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Worldwide Family Vol. 1

Album-Cover von Worldwide Family Vol. 1

Als DJs und Produzenten sind Lefto und Simbad seit langem Teil des Inner Circle von Gilles Petersons Brownswood Recordings und seiner Worldwide Family. Die heißt so in Anlehnung an die BBC Radio One-Sendung Worldwide, der eine eingefleischte Fangemeinde seit über zwölf Jahren spätabends lauscht. Der Belgier (Lefto) und der französische Wahl-Engländer (Simbad) verfügen über - klar - weltweite Connections zu zahlreichen Producern und DJs und haben diese um Tracks für eine Compilation gebeten. Unter dem Titel "Worldwide Family Vol. 1" ist nun ein Doppelalbum mit 27 Songs erschienen, das den Anfang einer längeren Serie bilden soll.

Wer ist mit drauf? Vertraute Namen wie Seiji, Zed Bias & Eddy Ramich, Greymatter sind die Ausnahme; von TOKiMONSTA, Exile oder Onra mag mancher auch schon gehört haben; aber Dela & The Headlesshunters, Karlmarx, Harrison Blakoldman oder Kalbata dürften nur Spezialisten bekannt sein. Aber das könnte sich bald ändern.

Analog zu den Herkunftsländern ist der Sampler auch stilistisch vielfältig, wobei das musikalische Epizentrum wie nicht anderes zu erwarten in London liegt. Jazz und Hip Hop, Soul und Techno sind nur die vier Grundpfeiler, die ein komplexes Bauwerk stützen: aus Future Bass, Leftfield Beats, UK Funky, Dubstep, Digital Dancehall, Broken Beat und weiteren wilden Mischungen, für die noch gar keine Genrebegriffe existieren.

Worldwide Family Vol. 1 gibt einen essentiellen Ausblick auf das, was uns im Jahr 2011 erwartet. Auch weil es den Charakter eines ausgefeilten Mixtapes hat, ist es kein Überalbum geworden. Aber eben wie ein Mixtape bietet es eine Fülle musikalischer Entdeckungen, deren intensivere Erforschung durch uns Musiknerds lohnt. Jeder einzelne Track markiert eine eigene Route auf der Weltkarte beats-getriebener elektronischer Musik.

Reinhören jetzt:

Tracklist, alle Infos und Shopping direkt bei Brownswood Recordings.

CDR Berlin

In London gehören die CDR-Nights im legendären Club Plastic People schon längst zu den angesagtesten Events in town. Vermutlich hört man nirgendwo sonst so freshe Tunes und upcoming Producers, die vielleicht morgen schon den Durchbruch schaffen. Die CDR-Reihe bietet also der Speerspitze der musikalischen Entwicklung Englands eine Bühne. Und das funktioniert, indem Musiker ihre CD-ROMs bei Tony Nwachukwu (Attica Blues) einreichen oder übers Internet hochladen. Diese Musik beschallt dann einen Abend lang den Club:

From the confines of music manifested within laptops, bedroom studios, sampling sequencers and digital multi-tracks. Music producers can at last air their tunes to a like-minded audience within the setting of an intimate venue.

Mittlerweile wurde das Konzept auch schon in weitere Städte wie etwa Birminigham getragen, und am Donnerstag war endlich Berlin an der Reihe. Das Line-Up der ersten deutschen Ausgabe im Tape-Club hatte es in sich: Tony Nwachukwu, Simbad, Alex Barck und Dirk Rumpff gaben sich bei freiem Eintritt die Ehre und ihre Meinung zu den eingereichten Produktionen preis. Die de:bug merkt übrigens an, dass sich der Tonfall des deutschen Infos doch sehr vom originalen englischen unterscheidet. Sei's drum, es ist das Konzept, das zählt, und das hört sich doch wirklich spannend an. Ich glaube mich an eine Worldwide-Sendung von Gilles Peterson erinnern zu können, in der diverse Tracks englischer Producer vorgestellt wurden, die zum ersten Mal während einer CDR-Session liefen; und da war sehr viel Gutes dabei. Über die Berliner Ausgabe konnte ich bislang leider nichts weiter in Erfahrung bringen, keine Fotos auf Flickr, keine Berichte … war zufällig jemand von euch dort und kann erzählen, wie es war? Würde mich sehr interessieren!

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