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42. Deutsches Jazzfestival

Banner Deutsches Jazzfestival 2011

Traditionell in der so genannten deutschen "Jazzhauptstadt" Frankfurt am Main findet vom 27. bis zum 30. Oktober das Deutsche Jazzfestival statt. Die vom Hessischen Rundfunk organisierte Veranstaltung steht 2011 ganz im Zeichen des legendären New Yorker Labels impulse!. Denn das von Creed Taylor ins Leben gerufene Label, auf dem einst John Coltrane seine Musik veröffentlichte, feiert in diesem Jahr seinen 50. Geburtstag. Dazu heißt es im Festivalprogramm:

Kein anderes Jazz-Label verkörpert die Aufbruchstimmung und die Experimentierfreude der 60er Jahre so beispielhaft wie „Impulse!“-Records. Unter dem wegweisenden Motto „The New Wave In Jazz“ veröffentlichte das 1961 gegründete Label mehr als 15 Jahre lang das Avancierteste, was der Jazz zu bieten hatte. Es waren Visionäre wie Sonny Rollins, Charles Mingus, Albert Ayler, Keith Jarrett, Archie Shepp und Pharoah Sanders, die bei „Impulse!“ ihre ersten großen Erfolge feierten. Vor allem aber ein Künstler prägte die Identität des Platten-Labels und sicherte ihm seinen lang anhaltenden Einfluss: John Coltrane.

Spielfreude und Experimentelles rücken beim diesjährigen Festival also in den Mittelpunkt. Und das Programm kann sich wirklich sehen lassen - im doppelten Sinne: Denn wer keine Tickets für das Festival hat, kann sich fast alle Konzerte live im Radio anhören oder sogar im Livestream ansehen! Unter www.jazzfestival.hr2-kultur.de oder bei Arte unter liveweb.arte.tv werden die Videostreams angeboten. Aber zurück zum Programm.

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Eine kurze Geschichte des Musikhörens auf dem Computer

Screenshot meiner Präsentation auf dem Future Music Camp

Meine Session auf dem Future Music Camp 2011 in der Popakademie in Mannheim trug diesen doch etwas sperrigen Titel: "Eine Geschichte des Musikhörens auf dem Computer". Mir ist keine kürzere und bessere Beschreibung eingefallen, deshalb muss die Welt nun damit leben. In der Essenz ging es bei meiner Session darum, 18 Jahre nach Veröffentlichung des MP3-Formats zu überlegen, auf welchem Wege wir uns digitale Musik besorgen und anhören.

Der Schwerpunkt meiner Präsentation lag auf Download-Shops, Musik-Playern, Filesharing, Sozialen Netzwerken, Streaming und der Cloud. In der Diskussion kamen aber auch Themen wie Wasserzeichen in der Musikproduktion, Preisgestaltung verschiedener Shops, Aufmerksamkeitsökonomie und Nutzungsverhalten auf. Vielen Dank für den interessanten Input an alle Teilnehmer!

Meine These ist, und da waren wir uns nicht ganz uneinig, dass sich Musik immer mehr in die Cloud verschiebt, dass wir also Musik zunehmend nur noch streamen, ohne sie lokal und auf Dauer zu besitzen. Das tun wir gemeinsam mit unserem Netzwerk, also unseren realen wie virtuellen "Freunden" (z.B. über turntable.fm oder den MuMu Player). Gerade stellt Steve Jobs auf der WWDC 2011 unter anderem Apples neue iCloud vor. Apple hat dafür Verträge mit allen vier Majors (in den USA) abgeschlossen - und in Deutschland beschwert sich Simfy darüber beim Bundeskartellamt.

Es ist also jede Menge Bewegung drin in Sachen Musikstreaming aus der Cloud. Hier im Blog wird das auch in Zukunft ein Thema bleiben. Wenn ich es schaffe, werde ich meine Präsentation von Zeit zu Zeit aktualisieren.

Wie sieht es denn bei euch aus: Streamt ihr Musik, oder habt ihr lieber alles auf Festplatte/CD/Vinyl? Ist der Mix entscheidend? Wird Musik bald ubiquitär erhältlich sein? Und wie können Musiker dann noch Geld damit verdienen? Und welche epochalen Daten fehlen noch in meiner Timeline?

Africa Hitech - 93 Million Miles

Africa Hitech

Africa Hitech ist das gemeinsame Projekt von Mark Pritchard und Steve Spacek. Die beiden haben sich 2007 bei der Red Bull Music Academy (wo sie als Lecturer eingeladen waren) getroffen und spontan beschlossen, zusammen Musik zu machen. Letztes Jahr haben sie ihre erste EP, "Hitecherous", auf Warp veröffentlicht, und jetzt ist das erste Album dran: 93 Million Miles.

Ganz leichte Kost ist das nicht: Zwar sind die Bässe dick, scheint bisweilen Detroit durch oder auch Jamaica, aber Experiment ist King auf diese Platte. Viele Tracks klingen ein Spur daneben, schräg, verzerrt, 8-bittig - jedoch immer so, dass es gerade noch passt. Ein Album, in das man sich hineinsinken lassen muss, bis es einen völlig umschlossen hält. Auf Soundcloud gibt es das komplette Werk schon als Stream.

Beastie Boys - Hot Sauce Committee Part Two (Prelisten)

Album-Cover

Dass am 3. Mai endlich das achte Album der Beastie Boys, Hot Sauce Committee Part Two, erscheint, habt ihr bestimmt alle schon mitbekommen. Die meisten werden wahrscheinlich auch gesehen haben, dass Mike D, Ad Rock und MCA jetzt schon ihr Album bei Soundcloud hochgeladen haben. Ihr könnt es euch also ab sofort komplett als Stream reinziehen. Ausschlaggebend dafür war offenbar, dass das Album in Tauschbörsen aufgetaucht ist. In einer Stellungnahme der Band heißt es:

So as a hostile and retaliatory measure with great hubris we are making the full explicit aka filthy dirty nasty version available for streaming on our site.

Ob das so stimmt, sei dahingestellt. Ganz große Fans der Beastie Boys werden sowieso zum Deluxe Package (CD + transparentes weißes Vinyl + Poster + T-Shirt + Bonus-Seveninch usw.) greifen. Die Platte klingt sehr nach früher, so heißen: brutal gut!

Spotify wächst - aber wer profitiert davon?

Illustration von Spotify

Spotify hat vor kurzem die Marke von 1 Million Abonnenten geknackt. Zahlende Abonnenten, um genau zu sein. Wenn jeder von denen einen Zehner pro Monat abdrückt, könnt ihr euch ja selbst ausrechnen, was die auf diese Weise umsetzen. Auf der anderen Seite hat sich jemand hingesetzt und analysiert, wieviel Kohle Spotify pro Stream, d.h. pro gespieltem Song, ausschüttet: Zwischen 0,019 und 0,85 US-Cent! Unklar ist, nach welchem Schlüssel diese Werte berechnet werden. Die Analyse stützt sich auf Beobachten von außen - mehr dazu hier.

Video-Livestream vom 41. Deutschen Jazzfestival Frankfurt

Live im Internet zu sehen sind die Konzerte des 41. Deutschen Jazzfestivals, das heute in Frankfurt beginnt. Unter dem Motto "Jazz im globalen Dorf" spielen Courtney Pine, Tony Lakatos, Jake Shimabukuro, Kangaba, Bill Evans und einige mehr in Frankfurt - und eben live im Stream bei ARTE Live Web oder bei hr-online.Getränkedose als Logo des Festivals

Heute Abend um 19:05 Uhr geht es los mit Stephan Schmolck Harm-o-troniX, danach folgen Steffen Schorn und die hr-Bigband mit Mongolia, die beim Jazzblogger kurz vorgestellt werden. Ich persönlich empfehle allerwärmstens den japanisch-hawaiianischen Ukulele-Wizard Jake Shimabukuro am Samstag Abend: Seht euch bitte unbedingt seine Videos auf YouTube an, und ihr wisst, warum er ein umwerfender Musiker ist und die Ukulele zu Unrecht unterschätzt wird. Aber auch die anderen Konzerte sind interessant und bieten Exotisches: Roma-Musik, afrikanisches Balaphon-Spiel, indische Jazz-Klänge und mehr. 

Die bessere Alternative zum langweiligen Fernsehprogramm stellt in den kommenden Tagen also das Internet (im Radio werden die Konzerte aber auch übertragen.) Solltet ihr eins der Konzerte verpassen, kein Problem: Natürlich werden die Mitschnitte im Anschluss noch für sieben Tage als Video-on-Demand online bleiben. Es gibt also keine Ausreden ;-)

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