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Audiotools mit HTML5 und Audio Data API

Visualisierung, erzeug mit visualizer.fm

Wer jetzt schon eine Vorabversion von Firefox 4 oder eine aktuelle Entwicklerversion von Google Chrome bzw. Chromium installiert, kann sich mit täglich neue Demos vergnügen, welche neu eingebaute Technologien verwenden. So gibt es mittlerweile viele Browserspiele, die HTML5, CSS3 und insbesondere das Canvas-Element benutzen. Kommt dann noch Javascript dazu, sind die Möglichkeiten beinahe unbegrenzt. Zumindest wird klar, dass Anwendungen, die bisher nur mithilfe von Adobe Flash liefen, bald auch nativ im Browser laufen werden - ganz ohne Plugins.

Für uns Musikenthusiasten gibt es eine ganz besonders interessante Neuerung: Das Audio Data API! Grundsätzlich bietet HTML5 ja zwei neue Elemente für Multimedia-Inhalte an: <video> und <audio>. Deren Implementationen, vor allem die des <video>-Elements, unterscheiden sich momentan noch von Browser zu Browser, aber das ist ein anderes Thema. Mit dem Audio Data API stellt der Browser eine Schnittstelle nicht nur zum Abspielen von Musik, sondern auch zur Weiterverarbeitung von Musikdaten zur Verfügung.

So können vom Browser viele Metadaten eines Musikstücks, sprich Sample-Rate oder Anzahl der Kanäle, ausgelesen werden. Andererseits können aber auch Töne erzeugt und bearbeitet werden. Wer sich für die technischen Details interessiert, kann sich die vorläufige Spezifikation ansehen. Einige Entwickler bieten bereits Bibliotheken an, die die Programmierung von Audio-Anwendungen im Browser vereinfachen. Aber genug über die Technik geschrieben, im folgenden stelle ich einige interessante Demos vor.

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Flashgott: Hobnox Audiotool

Okay, Leute, vergesst alles! Der "Flashgott" hat wieder zugeschlagen. André Michelle, der uns schon die Air909 Flash Drum Machine bescherte, hat noch einmal eine ordentliche Schippe draufgelegt. Für Hobnox, eine Kreativplattform aus Köln, hat er das Hobnox Audiotool mitentwickelt, das vor kurzem zum öffentlichen Test freigegeben wurde. Auf der re:publica 08 diese Woche in Berlin wurde es auch vorgestellt, was ich über den Internetfunk mitbekommen habe, ohne vor Ort gewesen zu sein. Vermutlich sind auch dort die Münder offen stehengeblieben.

Das Tool, das unter anderem die Klassiker TR-808, TR-909 und TB-303 emuliert, setzt neben Flash auch Java voraus, was wohl an den mangelnden Soundausgabe-Möglichkeiten von Flash liegt; mehr dazu weiter unten. Leider habe ich die Soundausgabe unter Linux überhaupt nicht zum Laufen bekommen, so dass ich ein uralte Windows-Installation reaktivieren musste. Ich glaube, ich habe seit jahren nicht mehr so viel Spaß unter Windows gehabt ;-) Ohne jetzt nämlich mit vielen Worten umständlich erklären zu wollen, was das Audiotool kann, binde ich einfach folgendes Video für euch ein.

Sorry, but you don't have flash installed.

Und? Zuviel versprochen? Das ist doch der Hammer, oder? Läuft alles im Browser, sieht extrem geil aus, hört und fühlt sich auch so an, und funktioniert jetzt schon einigermaßen großartig. Wie gesagt, ich verliere lieber keine großen Worte, ich muss jetzt weiter damit rumspielen, ich hab schon sooo fette Sounds mit den Effekten produziert!

Zwei Anmerkungen zum Schluss. Erstens: Hobnox und deren Noxtools scheinen was ganz Großes zu werden, ich bleibe da am Ball. Und Zweitens: Es gibt eine Kampagne von Flash-Entwicklern, die von Adobe bessere Audiofähigkeiten von Flash fordern: Adobe, Make Some Noise. Jetzt aber erstmal viel Spaß in den nächsten Stunden beim Rumspielen mit dem Audiotool - ich weiß, ihr werdet genauso wenig widerstehen können wie ich!

AIR909 Flash Drum Machine

FL909App.swf

Adobe AIR halte ich für eines der interessantesten Projekte zur einfachen Erstellung von plattformübergreifenden (Rich Internet) Applikationen, das in letzter Zeit veröffentlicht wurde. Webanwendungen auf Basis von XHTML, JavaScript und Flash laufen damit nicht mehr nur im Browser, sondern als eigenständiges Programm, vorausgesetzt AIR ist auf dem jeweiligen Rechner installiert. Noch ist AIR beta und steht auch noch nicht für Linux zur Verfügung, aber die Anzahl der Tools steigt stetig. Highlights stellen für mich bisher die Twitter-Clients Snitter und Tweetr, die Analytics Reporting Suite und kuler desktop dar.

Jetzt bin ich auf AIR909 gestoßen, einen Drumcomputer-Nachbau des legendären Roland TR-909 auf Basis von AIR. Die Bedienung ist intuitiv, wer das Original kennt, wird sowieso keine Probleme haben, und die erstellten Beats lassen sich direkt auf die Festplatte schreiben. Was soll ich sagen: Für einen ersten Versuch ist Flash-Programmierer André Michelle da schon etwas sehr Geniales gelungen, und die Ausbaumöglichkeiten sind - theoretisch - riesig. Wenn ihr sehen wollt, wie AIR909 funktioniert und klingt, schaut euch das heimlich von seinem Kollegen gefilmte Video an, das André beim Rumspielen mit seinem neuen Toy zeigt. Köstlich. By the way: Das da oben ist kein Bild, sondern die funktionsfähige Flashversion des TR-909. Viel Spaß beim Beats Klicken :-)

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