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Kamaal The Abstract

Neues PlattencoverDas legendäre dritte Studioalbum von Q-Tip, Kamaal The Abstract, ist nie veröffentlicht worden, weil Arista der Platte mangelnden kommerziellen Erfolg prophezeite. Daher wurde der für 2001/2002 vorgesehene Release des damals Abstractions betitelten Albums schlichtweg gecancelt, obwohl doch bereits Promo-Kopien an die Presse rausgegangen waren. Fans und Kritiker waren darüber gleichermaßen enttäuscht, war Q-Tip ihrer Meinungs damals seiner Zeit schon um einiges voraus; so richtig nachvollziehen konnte die Entscheidung des Labels niemand. Kopien von Kamaal The Abstract kursierten in den letzten Jahren allerdings hartnäckig in Fankreisen und im Internet. Schließlich wurde auf MySpace eine Initiative gestartet, die sich für die Veröffentlichung des Albums einsetzte.

Endlich, nach über sieben Jahren, kann nun der Erfolg vermeldet werden: Kamaal the Abstract wird offiziell morgen auf RCA veröffentlicht. Bei Spotify war die Platte bereits gestern gelistet und komplett durchzuhören; ich bin durch Zufall beim Herumstöbern darauf gestoßen [Danke an @miggedimo für die sachdienlichen Hinweise]. Manchmal geschehen eben doch noch Zeichen und Wunder, und Qualität setzt sich durch.

Potentielle MySpace-Killer

Seit Jahren wird nach Alternativen zur most ugly ever-Community MySpace gesucht, aber niemand konnte sich bisher gegen den Platzhirschen durchsetzen. So langsam scheint sich aber doch ein Wandel anzudeuten. Mittlerweile gibt es durchaus einige ernstzunehmende Optionen.

Der Musikdieb weist etwa auf Reverbnation hin, das im Zusammenspiel mit einem Blog und einer Fotoplattform viel bewirken könne. Und Bandcamp ist neben SoundCloud der neueste Favorit von u.a. Create Digital Music und wire to the ear. In Deutschland gibt es regioactive.de schon eine ganze Weile. Ich will mir nicht anmaßen zu beurteilen, welche die beste Plattform ist, um die eigene Musik zu promoten. Aber seht euch die genannten Plattformen einfach mal genauer an; es könnte sich lohnen. Am Ende muss aber jeder selbst entscheiden, welchen Aufwand er betreiben möchte oder kann und was einem am ehesten zusagt.

The Roots @ MySpace

Nachdem Rupert Murdochs News Corp. in diesem Jahr MySpace für knapp 650 Millionen US-Dollar gekauft hatte, wurde eine Reihe von neuen Features wie MySpace-Video oder MySpace-Comedy hinzugefügt, um die Plattform noch weiter promoten zu können und neue Märkte zu beackern. Die Inhalte dieser speziellen Produkte stammen allerdings nicht mehr von normalen Usern, sondern werden professionell für Werbezwecke erstellt. So auch bei The List. Unter dieser Brand werden Videomitschnitte von Live-Konzerten aus dem Roxy in Hollywood angeboten, eingebettet in etwas Band-Folklore. Nach Videos u.a. von Pharrell und NoFX sind nun Philly's Hip Hop-Heroen The Roots dran. Immerhin drei Songs vom neuesten Album Game Theory kann man sich in relativ guter Qualität ansehen und -hören: "Here I Come", "Game Theory" und "Don't Feel Right". Dazu kommen noch ein Videointerview mit Black Thought und ?uestlove und ein Feature über DJ Z-Trip. Alles ganz nett, doesn't even hurt the eye. Aber ich freue mich heute schon auf the real thing im Schlachthof Wiesbaden am 25. November! [via]

Gilles Peterson feels so good today

Gilles Peterson, der Godfather des Acid Jazz, will nun endlich die Meriten seiner unermüdlichen Arbeit in Form von baren £ einheimsen. Zu diesem Zweck haut er seit einigen Monaten regelmäßig umfangreiche Compilations raus (mit den Schwerpunkten Live-Sessions, Afrika, US-Amerika und demnächst schon wieder Brasilien ... welches Land ist als nächstes dran?) und releast die ersten Scheiben (z.B. Ben Westbeech) auf dem neu gegründeten eigenen Label Brownswood Recordings - natürlich erst, nachdem er sie vorab erfolgreich in seiner Radioshow getestet hat. Vorwerfen kann man ihm seine Geschäftstüchtigkeit nicht, ist ja alles qualitativ hochwertiges Zeug, was dabei rumkommt. Nur geht es mir so, dass ich seit seiner Omnipräsenz auf dem Plattenmarkt kaum noch in seine Radioshow reinhöre. Vielleicht ein Fehler, weil der Meister immer noch ein feines Gespür für gute Musik hat, auch wenn er sich mittlerweile gerne öfter aus seinem über die Jahre aufgebauten Artist-Netzwerk bedient. Jeder, der schonmal in seiner Show war, wird gespielt, eine Hand wäscht die andere. Auch wenn Nicole Willis vermutlich zum erstenmal da war. Ich habe aber den Eindruck, dass die vielen anderen Internet-Radioshows, die nicht mit der Unterstützung durch die BBC produziert werden, eine bessere Möglichkeit darstellen, Neues zu entdecken und den eigenen musikalischen Horizont zu erweitern. Trotz allem bleibt Gilles natürlich ... ähmtja ... der Pate. Zum Beweis hier ein Liveset zum Anhören und auch -sehen (zugegebenermaßen erkennt man nicht viel, aber der Wille zählt, oder?).

Jon Freer entdeckt neue Musik bei MySpace

Omega Love

Der umtriebige Jon Freer, der uns regelmäßig mit seinen präzisen Kurzbesprechungen neuer Alben, Compilations und Singles aus dem erweiterten NuJazz-Bereich beglückt, hat jetzt eine neue Rubrik für seine Reviews eröffnet. Er stellt ihm noch unbekannte Künstler vor, die er beim Stöbern auf MySpace entdeckt hat. Eigentlich eine gute Idee, den wer kämpft sich schon freiwillig durch den Wust von MySpace-Profilen — da ist eine fachkundige Vorselektion Gold wert. Vielleicht ist MySpace doch besser, als ich dachte? Jon Freer ist jedenfalls davon überzeugt: Myspace is great for hearing fresh music by your favourite artists, checking what they’re up to and even contacting them, as many maintain their own pages. However, I think the opportunity to unearth your next favourite music maker via myspace is even more exciting than hearing a demo of a storming Kaidi Tatham track….

MySpace Bashing

MySpace Logo

Wie schon öfter erwähnt, kann ich den Erfolg von MySpace nicht wirklich nachvollziehen. Oder vielmehr, ich kann für mich persönlich in MySpace keine attraktive Plattform erkennen, aber die Gründe, warum MySpace mittlerweile über 40 Millionen Anmeldungen bekommen hat, sind mir schon relativ klar. Auch Harald Staun spricht in der FAZ jetzt von einem Paradigmenwechsel durch MySpace (via Machtdose). Dieser zeige sich daran, dass die Künstler sich jetzt selbst vermarkten würden und Labels daher zunehmend obsolet würden; dass Bands wie My Chemical Romance mit ihrem Mainstream-Alternative-Sound angeblich allein durch MySpace ihre Karriere hätten beginnen können; dass sich durch diese Möglichkeiten die Lücke zwischen erfolglosen Künstlern und millionenschweren Stars schließen lasse; undsoweiter.

"MySpace Bashing" vollständig lesen
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