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Caribou live in Frankfurt

Geschrieben von Matthias GutjahrMontag, 6. Dezember 2010
Caribou live im Mousonturm Frankfurt

Gestern Abend spielte Caribou im Frankfurter Mousonturm. Der kanadische Mathematiker und vor allem Musiker trat mit Band vor ausverkauften Haus auf, nachdem zuvor Barbara Panther eingeheizt hatte. Mount Kimbie haben ihre Tour leider abgebrochen und waren deshalb nicht am Start.

Das Fehlen von Mount Kimbie als "zweitem Headliner" war natürlich eine erste Enttäuschung, ein Zettel am Einlass wies lapidar darauf hin. Im Netz hatte ich zuvor nur Gerüchte gelesen, ein kurzer Hinweis auf Twitter oder Facebook wäre doch aber kein Problem gewesen, oder? Da man aber das beste aus solchen Situationen machen sollte, haben wir uns erstmal in den Mousonturm reingezwängt und kurz Barbara Panther angesehen, wie sie da so allein mit ihrem Laptop auf der Bühne stand und sang. Ihre von Matthew Herbert produzierte Empire EP finde ich gar nicht mal schlecht, aber live fehlte mir der Zugang zu ihrer Musik. Vielleicht auch, weil sie auf der großen Bühne doch recht verloren wirkte.

Ziemlich zügig ging es dann aber weiter mit Caribou. Daniel V. Snaith hatte Ryan Smith, Brad Weber und John Schmersal Mitmusiker dabei. Insbesondere Drummer Weber erwies sich von Beginn an als kongenialer Sparringspartner für Snaith und sorgte durchgängig für druckvolle Grooves. Caribou spielten so ziemlich alle Hits der Alben Andorra und Swim, interpretierten manche Passagen elektronisch experimentell, andere extrem noisegitarrenlastig, wobei ich gerade die zwei, drei Stücke in der Mitte des Konzerts, als Snaith seine Gibson SG umschnallte, am schwächsten fand.

David SnaithDer Sound war nämlich die meiste Zeit ziemlich gut, das sphärische der Musik und des Gesangs verband sich wunderbar mit dem Beat, so wie man es von den Platten kennt. Aber mit zwei Gitarren wurde der Sound irgendwie dumpfer, und plötzlich nervte auch das ständige, Mousonturm-typische Gequassel des Publikums ganz schön. Glücklicherweise bekamen Caribou aber wieder die Kurve und feuerten mit Sun eine grandiose Zugabe in den Saal. Das qualitativ äußerst bescheidene Foto oben habe ich ganz am Anfang mit der Handykamera geknipst. Rechts ist Herr Snaith zu sehen, wie er Merchandise an den Mann bringt.

Die Heimfahrt wurde mir übrigens von Robert Lug versüßt, der in seiner Sendung Voyager auf hr2 den Abend mit Ambient/Chillout-Sounds des Hamburger Kollektiv Turmstrasse (neues Album: Rebellion der Träumer) ausklingen ließ. Das passte aber sowas von.

JazzNotJazz Festival 2009

Geschrieben von Matthias GutjahrMontag, 9. November 2009
Boozoo Bajou

Was vor zwei Jahren zum ersten Mal im Frankfurter Mousonturm über die Bühne ging, wurde am vergangenen Samstag mit Erfolg wiederholt: Das JazzNotJazz-Festival, initiiert von INFRACom!s Jan Hagenkötter und DJ-Hansdampf Michael Rütten. Während sich das Programm bei der Premiere über zwei Tage streckte, standen diesmal an nur einem Abend drei Acts auf der großen Bühne der ehemaligen Seifenfabrik. Aufgelockert wurde das Festival zudem durch die phänomenalen JazzCoTech Dancers aus London und den Ausklang mit DJ-Sets der Veranstalter.

JazzCoTech

Eröffnet wurde der Abend von Boozoo Bajou, dem Nürnberger Downbeat-Produzenten-Duo, das seine Musik nun aber in großer Besetzung als vielköpfige Liveband präsentierte. Das ist gerade Trend (vgl. Jazzanova, Sonar Kollektiv Orchester usw.) und funktionierte nicht nur bei den neuen Songs vom aktuellen Album Grains ganz prächtig, weil die Arrangements auch toll auf den entspannten Sound abgestimmt waren. Der Versuch der Stuttgarter Dublex Inc., ebenfalls mit Band aufzutreten, war hingegen nur zeitweise erfolgreich. Zu rockig, mit weniger Funk als sie verdient gehabt hätten kamen die Songs teilweise rüber; möglicherweise war das genauso gewollt. Mich haben aber besonders die JazzCoTech Dancers fasziniert, vier britische Urban Street Fusion Jazz Dancer, die sich ihre Moves als Autodidakten beigebracht haben. Im Vereinigten Königreich finden regelmäßig sogar Contests statt, aber die Geschichte ist auch eine rein britische. Umso schöner, die Jungs auch mal in Deutschland zu sehen.

Alice Russell

Endlich kam ich am Samstag zudem in den Genuss, einem Konzert von Alice Russell beiwohnen zu dürfen, was mir vor zwei Jahren leider wegen Zeitmangels verwehrt geblieben war. Live ist Alice einfach sensationell gut, daher ließ das Publikum sie auch erst nach zwei Zugaben gehen. Neben vielen Songs ihres neuen Albums Pot Of Gold spielte sie auch viele ihrer älteren Hits wie "Fly In The Hand", "Hurry On Now" sowie ihre Covers von "Seven Nation Army" und "Crazy". Absolut fantastisch. Morgen Abend tritt sie übrigens in Münster auf, am Mittwoch in Berlin, nicht verpassen!

Das JazzNotJazz Festival 2009 war eine rundum gelungene Sache, auch wenn das kurzfristig anberaumte Twitterer- bzw. Last.fm-User-Treffen an der Bar nicht so recht funktioniert hat (beim nächsten Mal klappt es!). Immerhin habe ich mich nett mit dem Kollegen Jazzmadass unterhalten - ein Real Life-Treffen war schon lange überfällig ;-) Ich freue mich jedenfalls schon auf das nächste Festival. Bis dahin werde ich sicher noch das ein oder andere Konzert im Sinkkasten besuchen, bloß Tony Allen am Donnerstag schaffe ich leider nicht ....

jazznotjazz Festival in Frankfurt

Geschrieben von Matthias GutjahrSamstag, 1. Dezember 2007
jazznotjazz: Bühne im Künstlerhaus Mousonturm

Seit fünfzehn Jahren steht das Label INFRACom! als Markenzeichen für genreübergreifenden, weltoffenen NuJazz aus Frankfurt am Main. Aus diesem Anlass feiert sich das Label rund um Chef Jan Hagenkötter an diesem Wochenende selbst mit einem rauschenden Festival im Mousonturm: jazznotjazz. Neben zahlreichen Konzerten konnte man in der Cocktailbar "Altmeister" Michael Rütten beim Plattenauflegen lauschen oder Filme zum Thema ansehen, darunter die Premiere der Doku "Broken Vibes - Sound Of West London".

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Rock Action: Mogwai in Frankfurt

Geschrieben von Matthias GutjahrMontag, 11. September 2006
Mogwai am 06.09.2006 in Bologna (Foto von _Jer_)

Nach einem lässigen Northern Soul-Clubabend im Mainzer Red Cat war es gestern Abend mal wieder an der Zeit, sich die Gehörgänge kräftig durchpusten zu lassen: Mogwai gastierten im Frankfurter Mousonturm. Natürlich traf man wieder ein paar bekannte Gesichter, was zur familiären Atmosphäre des Gigs deutlich beitrug. Die Herren aus Glasgow ließen sich einige Zeit bitten, legten dann aber umso gewaltiger los mit dem Klassiker "Summer" vom 1997er Album Young Team. Es folgten 13 weitere Stücke inklusive zweier Zugaben und insgesamt fünft Tracks vom neuesten Werk Mr. Beast. Der Sound war top, und die Jungs hatten auch Lust zu spielen. Ich hab mich noch über die Anzahl der Laptops auf der Bühne gewundert, bei einer Band, die zum Teil mit drei Gitarren gleichzeitig rockt; würde mich mal interessieren, was da für Software lief. Laut war's jedenfalls und schön - ich muss ja gestehen, dass ich Mogwai gestern zum ersten Mal live sah und hörte. Leider war schon vor Mitternacht Schluss, etwas mehr hätte es schon sein dürfen. Heute Morgen waren schon die ersten Fotos auf Flickr, hier z.B. die Setlist. Heute Nacht muss ich dafür den verpassten Schlaf nachholen ;-)

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