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Collective Improvisation #20

Martin Weigert schreibt bei netzwertig.com darüber, wie sich sein Musikkonsum in den vergangenen acht Jahren komplett gewandelt hat. Vom festplattenfüllenden MP3-Jäger wurde er innerhalb kurzer Zeit zum überzeugten Streaming-Nutzer. Ging wir fast exakt genauso. Ich sollte meine kurze Geschichte des Musikhörens am Computer mal wieder aktualisieren …


DJ Mitsu The Beats über J Dilla:

I have never been influenced so much by music in my life, and probably never will be. Until then, I strived to create music without being influenced by anyone, but by recognizing him and becoming a captive of his worldview, there was no way to escape his influence. His extremely tight drums were made without relying on quantization, and his use of sine waves for bass and layering filtered samples was incredible. He had a distinctive utilization of space, and seemingly rough but delicate style.

[via nutriot]


Robin Williams † 11.08.2014 O captain! my Captain!

Music Smasher

Screenshot von Music Smasher mit Suchergebnissen zum Begriff Dimlite

Mit der wachsenden Anzahl der Musik-Streaming-Angebote wächst auch die Unsicherheit, welcher der Dienste der richtige für mich ist. Eine der wichtigsten Fragen ist die nach dem Musikkatalog. Finde ich meine Lieblingsmusik eher bei Rdio oder bei Simfy, oder soll ich lieber auf Spotify warten? Das herauszufinden ist mühsam und langwierig. Music Smasher schickt sich nun an, diesen Prozess zu vereinfachen.

Kurz gesagt: Music Smasher ist eine Art [Metasuchmaschine](http://de.wikipedia.org/wiki/Metasuchmaschine Wikipedia), die (momentan) sieben große Anbieter nach musikalischen Suchbegriffen durchforstet und das Ergebnis anschaulich darstellt. Nicht alle dieser sieben Dienste (Rdio, Spotify, Grooveshark, Soundcloud, MOG und Bandcamp) sind Streaming-Dienste, und knapp die Hälfte sind in Deutschland gar nicht verfügbar.

Außerdem fehlen einige Anbieter, die aber selbst daran schuld sind: Sie bieten Entwicklern wie Matt Montag, der Music Smasher programmiert hat, keine Schnittstelle (API) zur Abfrage von Songinformationen an. Von Simfy beispielsweise wird ein API schon seit mindestens einem knappen Jahr erwartet:

Aber vielleicht wird Music Smasher in Zukunft ja um weitere Services erweitert. Die App ist jedenfalls ein weiteres Beispiel dafür, wie Offenheit gegenüber Dritten Vorteile schaffen kann - für Nutzer und Anbieter. Voraussetzung ist natürlich, dass die angebotenen Inhalte stimmen. Und ob sie stimmen, kann ich mithilfe von Apps wie Music Smasher, das übrigens auf dem Music Hack Day in San Francisco entstanden ist, leicht selbst herausfinden. [via evolver.fm]

Goldrausch: Musikstreaming in Deutschland

Logo von rara.com

Der Musikstreaming-Dienst Spotify ist zurzeit in aller Munde, obwohl er in Deutschland noch gar nicht verfügbar ist. Mit dem Markteintritt wird aber in Kürze gerechnet. Der in Deutschland populäre Dienst und bisherige Platzhirsch Simfy expandiert derweil weiter ins Ausland. Simfy hat zwar sein kostenloses Angebot eingeschränkt, erweitert aber kontinuierlich Angebot und Funktionalität. Spotify ist mit seinen Apps diesbezüglich allerdings schon einige Schritte weiter.

Nachdem sich nun Gema und Bitkom auf ein Vergütungsmodell für Streamingdienste geeinigt haben, steht uns offenbar eine Art Goldrausch beim Musikstreaming bevor. Zusätzlich zu bereits verfügbaren Angeboten wie Simfy, Sonys Qriocity, Napster oder Musicload Nonstop der Deutschen Telekom kündigt beispielsweise das französische Deezer an, nach Allemagne zu kommen.

Gleich in 23 Ländern will indessen rara an den Start gehen. Der Londoner Dienst rara wird von Omnifone betrieben, die auch schon die Musik für Qriocity stellen. Offenbar hatte man es bei rara wirklich sehr eilig, so dass einige bekannte Künstler zunächst gar nicht im Programm sind.

Auf dem viertgrößten "Tonträgermarkt" der Welt wollen also viele Anbieter so schnell wie möglich mitmischen. Denn wer jetzt den Goldrausch verpasst, dürfte es später schwer haben, gegen dann etablierte Anbieter anzukommen. Es bleibt spannend, und ich werde versuchen, euch auf dem Laufenden zu halten. Außerdem kann ich zu diesem Thema besonders das Blog neumusik.com empfehlen.

Juke: Neue Musik-Streamingflat von Media-Saturn

Juke

Zurzeit ist IFA in Berlin, und daher schießt die Zahl der neuen Geräte und Dienste der elektronischen Unterhaltungsindustrie in die Höhe. Mit Juke stellt die 24-7 Entertainment GmbH, die ein Teil der Media-Saturn Holding ist, einen neuen, legalen Musik-Streaming-Dienst für Deutschland vor. Ähnlich wie bei Simfy, Spotify, Musicload Nonstop und Napster kostet der Zugriff auf laut Pressemitteilung 13 Millionen Titel von 80.000 Labeln monatlich 10 Euro. Wird das Abo beendet, kann auch die Musik nicht mehr angehört werden.

Zusätzlich zum Online-Streaming ist auch das lokale Speichern von Titeln möglich, um sie auch ohne Internetverbindung anhören zu können. Allerdings dürfte es kaum möglich sein, sich Tausende Musikstücke auf die Platte zu ziehen, und nach Kündigung des Dienstes dürften diese auch nicht mehr verwendbar sein. Ich gehe davon aus, dass dann ein DRM-Mechanismus greift.

Bei Juke kommt das von Dolby entwickelte Dateiformat Pulse zum Einsatz, das bei niedriger Datenrate (160 kbit/s) noch eine gute Qualität bieten soll; für weitere Details empfehle ich dieses PDF. Die Musik wird im Browser abgespielt, es gibt aber auch Apps für Android und iPhone. Zusätzlich sollen Geräte des HiFi-Herstellers Sonos den neuen Dienst unterstützen.

Prinzipiell wurde also an alles gedacht, und offenbar ist es ja doch möglich, sich mit GEMA und Labels zu einigen - was Spotify und YouTube bisher nicht gelingt. Außerdem ist es schön, dass die Familie der Streaming-Dienste hierzulande Zuwachs bekommt. Musik-Streaming mag nicht jedem gefallen (man lese sich nur mal die Kommentare unter dem heise-Artikel durch), aber ich finde es super, jederzeit Zugriff auf fast alle Musik zu haben. Wenn mir etwas wirklich am Herzen liegt oder es tatsächlich dort nicht verfügbar ist, kaufe ich mir eben den Download oder Vinyl.

Juke, und da stimme ich Martin Weigert von netzwertig.com zu, ist ein solides, aber in keiner Weise revolutionäres kostenpflichtiges Angebot zum On-Demand-Streaming von Musik. Anders als z.B. Spotify, die mithilfe ihres API bereits zahlreiche Anwendungen Dritter ermöglicht haben, bietet Juke keine Schnittstellen für Programmierer an. Auch die Anbindung an Soziale Netzwerke fehlt. In Sachen Sexiness ist Spotify den deutschen Konkurrenten daher um einiges voraus - nur eben hier nicht nutzbar.

Gern hätte ich jetzt und an dieser Stelle ein paar Screenshots in eingeloggtem Zustand gezeigt und etwas detaillierter über die Bedienung von Juke berichtet, aber leider scheint der Dienst gerade etwas überlastet zu sein. Die Double-Opt-In-Mail wird mir jedenfalls seit Stunden nicht zugestellt. Ich hole das bei Gelegenheit nach.

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