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Google Music Timeline

Screenshot Google Music Timeline

Die Research-Abteilung von Google hat eine interessante Visualisierung von Music-Genres seit den 1950er Jahren gebaut: Google Music Timeline. Die Timeline zeigt, wie sich die Popularität von Musikrichtungen in den vergangenen 60 Jahren verändert hat. Die Daten dazu stammen aus Googles Musikdienst Play Music.

"Google Music Timeline" vollständig lesen

10 Jahre Audioscrobbling

Ist es über die Weihnachtstage einfach im allgemeinen Trubel untergegangen, oder habe ich es nur übersehen? Vor zehn Jahren entwickelte Richard Jones an der Uni Southampton den Dienst Audioscrobbler, der Benutzern erlaubte, die von ihnen gehörte Musik mitzuprotokollieren. Ein der frühen Erfolgsgeschichten von offenen APIs übrigens. 2005 wurde Audioscrobbler mit last.fm verschmolzen, später kaufte CBS den Dienst, der immer wieder behutsam erweitert und renoviert wurde.

Als Rückblick auf diese zehnjährige Erfolgsgeschichte veröffentlichte last.fm vor kurzem die interaktive Zeitleiste 10 Years of Scrobbling und jede Menge 10-Jahres-Charts. Grauenhafterweise ist Coldplay die Band mit den meisten Hörern gewesen, aber zum Glück wurden Radiohead deutlich öfter gescrobbelt (nur eben von weniger Nutzern).

Es ist sehr unterhaltsam, sich durch die verschiedenen Listen zu klicken, nach Ländern oder Tags zu filtern, oder über die Timeline die letzten Jahre Revue passieren zu lassen. Mit Sicherheit sind euch viele der dort gelisteten Events noch in mehr oder weniger guter Erinnerung geblieben. Schaut euch die Seite in einer ruhigen Stunde einfach mal an.

(So eine Zeitleiste, nur zu einem anderen Thema, habe ich ja auch schon einmal gebaut.)

Visualisierung: A History of Modern Music

Screenshot der Timeline

Der englische Guardian hat nicht nur informierte Musikredakteure, sondern ist vor allem in Sachen Open Data und Daten-Visualisierung ganz vorne mit dabei. Wenn beide zusammenarbeiten, ist das ein Glücksfall für die Leser. Das beweist die Artikelserie A History of Modern Music, in der für einzelne Genres (World Music, Dance, Hip Hop & RnB usw.) jeweils 50 wichtige Momente und Highlights herausgestellt werden. Die Beiträge an sich sind schon sehr lesenswert.

Der Clou ist aber die Visualisierung der Ereignisse auf einer interaktiven Timeline. Nach Genre sortiert kann der Benutzer durch die Jahrzehnte navigieren, wobei die einzelnen Jahre und Jahrzehnte ähnlich wie bei Guitar Hero an einem vorüberziehen. Kategorien wie Albumveröffentlichungen, Live-Auftritte, Gesetzeskonflikte oder neue Sounds und Instrumente sind übersichtlich nebeneinander angeordnet. Dadurch gelingt es den Machern, viele und komplexe Daten übersichtlich auf einer kompakten Fläche zu präsentieren.

Über farbige Markierungen sind die jeweiligen Inhalte, also die redaktionell erstellten Artikel, verlinkt. Ganz im Sinne des Open Data-Ansatzes sind die Daten hinter der Anwendung und zusätzliche Playlisten im Datablog des Guardian öffentlich zugänglich und downloadbar. Umgesetzt ist die Timeline in Flash, und sie ist deutlich umfangreicher als meine Visualisierung der Geschichte des Musikhörens auf dem Computer. Das erinnert mich daran, dass ich meine Daten ja auch noch veröffentlichen wollte ;-) [via evolver.fm]

last.fm Normalisr

Screenshot von Normalisr

Normalisr ist mal wieder eine nette Anwendung, die mit den Daten von last.fm arbeitet. Sie zieht die Charts eines Users, also meistgehörte Künstler, meistgehörte Alben, und rechnet die Länge aller Stücke zusammen. Dadurch ergeben sich neue Charts, die auf der realen Hördauer fußen, und sehr ansehnlich visualisiert werden.

Eine wirklich nette, wenn auch nicht weltbewegende Idee. Und ein weiteres Beispiel dafür, was mit offenen Daten schönes gemacht werden kann. Hier meine Stats nach Hördauer sortiert, und hier könnt ihr euren last.fm-Usernamen eingeben und eure "normalisierten" Charts berechnen lassen.

Normalisr ist ein Projekt von Associative Trails und nutzt neben last.fm auch die Schnittstellen von MusicBrainz. Simpel, aber effektiv! [via Paul Lamere]

Best Of 2010-Alben visualisiert

Philip Hodges stellt in seinem Blog Zoho:Lab die End of Year Top Albums 2010 vor. Bei diesem Projekt handelt es sich um eine interaktive Flash-Animation, die einen visuellen Überblick über die erfolgreichsten Musikalben 2010 gibt. Die Datenbasis stammt von knapp 40 Musikzeitschriften und -blogs (aus dem angloamerikanischen Raum). Entsprechend fallen natürlich auch die Platzierungen aus. Aber hey, trotzdem ein verdammt beeindruckendes Flash-Tool!

Screenshot der Flash-Applikation
So sieht die interaktive Visualisierung der Charts aus - Klick für mehr.

In einem Kreis angeordnet finden sich zig verschiedene Genres und Subgenres, die angegklickt werden können, woraufhin sich sämtliche Anzeigen auf dem Bildschirm neu justieren. Für Tabellenfans gibt's auch eine entsprechende Datenversion. Muss eine ganz schöne Arbeit gewesen sein, die Platzierungen zusammenzutragen. [via information aesthetics]

Bloggenswertes der letzten Tage

Da ich in den letzten Tagen meine Feeds nur sporadisch gecheckt habe, ist jetzt einiges zusammengekommen, das ich in aller Kürze bloggen möchte. Da wäre zunächst 2nd rec, das kleine, feine Label aus Hamburg, das sich Radiohead zum Vorbild nimmt und seinen Backkatalog auf CD verschenkt … bzw. den Kunden nach eigenem Ermessen bezahlen lässt. Nicht nur Eikman hegt leise Zweifel, ob das im Sinne des Labels funktionieren wird. Aber gut, vielleicht und hoffentlich wird das Risiko ja belohnt.

Apropos Eikman: Der Gründer von #thelastbeat.com wird für einige Zeit in der hochherrschaftlichen Redaktion der de:bug arbeiten, Glückwunsch dazu! Glückwünsche auch an die freie Hörbuchsammlung Librivox, die jetzt das Tausendste von Usern für User gelesene Buch bereitstellen kann. Um große Dateien, etwa komplette CD-Abbilder im Netz bereitzustellen bietet sich nach wie vor das BitTorrent-Verfahren an. Laut einem Interview mit Peter Suende von Europas größtem BitTorrent-Tracker thepiratebay.org ist mittlerweile ein neues Protokoll in Arbeit, dessen Dateiformat die Endung .p2p haben soll.

Und dann gibt's da noch eine Blog-Neuentdeckung: Bei information aesthetics dreht sich alles um die Visualisierung von Daten und um visuelle Kommunikation. Ein dort vorgestelltes Beispiel ist die Gracenote Music Map. Wenn irgendjemand auf der Welt eine CD in sein CD-ROM-Laufwerk einlegt und sie mit einem der gängigen Mediaplayer abspielt, ist die Chance groß, dass die Titel der CD per CDDB bei Gracenote abgefragt werden. Dort wird nun eine Top 10 pro Land berechnet und auf einer Weltkarte angezeigt. Das kann sehr aufschlussreich sein, wenn im Irak beispielsweise Linkin Park ganz weit oben steht. Vermutlich putschen sich die Blackwater-Söldner vor ihren Einsätzen so auf und surfen mit irakischen IPs - oder wie ist das zu erklären? Egal, bleiben wir zum Ende friedlich. Welche Rolle und vor allem Töne klassische Orchestermusiker spielen, wird hier anschaulich gezeigt.

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