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David Rodigan beim Sónar Festival

David Rodigan cc-by-nc-sa asselbande

Das Set von David Rodigan war eins der Highlights auf dem Worldwide Festival. Rodigan ist nicht nur einer der bewandertsten Reggae- und Dancehall-DJs weltweit, er ist selbst einer der größten Fans dieser Musik, er predigt den Offbeat live und im Radio und lehrt die Wurzeln des Sounds. Dabei sieht man es Rodigan, dem 60-jährigen weißen Briten mit dem schütteren Haar auch auf den zweiten Blick nicht an, dass er bei Sound Clashes die etabliertesten Soundsystems "vernichtet". Der Mann ist ein Phänomen.

Und er hat viele Geschichten zu erzählen, so geschehen vor kurzem bei Gilles Petersons Worldwide auf BBC Radion 1. So geschehen auch auf dem Worldwide Festival und auch auf dem Sónar in Barcelona. Letzteres Set haben dankenswerterweise die Leute von Boiler Room und der Red Bull Music Academy mitgeschnitten. Im Prinzip war seine Botschaft bei beiden Festivals die selbe. Das mag vielleicht etwas anstrengend sein beim Zuhören, weil er viele Songs nur kurz anspielt. Aber wer sich auf seine Stories einlässt, wird sehr gut unterhalten.

Den Mitschnitt gibt es auch als reines Audio auf Soundcloud, so toll ist die Videoqualität ja nicht. Falls ihr die Gelegenheit habt, Rodigan live zu sehen, nutzt sie unbedingt. Bis dahin hört seine Radiosendung oder eben mindestens das hier verlinkte Set.

Foto: David Rodigan, cc-by-nc-sa von asselbande.

Four Hits In Fine Style - Soul Meets Reggae

Cover

Bei sommerlichen Temperaturen wie gerade chille ich ja gern mal im Grünen und brauche dafür natürlichen den richtigen Soundtrack. Der sollte sehr entspannt sein, und da drängen sich Dub und Reggae ja förmlich auf. Die Four Hits In Fine Style EP von Give Thanks Records kommt da wie gerufen, denn sie enthält fünf offbeatige Versionen von Soul-Klassikern der Damen und Herren Ross, Gaye und Jackson bzw. The Supremes. Hätte auch schiefgehen können, ist aber super geworden! Eine Qualitätsempfehlung von alohastone.

Rocksteady - The Roots Of Reggae

Stranger Cole

Gestern mal wieder im ganz wunderbaren Wiesbadener Kino Caligari gewesen und "Rocksteady - The Roots Of Reggae" gesehen, eine musikalische Reise ins Jamaica der Sechziger Jahre, als Rocksteady seine große Zeit hatte zwischen Ska und Reggae und einen kurzen, aber weltweiten und nachhaltigen Siegeszug antrat. Vierzig Jahre später trafen sich Rocksteady-Größen wie Stranger Cole, Dawn Penn, Derrick Morgan, Ernest Ranglin, Hopetown Lewis, Judy Mowatt, Sly Dunbar und viele mehr zu einem Rocksteady-Revival nach dem offensichtlichen Vorbild Buena Vista Social Club. Nur dass Hits wie "You Don't Love Me (No, No, No)", "By The Rivers Of Babylon", "Tide Is High" oder "Tougher Than Tough" die Popmusik bis heute deutlich stärker prägten als die kubanischen Songs.

1962 erlangte Jamaica die Unabhängigkeit von Großbritannien, und Rocksteady wurde in einer euphorischen Atmosphäre groß. Die Probleme auf der Insel zeigten sich aber in den Shantytowns und den Rudeboys, die auch in den Rocksteady-Songs immer wieder thematisiert wurden. Wer popmusikalisch interessiert ist, etwas über die Geschichte Jamaicas erfahren möchte oder sich ganz einfach einen guten Musikfilm ansehen möchte, sollte Augen und Ohren offenhalten, ob der Film vielleicht in einem (Programm-)Kino in der Nähe läuft. Oder sich CD bzw. DVD zulegen. Mehr Infos gibt's auch auf Facebook.

The Black Seeds live in Frankfurt

Wie bringe ich acht Musiker aus Neuseeland mitsamt ihren Instrumenten auf einer Bühne von etwa zehn Quadratmetern unter? Und wie schaffe ich es dann, dass der Sound in einem Keller mit niedriger Decke die Zuhörer in die Weite des Südpazifik trägt? Im Frankfurter Unity hat gestern Abend beides funktioniert, was nicht nur an den schweißtreibenden Temperaturen lag, sondern vor allem an der Musik der Black Seeds, jenes achtköpfigen DubReggaeFunk-Monsters aus Wellington, dessen viertes Album Into The Dojo gerade in erst Europa veröffentlicht wurde. In Neuseeland schon eine erfolgreiche Größe, dürften sich die Kiwis auch hierzulande eine vielleicht gar nicht mehr so kleine, aber feine Fangemeinde erspielt haben.

Kings Of Reggae

BBE informiert uns über den neuesten Release aus der "Kings Of ..."-Reihe. David "RamJam" Rodigan (der Mann ist maaaaad!) und Shaun Pizzonia aka Sting International haben auf zwei CDs ihre All-Time-Reggae-Favorites zusammengestellt. Erwartet auf Kings of Reggae aber bloß keinen Bob Marley, keinen Desmond Dekker, keine Toots & The Maytals; dafür Klassiker und weniger Bekanntes von Burning Spear, Jimmy Cliff, Marcia Griffiths, Ini Kamoze, Yellowman oder Luciano. Eine erlesene Selection jedenfalls, und wer dabei erst richtig auf den Geschmack der Offbeat-Sounds kommt, der kann ja mal bei den Studio One-Releases von Soul Jazz Records vorbeischauen, da gibt's jede Menge Top-Material aus Jamaica.

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