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Visualisierung: A History of Modern Music

Screenshot der Timeline

Der englische Guardian hat nicht nur informierte Musikredakteure, sondern ist vor allem in Sachen Open Data und Daten-Visualisierung ganz vorne mit dabei. Wenn beide zusammenarbeiten, ist das ein Glücksfall für die Leser. Das beweist die Artikelserie A History of Modern Music, in der für einzelne Genres (World Music, Dance, Hip Hop & RnB usw.) jeweils 50 wichtige Momente und Highlights herausgestellt werden. Die Beiträge an sich sind schon sehr lesenswert.

Der Clou ist aber die Visualisierung der Ereignisse auf einer interaktiven Timeline. Nach Genre sortiert kann der Benutzer durch die Jahrzehnte navigieren, wobei die einzelnen Jahre und Jahrzehnte ähnlich wie bei Guitar Hero an einem vorüberziehen. Kategorien wie Albumveröffentlichungen, Live-Auftritte, Gesetzeskonflikte oder neue Sounds und Instrumente sind übersichtlich nebeneinander angeordnet. Dadurch gelingt es den Machern, viele und komplexe Daten übersichtlich auf einer kompakten Fläche zu präsentieren.

Über farbige Markierungen sind die jeweiligen Inhalte, also die redaktionell erstellten Artikel, verlinkt. Ganz im Sinne des Open Data-Ansatzes sind die Daten hinter der Anwendung und zusätzliche Playlisten im Datablog des Guardian öffentlich zugänglich und downloadbar. Umgesetzt ist die Timeline in Flash, und sie ist deutlich umfangreicher als meine Visualisierung der Geschichte des Musikhörens auf dem Computer. Das erinnert mich daran, dass ich meine Daten ja auch noch veröffentlichen wollte ;-) [via evolver.fm]

Eine kurze Geschichte des Musikhörens auf dem Computer

Screenshot meiner Präsentation auf dem Future Music Camp

Meine Session auf dem Future Music Camp 2011 in der Popakademie in Mannheim trug diesen doch etwas sperrigen Titel: "Eine Geschichte des Musikhörens auf dem Computer". Mir ist keine kürzere und bessere Beschreibung eingefallen, deshalb muss die Welt nun damit leben. In der Essenz ging es bei meiner Session darum, 18 Jahre nach Veröffentlichung des MP3-Formats zu überlegen, auf welchem Wege wir uns digitale Musik besorgen und anhören.

Der Schwerpunkt meiner Präsentation lag auf Download-Shops, Musik-Playern, Filesharing, Sozialen Netzwerken, Streaming und der Cloud. In der Diskussion kamen aber auch Themen wie Wasserzeichen in der Musikproduktion, Preisgestaltung verschiedener Shops, Aufmerksamkeitsökonomie und Nutzungsverhalten auf. Vielen Dank für den interessanten Input an alle Teilnehmer!

Meine These ist, und da waren wir uns nicht ganz uneinig, dass sich Musik immer mehr in die Cloud verschiebt, dass wir also Musik zunehmend nur noch streamen, ohne sie lokal und auf Dauer zu besitzen. Das tun wir gemeinsam mit unserem Netzwerk, also unseren realen wie virtuellen "Freunden" (z.B. über turntable.fm oder den MuMu Player). Gerade stellt Steve Jobs auf der WWDC 2011 unter anderem Apples neue iCloud vor. Apple hat dafür Verträge mit allen vier Majors (in den USA) abgeschlossen - und in Deutschland beschwert sich Simfy darüber beim Bundeskartellamt.

Es ist also jede Menge Bewegung drin in Sachen Musikstreaming aus der Cloud. Hier im Blog wird das auch in Zukunft ein Thema bleiben. Wenn ich es schaffe, werde ich meine Präsentation von Zeit zu Zeit aktualisieren.

Wie sieht es denn bei euch aus: Streamt ihr Musik, oder habt ihr lieber alles auf Festplatte/CD/Vinyl? Ist der Mix entscheidend? Wird Musik bald ubiquitär erhältlich sein? Und wie können Musiker dann noch Geld damit verdienen? Und welche epochalen Daten fehlen noch in meiner Timeline?

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