Skip to content

Mulatu Astatke live in Frankfurt

Mulatu Astatke im Sinkkasten

Mulatu Astatke ist nicht erst seit Jim Jarmuschs großartigem Film Broken Flowers der bekannteste Vertreter dessen, was allgemein als "Ethio-Jazz" beschrieben wird. Damit ist eine musikalische Strömung gemeint, die etwa in den 1970ern damit begann, äthiopische Musik mit westlichen Jazz-Elementen zu verbinden. Ich habe Mulatu Astatke bereits im letzten Blogeintrag kurz erwähnt. Am Montag hatte ich das Vergnügen, den 65-Jährigen zusammen mit der britischen Funkband The Heliocentrics live im Frankfurter Sinkkasten zu erleben. Der Club war voller, als ich es an einem Montagabend erwartet hätte, aber dafür war das Publikum auch voll bei der Sache.

Die Heliocentrics sind eine super Band mit vielen Ideen und ungewöhnlicher Instrumentation, z.B. einem Cello. Und Mulatu Astatke? Mulatu ist zwar schon Mitte 60, aber hatte sichtlich Spaß an der Sache. Und er ist einfach ein genialer Musiker. Leider, leider war der Sound äußerst bescheiden, und von Astatkes Vibraphon-Spiel konnte man nur mit Mühe ein paar Töne erhaschen. Insgesamt hat sich das Konzert aber dennoch gelohnt. Neben Stücken vom neuen Album (das ich nach dem Konzert nicht auf Vinyl ergattern konnte - Mist!) gab es auch alte Hits, etwa das aus Broken Flowers bekannte "Yègellé Tezeta". Im übrigen war der Gig der Auftakt einer Konzertreihe von Jan Hagenkötter und Michael Rütten, die ich wohl nicht weiter vorzustellen brauche. Im April holen die beiden US3 nach Frankfurt, und auch von Jose James später im Jahr war zu hören. Hoffentlich können die beiden noch mehr interessante Künstler in den Sinkkasten locken.

Bei Flickr habe ich noch einige Fotos vom Konzert in Berlin zwei Tage später gefunden.

Amazon MP3 Download

Kein Aprilscherz! Ich habe lange darauf gewartet, und nun ist der Tag gekommen, da Amazon auch in Deutschland Musikdownloads anbietet. Die Preise sind nach meinem ersten Eindruck ganz in Ordnung, momentan gibt es - vermutlich als Eröffnungsangebot - viele so genannte "Top-Alben" für weniger als fünf Euro zu kaufen. Vermutlich wird sich das bald ändern. Dennoch scheint Amazon etwas günstiger zu sein als die meisten Alternativen und bietet offenbar MP3-Dateien mit 256 kbit/s zum Download an - versehen mit einem eindeutigen Wasserzeichen, um die Verbreitung in Tauschbörsen unattraktiver zu machen.

Natürlich musste ich das gleich ausprobieren und habe mir das Album Éthiopiques - Ethio Jazz & Musique Instrumentale 1969-1974 mit vielen Songs von Mulatu Astatke in den Warenkorb gelegt. Nach dem Einloggen ging es aber nicht direkt weiter zum Checkout, sondern ich bekam überraschenderweise das Amazon-MP3-Download-Tool zur Installation angeboten. Für Ubuntu (oder Alternativ für andere Linux-Distributionen) als Debian-Paket, das sich inklusive zweier Abhängigkeiten problemlos installieren ließ. Im Anschluss musste ich etwas nach dem mickrigen Link suchen, der mich zur Zahlungsbestätigung führte, konnte dann aber den Kauf abschließen. Der Download öffenete sich wunschgemäß im Downloader und rauschte sehr flink auf meine Platte. So muss das eigentlich immer funktionieren.

Screenshot vom Amazon MP3-Downloader

In den Vereinigten Staaten und, wenn ich mich nicht irre, auch in Großbritannien hat Amazon schon viel Erfahrung bezüglich des Download-Angebots sammeln können. Das kommt uns in Deutschland nun zu Gute. Bleibt zu hoffen, dass die Preise weiterhin auf einem erträglichen Niveau bleiben und das Angebot weiter ausgebaut wird.

tweetbackcheck