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Juke: Neue Musik-Streamingflat von Media-Saturn

Juke

Zurzeit ist IFA in Berlin, und daher schießt die Zahl der neuen Geräte und Dienste der elektronischen Unterhaltungsindustrie in die Höhe. Mit Juke stellt die 24-7 Entertainment GmbH, die ein Teil der Media-Saturn Holding ist, einen neuen, legalen Musik-Streaming-Dienst für Deutschland vor. Ähnlich wie bei Simfy, Spotify, Musicload Nonstop und Napster kostet der Zugriff auf laut Pressemitteilung 13 Millionen Titel von 80.000 Labeln monatlich 10 Euro. Wird das Abo beendet, kann auch die Musik nicht mehr angehört werden.

Zusätzlich zum Online-Streaming ist auch das lokale Speichern von Titeln möglich, um sie auch ohne Internetverbindung anhören zu können. Allerdings dürfte es kaum möglich sein, sich Tausende Musikstücke auf die Platte zu ziehen, und nach Kündigung des Dienstes dürften diese auch nicht mehr verwendbar sein. Ich gehe davon aus, dass dann ein DRM-Mechanismus greift.

Bei Juke kommt das von Dolby entwickelte Dateiformat Pulse zum Einsatz, das bei niedriger Datenrate (160 kbit/s) noch eine gute Qualität bieten soll; für weitere Details empfehle ich dieses PDF. Die Musik wird im Browser abgespielt, es gibt aber auch Apps für Android und iPhone. Zusätzlich sollen Geräte des HiFi-Herstellers Sonos den neuen Dienst unterstützen.

Prinzipiell wurde also an alles gedacht, und offenbar ist es ja doch möglich, sich mit GEMA und Labels zu einigen - was Spotify und YouTube bisher nicht gelingt. Außerdem ist es schön, dass die Familie der Streaming-Dienste hierzulande Zuwachs bekommt. Musik-Streaming mag nicht jedem gefallen (man lese sich nur mal die Kommentare unter dem heise-Artikel durch), aber ich finde es super, jederzeit Zugriff auf fast alle Musik zu haben. Wenn mir etwas wirklich am Herzen liegt oder es tatsächlich dort nicht verfügbar ist, kaufe ich mir eben den Download oder Vinyl.

Juke, und da stimme ich Martin Weigert von netzwertig.com zu, ist ein solides, aber in keiner Weise revolutionäres kostenpflichtiges Angebot zum On-Demand-Streaming von Musik. Anders als z.B. Spotify, die mithilfe ihres API bereits zahlreiche Anwendungen Dritter ermöglicht haben, bietet Juke keine Schnittstellen für Programmierer an. Auch die Anbindung an Soziale Netzwerke fehlt. In Sachen Sexiness ist Spotify den deutschen Konkurrenten daher um einiges voraus - nur eben hier nicht nutzbar.

Gern hätte ich jetzt und an dieser Stelle ein paar Screenshots in eingeloggtem Zustand gezeigt und etwas detaillierter über die Bedienung von Juke berichtet, aber leider scheint der Dienst gerade etwas überlastet zu sein. Die Double-Opt-In-Mail wird mir jedenfalls seit Stunden nicht zugestellt. Ich hole das bei Gelegenheit nach.

Qriocity: Neue Musik-Flatrate

Qriocity LogoWas Spotify bekanntlich nicht geschafft hat, nämlich sich mit der GEMA auf ein Lizenzmodell zu einigen, gelingt immer mehr anderen Diensten. Nach Simfy und Napster macht jetzt Omnifone vor, dass es geht, und sogar noch umfangreicher. Der Unterschied zu den bisherigen Diensten liege "in der stark plattformübergreifenden Natur des Omnifone-Angebots" und gelte auch für zukünftig noch zu entwickelnde Angebote. Auf deutsch: Spotify muss sich langsam warm anziehen bzw. in die Puschen kommen.

Omnifone kooperiert nämlich mit einigen großen Playern wie Vodafone, HP und Sony. Letztere haben auch schon ein Angebot draußen: Qriocity. Das ist der Video- und Musikstreamingdienst von Sony, der auf so ziemlich allen neueren Sony-Geräten läuft, sofern sie Netzwerkanschluss haben, aber auch im Browser. Und Qriocity kann jetzt auch in Deutschland abgehen.

Screenshot der Qriocity-Seite
Qriocity von Sony läuft im Browser

Da zufälligerweise eine PS3 hier rumsteht, und ich damit schon einen Sony-Account habe, bin ich gleich mal zur Tat geschritten und habe mich (aus curiosity) bei Qriocity eingeloggt. Die Seite wirkt ziemlich aufgeräumt. Ganz oben ist eine Playerleiste, darunter eine Art Coverflow-Bereich. Auch ohne Anmeldung kann man 30-sekündige Clips anhören, was sich nach dem Einloggen nicht ändert. Erst wenn man ein Bezahlabo abschließt, hat man Zugriff auf komplette Titel.

Abos gibt es in zwei Varianten: Basis für 4,99 € und Premium für 12,99 €. Die Premium-Variante ist damit etwa 1/3 teurer als vergleichbare Dienste. Erhält man dafür aber auch mehr Leistung? Schwer zu sagen. Bei der Größe der Musiklibrary ist von etwa 6 Millionen die Rede. Das sieht bei der Konkurrenz ähnlich aus, wobei die Quantität ja noch nichts über die Qualität aussagt. Inhaber des Basis-Abo können sich jedoch nur von vorgefertigten "Kanälen" beschallen lassen. Wer gezielt nach Titeln sucht, bekommt immer noch 30-Sekunden-Clips vorgespielt. Oder wechselt zur Premium-Variante mit Komplettversionen.

Bildschirmfoto der PS3
Sony mag Großbuchstaben: So sieht der Startscreen auf der Playstation 3 aus.

Die Leistung der Basisversion gibt's allerdings anderswo auch kostenlos - zur Berieselung taugen auch Internetradios oder last.fm. Premium wiederum ist relativ teuer Aber wer einen Sony-Gadgetpark zuhause hat, kann auf allen Geräten seine Musik genießen. Für mich persönlich lohnt sich das trotz Playse irgendwie nicht, aber ich habe sowieso eine Abneigung gegen Sony und ihre traditionelle, Apple-eske walled garden-Politik ;P Aus deren Sicht ist das Ding natürlich groß. Das Playstation Network hat bereits jetzt eine Userbase 60 Millionen Mitglieder, und ein guter Teil von ihnen dürfte sich wohl auch für den neuen Musikdienst interessieren.

Was war sonst so?

In den letzten Tagen ist hier nicht viel passiert, außer dass ich wieder viel über exotische Arzneimittel lernen durfte, die mir in Spam-Kommentaren angepriesen wurden. Davon habt ihr glücklicherweise nichts mitbekommen müssen. Aber natürlich steht das Leben, auch das echte Leben im Netz, nicht still. Immerhin ist dieses kleine Blog noch unter www.numblog.de zu finden, anders als Renés Nerdcore, dessen Domain gepfändet wurde. Was für einige Aufregung gesorgt hat.

Dann kam heute die Meldung rein, dass der Musikdienst Simfy, also quasi das deutsche Spotify, einen Deal mit Kabel Deutschland geschlossen hat. Zum Triple-Play für knapp 9 Millionen Kunden kommt jetzt also noch eine Art Musik-Flatrate dazu. Nur leider wohne ich in Unitymedia-Gebiet, und die bieten das so AFAIK nicht an. Ich habe noch 4 Tage, um bei 1&1 zu kündigen. Hat jemand eine Meinung zu Unitymedia-Tripleplay?

Musikalische Entdeckungen gab es natürlich auch noch. Zum Beispiel dieses knallermäßige Mashup von den AfroBeatles: "Fela Meets The Boys From Bristol" mixt Fela Kutis Afrobeat und die frühen Beatles zusammen, was nicht immer so gut funktioniert, wie beim folgenden Track, aber der ist schon verdammt gelungen:

Und dann sind da noch diese vier Jungs aus London, die sich United Vibrations nennen und die ich nur zu gern live erleben würde. Aber das habe ich ja drüben schon geschrieben. Posaune, Sax, Drums, Bass. Geht ab!

Neues von Simfy und Juno

In Sachen Kauf von Musikdateien übers Internet bin ich auf zwei Weiterentwicklungen gestoßen. Simfy.de, einen Preisvergleich für Online-Musikshops, hatte ich vor einem Vierteljahr schon einmal angesehen. Jetzt berichtet Filter27 über Simfydj.com, eine für DJs und den Bereich der elektronischen Tanzmusik maßgeschneiderte Variante des Dienstes. Das Logobunny trägt nun coole Sunglasses, Preise werden auf Wunsch in € umgerechnet, und die Auswahl der Shops wurde genregerecht zugeschnitten und umfasst auf den ersten Blick alle wichtigen Optionen, sprich Shops. Wer regelmäßig MP3s über Netz kauft, sollte sich Simfy DJ unbedingt bookmarken.

Schon vor fast genau einem Jahr habe ich hier im NUMBlog gemeldet, dass der bekannte britische Plattenversand Juno Records einen Downloadbereicht plant. In der Zwischenzeit ging Juno Download online und ist einer der am professionellsten gemachten Onlineshops in diesem Bereich: MP3s gibt es in zwei Qualitäten (192 und 320kBit/s), wahlweise benachrichtigen ein RSS-Feed oder ein E-Mail-Newsletter über Neuerscheinungen, die Suchfunktion funktioniert bestens und sehr interessant sind auch immer die Verkaufscharts und die Übersicht über die New Releases der letzten acht Wochen (die letzten drei Links beschränken sich hier auf die Kategorie Broken Beat). Einziger Wermutstropfen: das britische Pfund ...

Simfy.de - Preisvergleich für Musikdownloads

Einen ersten Schritt hin zu einem brauchbaren Preisvergleich für Musikdownloads stellt die Meta-Suchmaschine Simfy.de dar. Bisher werden folgende Onlineshops durchsucht: AOL, Mediaonline, Medionmusic, Musicload, OggStar, Finetunes, freenet, Saturn, plattenladen.tv, o2 Music, four music, Kiddo Records, fine.Records, yomama, Bleep. Das soll nach Angaben der Gründer Steffen Wicker und Christoph Lange, beide BWL-Studenten in Mannheim, erst der Anfang sein; die Integration von z.B. iTunes sei bereits in Arbeit. Funktioniert schon sehr gut, habe ich den Eindruck, allerdings ist die Auswahl trotz 1,2 Mio. Titel noch nicht so umwerfend, was vermutlich an den durchsuchten Online-Shops liegt. Teilweise sind das ja nur Labelshops, aber schön, dass Bleep dabei ist. Das kann also was werden, wobei mir an Stelle der Integration von iTunes die Aufnahme kleinerer, spezialisierterer Shops oder sogar ausländischer Shops lieber wäre. Bei Fremdwährungen wird das mit dem Vergleichen der Preise schwierig, aber da beispielsweise keine Versandkosten anfallen, dürften das schon einige nutzen, oder?

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