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Impulse! 2-on-1

Plattencover Ahmad Jamal

Ich muss hier und jetzt einfach mal Werbung machen für eine aktuelle Serie von Jazz-Veröffentlichungen zum 50. Geburtstag von Impulse! Records: Unter dem Label Impulse! 2-on-1 werden zurzeit viele Klassiker aus dem überragenden Fundus des New Yorker Labels wieder veröffentlicht, und zwar pro Künstler jeweils ein Doppelpack (zum günstigen Preis, möchte ich anmerken). Bisher erschienen sind Reissues von Pharoah Sanders, Alice Coltrane, Elvin Jones, Coleman Hawkins, Albert Ayler, Sonny Rollins, Milt Jackson, Duke Ellington, Ahmad Jamal und Archie Shepp.

Das halbe Jahrhundert Impulse! wird ja auch beim Deutschen Jazzfestival in Frankfurt umfangreich gewürdigt (dazu später mehr hier im Blog). Dort dreht sich vieles um das so einflussreiche Label, das eben nicht bloß die Musik von John Coltrane veröffentlichte, sondern gerade in den 1960ern so vielen prägenden Musikern eine Heimat bot. Unter anderem konnten auch die beiden Deutschen Rolf und Joachim Kühn das Album "Impressions of New York" dort aufnehmen, nur wenige Tage nach Coltranes Tod.

Aber zurück zum Thema: Wer einen Einstieg in die Musik der damaligen (Free-)Jazz-Avantgarde sucht, ist bei Impulse! 2-on-1 ebenso gut aufgehoben wie langjährige Fans, die hier vielleicht noch die eine oder andere von Bob Thiele produzierte und in Rudy Van Gelders Studio aufgenommene Perle entdecken. Die Einflüsse der jahrzehntealten Aufnahmen wirken jedenfalls bis heute nach: Afrikanische Rhythmen, Bürgerrechtsbewegung, viel Improvisation, Spielfreude und eine gewisse Abgespacetheit spielten und spielen auch im Hip Hop und diversen Spielarten elektronischer Musik immer noch eine große Rolle. Impulse! verhalf dem zum großen Durchbruch.

Eins sei gesagt: Diese Musik will intensiv gehört werden, nicht nebenbei. Manches Stück mag manchem zu experimentell und zu durchgeknallt daherkommen, aber dennoch oder genau deswegen haben alle ihren bedeutenden Platz in der Geschichte des Jazz. Die Covergestaltung der Reihe mag zwar nicht recht überzeugen, der Inhalt dafür umso mehr. Einige Ausgaben werden im Laufe der nächsten Wochen noch folgen. Von mir gibt's für alle eine uneingeschränkte Empfehlung!

Vorschau: Enjoy Jazz 2011

Logo des Festivals 2011

Einen Blick voraus auf das Enjoy Jazz-Festival 2011 werfe ich hier und jetzt in guter Tradition, während meine Vorfreude langsam steigt. Das nunmehr "13. Internationale Festival für Jazz und Anderes" hat sich vor einer Woche eine neue Webseite verpasst, außerdem postet das Festival-Team Neuigkeiten im zugehörigen tumblr-Blog. Vom 2. Oktober bis zum 18. November stehen die Festival-Bühnen in Heidelberg, Mannheim und Ludwigshafen für knapp 60 Konzerte bereit.

Traditionsgemäßg ist das musikalische Progamm wieder äußerst farbenfroh und, wie der Jazzblogger meint, auch gelegentlich leicht wahnwitzig. Genau das macht einen großen Teil des besonderes Reizes des Enjoy Jazz aus, auch wenn Jazz-Puristen darüber die Nase rümpfen mögen. Der Erfolg gibt den Festivalmachern recht: Das Enjoy Jazz ist etabliert und verhalf jüngst der Stadt Mannheim dazu, den zweiten Platz unter den deutschen Jazzmetropolen einzunehmen.

Wie immer möchte ich an dieser Stelle meine persönlichen Highlights (in no particular order) vorstellen, ohne den Rest des Programms abwerten zu wollen. Auch 2011 sind wieder viele Künstler am Start, die ich (noch) gar nicht kenne. Und nur wenige habe ich bereits live gesehen. Daher sind meine Highlights auch gleichzeitig eine Liste der Konzerte, die ich mir schon in den Kalender eingetragen habe:

Das komplette Programm gibt's auf dieser Seite, da ist noch einiges mehr geboten. Nicht unerwähnt bleiben soll, dass auch einige Local Heroes ihren Auftritt haben werden, z.B. Sind sie außer Gefahr. Eine kunterbunte Mischung, wie gesagt, aber hochaktuell und hochqualitativ. Allein über Chase & Status müssen wir noch mal reden ;-)

Was sind eure Highlights? 

Jazz Video Podcasts

Jazz Video Podcasts

Gerade erst gestartet und doch schon jedem wärmstens ans Herz zu legen sind die Jazz Video Podcasts mit einem ersten Podcast (27,5 MB) über den Jazz-Saxophonisten Sonny Rollins. Ziel von Autor Bret Primack ist die regelmäßige Veröffentlichung von Video Podcasts for your iPod and computer including performances and interviews with the Giants of Jazz, Young Lions, and the Stars of Tomorrow. Die erste Folge ist eine fantastische Kurzdoku geworden und zeigt bei fast fünf Minuten Länge aufschlussreiche Konzert- und Interviewausschnitte. Ich finde, die Länge des Podcasts ist ziemlich optimal, und sowohl technisch als auch inhaltlich ist er absolut professionell gemacht. Einzig zu bemängeln ist evtl. das .m4v-Format von Apple, das aber z.B. der empfehlenswerte VLC anstandslos abspielt, wenn man kein Quicktime hat/mag. [via Jazz not Jazz]

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