angereicht mit Bleeps, Vocals, Akustikgitarren, Handclaps und sonstwas!? Eine Mischung, die durchaus ihren Reiz hat und teilweise auch jenseits des Dancefloors funktioniert. Den Bass solltet ihr trotzdem ordentlich reindrehen.

Konsequenterweise müsste dieser Blogeintrag also eigentlich folgendermaßen anfangen: "Das Post-Dubstep-Duo Mount Kimbie ..."

Mount Kimbie - Field (from Crooks & Lovers) by Hotflush

Andreya Triana - A Town Called Obsolete

Tolles Video mit Stereo-Fotografie-Effekten, herausragende Stimme von Andreya Triana, und ein vorfreudiger Blick auf ihr Solo-Debüt "Lost Where I Belong", das im August auf Ninja Tune erscheinen wird und von Bonobo produziert wurde. Remixes wird es unter anderen von Flying Lotus und Mount Kimbie geben, nicht die schlechtesten Namen. Und hört man zu Beginn nicht ganz leise die Stimme von Gilles P.?

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