
Und schon wieder liegt eine brandneue Musikzeitschrift vor mir. Sie heißt Uptown Strut, ist gute dreißig Seiten stark, erscheint zweimal jährlich und liegt deutschlandweit gratis in Plattenläden und so aus. Wahlweise kann man sie auch gegen geringe Kosten beim Kölner Büro.9 Verlag abonnieren. Der Titel ist Programm, die thematische Marschrichtung wird mit Soul, Funk, Jazz vorgegeben.
Das erste große Feature behandelt die 20-jährige Geschichte von Unique Records und Unique Club aus Düsseldorf. Ebenfalls aufhorchen lässt die Vorschau auf den Baltic Soul Weekender 2008, der im April zum zweiten Mal stattfindet und mit einem imposanten Line-Up aufwarten kann: The Temptations, Alexander O'Neal, Kurtis Blow, Gloria Scott, Jazzanova … um nur einige zu nennen. Der dritte große Artikel schließlich, Northern Soul im Netz, ist vielmehr ein historischer Abriss der Northern Soul-Subkultur und ein gelungenes Beispiel dafür, warum mir die Northern Soul-Szene immer schon so fremd und beinahe unsympathisch war. Ich mag die Musik, keine Frage, aber diese Engstirnigkeit und fehlende Offenheit für andere Einflüsse (um es mal milde auszudrücken) zusammen mit der teilweise fanatischen Jagd nach ultrararen 45s finde ich etwas komisch. In die gleich Kerbe haut übrigens auch der abschließende Kommentar im Heft von Ada Loveshake.
Doch wieder zurück zu Uptown Strut, das zeigt, wie gut kontextsensitive Werbung auch im Printbereich funktioniert ;O) Für ein Gratisheft sind die Artikel fundiert und aufschlussreich, die Themen könnten zwar etwas breiter gestreut und abwechslungsreicher sein, aber das kann ja noch kommen. Insgesamt ein guter Start für das neue Heft, denke ich. Haltet also mal Ausschau danach, wenn ihr das nächste Mal im Plattenladen eures Vertrauens vorbeischaut. [via]


