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DAM: Rap aus Palästina

Gerade habe ich in den Kulturnachrichten auf Deutschlandradio Kultur die Meldung über einen Hip Hop-Track aus Palästina gehört, der Ehrenmorde an palästinensischen Frauen anprangert. In der Meldung hieß es:

Nach Angaben einer Frauenrechtsgruppe wurden allein seit Jahresbeginn im Westjordanland mindestens elf junge Frauen mit Verweis auf die Familienehre von nahen Verwandten umgebracht. Die männlichen Täter müssen meist nur mit symbolischen Strafen rechnen.

Also schnell die Infos ergooglet. Das zum Track "If I Could Go Back In Time" gehörige Video von DAM wurde gemeinsam mit den Vereinten Nationen in Ramallah vorgestellt. Die "palästinensischen Hip Hop-Pioniere" haben den Song zusammen mit der Sängerin Amal Murkus aufgenommen, die in ihrer Musik palästinensische und arabische Folklore in aktuelle Popmusik einfließen lässt und auch für feministische Positionen eintritt. Deswegen ist sie in Israel Anfeindungen sowohl von jüdischer als auch von islamischer Seite ausgesetzt.

Mit am Video beteiligt war auch Jackie Salloum, Regisseurin von "Slingshot Hip Hop", einer Doku über Hip Hop in den Palästinensischen Autonomiegebieten, die auch schon auf dem Sundance Film Festival gelaufen ist. Kommt auf meine To-Watch-Liste. Hier aber erst mal DAM feat. Amal Murkus - If I Could Go Back In Time (Lyrics auf Englisch hier):

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Nahöstliche Beats

Wegen Kyrill und ProblemStoiBär ist der Konflikt bzw. Friedensprozess zwischen Israelis und Palästinensern in der öffentlichen Wahrnehmung etwas in den Hintergrund gerückt. Kommt aber garantiert wieder. Bis dahin lohnt es sich vielleicht, die Region mit einem kulturellen Blick zu betrachten. Diesen Blick lenken wir zunächst auf den Film SlingShot Hip Hop - The Palestinian Lyrical Front [via]. Der Titel kommt ziemlich martialisch rüber, aber der Film will eigentlich bloß das alltägliche Leben junger palästinensischer Rapper dokumentieren. Ein Trailer ist schon online, obwohl der Film noch gar nicht fertig ist; und ob er jemals nach Deutschland kommt, ist natürlich auch fraglich. Vielleicht läuft er irgendwann auf Arte. Immerhin finden sich auf der zugehörigen Site jede Menge Links zum Thema. Womit wir nach Israel hinüberwechseln zu Kutiman, dessen vom Afrobeat beeinflusster Sound in der letzten SNC-Ausgabe vorgestellt wurde. Sein Track "No Groove Where I Come From" kokettiert frech mit seiner Herkunft und ist auf der empfehlenswerten Compilation More MPM Music von Melting Pot Music vertreten. Definiert das Genre nicht gerade neu, geht aber gut ab, wie sich auch der Rest der Compi lohnen dürfte.

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