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Kutumba

Goldener Tempel in Patan, NepalRuhig geworden war es in letzter Zeit um Nepal, das sich Ende Mai offiziell von der Monarchie verabschiedete und die Republik ausrief. Die Ruhe ist durchaus als positives Zeichen zu sehen, erschütterte doch ein zwölf Jahre währender Bürgerkrieg zwischen aufständischen Maoisten und hinduistischen Monarchisten das Land und forderte viele Tausend Todesopfer. Nun sitzen sieben Parteien im Parlament, der ohnehin unbeliebte König musste abtreten, und die Hoffnung auf friedliches Zusammenleben keimt stärker denn je. Dieser Frieden, so brüchig er auch sein mag, bildet auch eine wichtige Grundlage für kulturelle Aktivitäten im Land.

Ich erzähle das alles, weil ich vor Jahren einige sehr schöne Wochen in Nepal verbrachte und heute bei SoundCloud auf Kutumba gestoßen bin. Wo sich größtenteils elektronische Musikacts tummeln, taucht plötzlich eine nepalesische Band auf, die in den Regalen der Musikläden unter Worldmusic einsortiert würde. Aber warum auch nicht, das Internet ist schließlich für alle da und kann im Sinne der Glokalisierung durchaus zum Erhalt lokaler Identitäten beitragen. Genau diese Bewahrung ist ein Ziel des Folk-Ensembles aus Kathmandu.

Kutumba is a folk instrumental ensemble committed to the celebration, research and preservation of the diversity that exists in indigenous Nepali music. Kutumba firmly believes that the richness in Nepali music is directly significant of the rich diversity that exists in the Nepali people.

Die Bewahrung musikalischer Traditionen in Entwicklungsländer kann eigentlich gar nicht hoch genug eingeschätzt werden, oder? Aber genug der großen Worte, ihr könnt ja einfach mal reinhören, vielleicht gefällt es ja. Ich für meinen Teil bekomme gerade riesigen Appetit auf Momos *lechz*

Ach so, wer noch mehr Fotos von Nepal und Kutumba sehen möchte, kann sich im Flickr-Stream der Band umsehen. Mal sehen, ob man irgendwie an eine ihrer CDs rankommen kann, ohne die horrenden Versandkosten aus Nepal zahlen zu müssen - mal abgesehen von der Frage, ob das Päckchen dann überhaupt ankommt.

Back from Berlin

Bin wieder zurück aus dem schönen, langen Wochenende in Berlin, wo ich mal so richtig schön rumnerden konnte ;-) Das BarCamp war wieder sehr intensiv und zum großen Teil interessant. Angefangen hatte es schon Freitag Abend mit einer kleinen Warmup-Party, wo ich mal wieder ein paar Leute im Real Life kennengelernt habe, die ich sonst nur in Twitter sehe. Auf dem BarCamp habe ich diesmal selbst eine Session gehalten, nämlich über die Vorteile der Blogsoftware Serendipity. Die Session fand eher in kleiner Runde statt und war eher preaching to the converted, aber schön war's trotzdem. Meine Fotos vom BarCamp gibt's übrigens hier bei Flickr.

Für den schönen Samstagabend bei lecker gegrillten Safranhähnchen möchten wir uns bei pEtEr und Nilo herzlich bedanken, das war einfach nur entspannt :-) Sonntags gab's dann Momos und andere nepalesische Spezialitäten im Restaurant Om (superleckere Erdnusssoße!). Am Montag hab icke mir nach all der Exotik dann aber mal eine Currywurst gegönnt, wa. Etwas Sightseeing war natürlich auch noch angesagt, aber da die Temperaturen schon sehr niedrig waren, hat sich das im Rahmen gehalten. Irgendwann muss ich unbedingt mal im Sommer nach Berlin - aber das sage ich schon seit Jahren!

Langeswochenendplanung

Während ich heute arbeiten musste, weil in Hessen kein Feiertag ist, habe ich ab morgen ein verlängertes Wochenende. Und das ist mit ordentlich Programm gefüllt. Morgen Nachmittag geht es lässig mit der Bahn nach Berlin, Ankunft hoffentlich rechtzeitig, um noch was von der Warmup-Party mitzubekommen, die das BarCamp Berlin 2 einläutet. Das BarCamp selbst am Samstag und Sonntag wird monströs, weit über 400 Teilnehmer werden die Köpfe zusammenstecken und sich bis zum Umfallen über nerdige, webzwonullige Themen austauschen. Ich selbst habe vor, eine kleine, feine Session über die Blogsoftware Serendipity zu halten, die unter anderem auch dieses Blog hier betreibt und zu der ich hin und wieder etwas PHP-Code beisteuere. Eventuell gibt es danach zum allgemeinen Amüsement eine Fun-Session, wo alle mal so richtig gegen Blogsoftware-Systeme ihrer Wahl wettern können; alternativ könnte es aber auch eine Planungs-Session für ein mögliches !WordPress-Camp 2008 geben. Aber ich will hier und jetzt nicht auf geekige Details eingehen. Wen das BarCamp interessiert, der kann sich während der Veranstaltung über das zentrale Wiki informieren, das kontinuierlich mit Informationen befüllt werden wird. Wahrscheinlich blogge ich auch live in meinem Zweitblog mit.

Ganz besonders freue ich mich auf das samstagabendliche Treffen mit Musikblogger-Kollege pEtEr in Kreuzberg. Danke nochmal für die Einladung! Ich bin gespannt, was wir alles aushecken werden ;O) Das Berliner Nachtleben werde ich vermutlich nicht so richtig intensiv genießen können, ich muss ja wieder früh raus, mal abwarten. Unbedingt wollen wir aber nepalesisch essen gehen! Es gibt mindestens drei nepalesisch-tibetische Restaurants, soviel ich weiß. Viel zu sehen gibt es in Berlin ja auch tagsüber, dafür bietet sich der Montag an. Beim Plattenshoppen muss ich mich dann aber etwas bremsen, sonst komme ich völlig pleite aus der Hauptstadt zurück. So, ich muss jetzt noch ein bisschen recherchieren, was man noch so alles machen kann und sehen muss. Bin für Tipps in den Kommentaren natürlich jederzeit empfänglich.

Nephop - Hip Hop aus Nepal

In Kathmandu

Nepal leidet seit Jahren unter innenpolitischen Spannungen, bedingt einerseits durch die Auseinandersetzung mit der maoistischen Guerilla, andererseits durch den autoritären Regierungsstil König Gyanendras, der vor vier Jahren das Parlement auflöste. Seit Wochen nahmen die Proteste der Parteien und der Demokratiebewegung gegen den König zu, unterstützt auch von den maoistischen Rebellen. Nun scheint der hinter Stacheldraht verschanzte Gyanendra erste Zugeständnisse gemacht zu haben und das Parlament wieder einsetzen zu wollen. In zahlreichen Blogs wird über die Demonstrationen berichtet: 1, 2, 3, 4.

Zu leiden hat, wie immer in solchen Fällen, vor allem die Bevölkerung. Doch es regt sich Widerstand nicht nur auf den Straßen, sondern auch in der Musik. Unter dem Begriff Nephop lässt sich eine nepalesische Underground-Hip Hop-Bewegung zusammenfassen, die allerdings hauptsächlich von Kanada und den USA aus vorangetrieben wird. Künstler wie Aroz oder DJ AJ greifen die gesellschaftlichen Probleme ihres Herkunftslandes auf und sind damit nicht nur in Nepal erfolgreich. Die virtuelle Nephop-Community trifft sich im Forum von KTM Rapz. ... So können Stunden vergehen, wenn man sich doch eigentlich nur über die aktuelle Lage in Kathmandu informieren wollte. Und man hat wieder was gelernt ;O) Hier noch der Soundtrack zum Blogeintrag:

Aroz - Killin Terraces

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