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Otomata

Screenshot Otomata

Schon länger kein Tool mehr gepostet zur spielerischen Generierung und Visualisierung von Musik, wie beispielsweise Otomata. Bereits vor einigen Tagen wurde das browserbasierte Tool releast, nun bin ich bei CDM und bei Breitband noch einmal darauf gestoßen und habe ein wenig damit herumgespielt (hier mein allererster Versuch). Die Bedienung ist kinderleicht, und das Ergebnis hört sich fast immer richtig gut an.

Otomata ist ein neun mal neun Felder großer Grid-Sequencer und wurde von Batuhan Bozkurt aus Istanbul in HaXe programmiert. Die aktiven Felder können sich in vier Richtungen bewegen und erzeugen bei jedem Aufprall Töne. Das sieht bisweilen chaotisch aus, ist aber umso faszinierender. Schaut euch die kurze Video-Anleitung unten an und legt dann selbst los. Gern könnt ihr eure Kompositionen in den Kommentaren posten. Zur Inspiration gibt's jede Menge Resultate bei reddit. Und jetzt: Go!

Audiotools mit HTML5 und Audio Data API

Visualisierung, erzeug mit visualizer.fm

Wer jetzt schon eine Vorabversion von Firefox 4 oder eine aktuelle Entwicklerversion von Google Chrome bzw. Chromium installiert, kann sich mit täglich neue Demos vergnügen, welche neu eingebaute Technologien verwenden. So gibt es mittlerweile viele Browserspiele, die HTML5, CSS3 und insbesondere das Canvas-Element benutzen. Kommt dann noch Javascript dazu, sind die Möglichkeiten beinahe unbegrenzt. Zumindest wird klar, dass Anwendungen, die bisher nur mithilfe von Adobe Flash liefen, bald auch nativ im Browser laufen werden - ganz ohne Plugins.

Für uns Musikenthusiasten gibt es eine ganz besonders interessante Neuerung: Das Audio Data API! Grundsätzlich bietet HTML5 ja zwei neue Elemente für Multimedia-Inhalte an: <video> und <audio>. Deren Implementationen, vor allem die des <video>-Elements, unterscheiden sich momentan noch von Browser zu Browser, aber das ist ein anderes Thema. Mit dem Audio Data API stellt der Browser eine Schnittstelle nicht nur zum Abspielen von Musik, sondern auch zur Weiterverarbeitung von Musikdaten zur Verfügung.

So können vom Browser viele Metadaten eines Musikstücks, sprich Sample-Rate oder Anzahl der Kanäle, ausgelesen werden. Andererseits können aber auch Töne erzeugt und bearbeitet werden. Wer sich für die technischen Details interessiert, kann sich die vorläufige Spezifikation ansehen. Einige Entwickler bieten bereits Bibliotheken an, die die Programmierung von Audio-Anwendungen im Browser vereinfachen. Aber genug über die Technik geschrieben, im folgenden stelle ich einige interessante Demos vor.

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Splice: Sequencer im Browser

Ich sitze schon den ganzen Vormittag fasziniert vor Splice und schiebe funky Basslines, Rhodes Pianos und Drumsounds umher. Was man mit einem Sequencer halt so macht. Der Hammer ist halt, dass Splice komplett in Flash 9 realisiert wurde und damit innerhalb des Browsers läuft. Und das sogar ziemlich gut (auch unter Linux). Peter Kirns längeres Interview mit Bram de Jong, dem Chefentwickler von Splice, hat mich endgülitg dazu gebracht, dass Teil mal auszutesten. Aber bevor ich auch noch den Rest dieses sonnigen Samstags vor dem Rechner verbringe, fasse ich hier schnell die wichtigsten Punkte zusammen.

Splice erlaubt es ohne besonderen Aufwand, kurze Tracks zusammenzubasteln, zu speichern, zu veröffentlichen (unter wählbarer Creative Commons-Lizenz) und anderen Usern zu ermöglichen, die Tracks wiederum zu remixen. Die heutzutage obligatorischen Community-Features (Friends, Discussions, Votings usw.) fehlen natürlich nicht, außerdem werden wohl ab und an Contests veranstaltet - momentan scheint allerdings keiner zu laufen. Neben kompletten Tracks können auch einzelne Sounds eingestellt werden. Außerdem greift der eigentliche Sequencer mittels einer Suchfunktion problemlos auf die Datenbank des Freesound Project zu. Man kann also sofort loslegen, ohne sich zunächst um eigene Sounds Gedanken machen zu müssen.

Regelmäßig werden im Splice Blog Tipps und Tricks veröffentlicht, Einsteiger sollten sich zuerst das Tutorial auf YouTube ansehen. Fortgeschrittene können sich dann im Forum austauschen. Das Projekt macht schon einen ziemlich ausgereiften Eindruck und sollte auch kleinere Produktionen ermöglichen, die über reines Funbasteln hinausgehen. Wer ernsthaft komplexere Tracks bauen möchte, sollte wahrscheinlich doch auf einen "richtigen" Desktop-Sequencer ausweichen, aber zum Ausprobieren, Kontakte knüpfen und Feedback erhalten ist Splice sicherlich die momentan beste aller Optionen.

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