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Things will never ...

… be the same again!, so prangt es am Eingang zur neugestalteten Labelseite der Berliner Kitty-Yo. Das alte Design war zum Verlieben, gemacht mit genauem Blick für Details. Das neue ist Web 2.0: Blog; Tagcloud (häufigster Tag: digital); Direktlinks zu Kitty-Yo bei YouTube, MySpace, iTunes, flickr, last.fm; viel Freiraum in weiß; überall Kommentarmöglichkeiten; aber auch ein Podcast, den ich nicht abonnieren kann, weil der Weg mal wieder über iTunes führt (ärgerlich). Die wichtigste Neuerung ist allerdings, dass Kitty-Yo nun komplett auf digitale Distribution setzt, d.h. alle neuen Releases werden als MP3s verkauft (den gleichen Weg geht übrigens das US-Label Ropeadope).

Die ersten beiden Releases unter der neuen Strategie kommen Ende März/Anfang April von Chikinki bzw. Tomboy (Remixer) und The Tape vs. RQM. Erstere machen eigentlich ja so Electro-Rock, ihr Track "Assassinator 13" wird aber auf der "Single" von Tomboy dancefloor-tauglich geremixt. Mir ist das ja zu sehr 4-to-the-floor, aber hört selbst (1, 2 [Real Audio]). Viel besser läuft mir das Mini-Konzept-"Album" Public Transport von The Tape vs. RQM rein: Experimenteller Elektro-Folk-Hip Hop der angenehm unaufgeregten Sorte, die Beats kommen aus Berlin, der Rap aus New York. Erinnert entfernt an Ninja Tunes Fink oder Ammoncontact, falls solche Vergleiche überhaupt angebracht sind. Hier gilt der Hörbefehl: "Innocent (Estonji Remix)" und "Public Transport". Can't wait for April, baby! Ach, noch was: Public Transport kommt doch auch analog raus, auf einhundert von Künstlern gestalteten Kassetten, erhältlich nur am 17. März im Berliner SupaLifeKiosk. Also doch nicht das Ende von analog.

Update 21.02.2007: Lesenswertes Interview mit Kitty-Yo-Labelchef Raik Hölzel in der taz.

Das ist das Ende von Vinyl

Seit Einführung der CD Anfang der 1980er Jahre wurde das Vinyl immer mal wieder totgesagt. Und es stand zehn Jahre später wohl auch kurz vor dem Kollaps, hätten ihm nicht Enthusiasten und DJs die Treue gehalten. Nun bricht eine weitere Evolutionsstufe an. Das US-amerikanische Indielabel Ropeadope, auf dem unter vielen anderen King Britt, Medeski, Martin & Wood und das Antibalas Afrobeat Orchestra ihre Alben veröffentlichen, hat angekündigt, Neuheiten künftig nur noch MP3s zu releasen. Bei Wired nennt Labelgründer Andy Hurwitz als einen der Gründe, We've seen our traditional sales plummet and our digital sales skyrocket. Abgesehen von einer begrifflichen Unschärfe (CDs sind ja auch digital) stellt sich die Frage nach dem Format. Zum einen, ob wirklich nur MP3s angeboten werden oder auch OGGs oder verlustfreie Formate wie FLAC (auf der Webseite sind einige M4A-Dateien zu finden). Zum anderen, ob das Format des Albums in Zeiten digitaler Downloads noch zeitgemäß ist. Ich persönlich bin ja immer noch der Typ, der sich komplette Album oder 12″s runterlädt, aber ich kenne eine Menge Leute, die sich lieber hier und da ausgewählte Tracks downloaden, auf die sie gerade abfahren. Man darf gespannt sein, wie Ropeadope mit der neuen Strategie fährt. Als Teaser für Ropeadope Digital gibt es jedenfalls schonmal einen Sampler mit sieben neuen Künstlern, der kostenlos angeboten wird.

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