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Versteckte Soundbotschaften

Funktionsweise von Sonic Notify

Von unterschwelliger Werbung ("hidden persuaders") habt ihr bestimmt alle schon einmal gehört. Die berüchtigte "Trink Cola"-Studie, die sich später als Hoax herausgestellt hatte, behauptete folgendes: Wenn in einem Kinofilm wiederholt für Sekundenbruchteile der Aufruf, eine Cola zu trinken, eingeblendet wird, schlägt unser Unterbewusstsein Alarm, und wir bekommen schrecklichen Durst auf Cola. In Deutschland ist sowas verboten.

In der Musik halten sich nach wie vor "Rippchen mit Kraut"-Mythen: Werden bestimmte Songs rückwärts abgespielt, enthalten sie satanische Botschaften ("Backmasking"). Oder es gibt das Versprechen, dass die richtigen unterbewussten Stimuli einen dabei unterstützen können, mit dem Rauchen aufzuhören. Über die Wirksamkeit gibt es ganze wissenschaftliche Abhandlungen.

In England ist vor einigen Tagen die erste Fernsehwerbung für Hunde ausgestrahlt worden. Diese enthält, so die Produzenten, hochfrequente Töne, die von Hunden deutlich wahrgenommen werden. Menschen können diese Töne in der Regel jedoch nicht wahrnehmen. Allerdings, so erhoffen sich diverse Hundefutterhersteller, merken die Hundebesitzer, dass ihr Haustier die Ohren spitzt, und kaufen in der Folge das beworbene Futter. Naja.

Viel interessanter, und darauf will ich eigentlich die ganze Zeit hinaus, ist ein neues Verfahren, dass Startups wie Sonic Notify entwickelt haben. Dabei handelt sich um eine hochfrequente, für den Menschen unhörbare Audiosequenzen, die beispielsweise einem Werbeclip beigemischt werden. Ein Smartphone mit der entsprechenden App ist angeblich sensibel genug, um diese Töne zu "hören", zu entschlüsseln und passende Zusatzinformationen anzuzeigen. Das Verfahren könnte auch als akustischer QR-Code bezeichnet werden.

Anwendungsmöglichkeiten sind auch abseits von Werbeclips denkbar. Musikfiles etwa könnten auf diese Weise mit Metadaten versehen werden (keine ID3-Tags mehr nötig) und Links auf die Künstlerseite enthalten. Oder satanische Botschaften.

Ist das jetzt interessant oder spooky? Oder beides? Und was werden die Hunde davon halten?

Dieses Blog in der Werbung

Heute wurde ich von einer E-Mail überrascht, die mir eine Mitarbeiterin der 1&1 Internet AG zugesandt hat. Normalerweise bekomme ich Mails von 1&1 an einen anderen Mail-Account, weil die mein DSL zur Verfügung stellen. Diesmal handelte es sich allerdings um eine Anfrage: Mein Weblog bzw. ein Screenshot davon soll samt URL Teil einer Printkampagne werden, mit der 1&1 auf neue Applikationen für Homepage-Kunden hinweisen möchte. Offenbar können die User demnächst auf vorinstallierte Serendipity-Blogs zurückgreifen. Wie praktisch übrigens, dass kurz darauf Garvins lang erwartetes, hunderte Seiten starkes, allumfassendes Serendipity-Handbuch erscheinen wird.

Aber zurück zum Thema: Ich habe mein Einverständnis erklärt und bin gespannt, ob sie mein Blog wirklich verwenden werden und wer dann aufgrund der Werbung so alles mein kleines, feines Blog besuchen wird. Das NUMBLOG steht ja, wie man im noch immer etwas hässlichen Footer dieser Seite sieht, unter einer (cc) by-nc-sa Lizenz. Von daher ist es auch absolut korrekt, dass sich 1&1 hier nicht einfach ungefragt bedient, denn die vorgesehene Nutzung ist ja weder nicht-kommerziell noch wird die Werbung unter den gleichen Bedingungen weitergegeben werden (schätze ich jetzt mal). Es gilt aber: Jede der vorgenannten Bedingungen kann aufgehoben werden, sofern Sie die Einwilligung des Rechteinhabers dazu erhalten. Da hat sich die Marketingabteilung von 1&1 ein Lob verdient. Und wir haben wieder mal einen Beweis, wie gut Creative Commons funktionieren kann.

DSDS

Dass sich hinter dem Kürzel DSDS grobe Volksverdummung verbirgt, ist jedem einigermaßen aufgeklärten Menschen sicherlich bewusst. Dass jenes Kürzel nicht nur für RTL-Fernsehunfug steht, sondern mit nur wenig Phantasie auch auf das Gewinnspiel Superblogs 2007 angewendet werden kann, ist dagegen vielleicht etwas weit hergeholt. Auch das New Urban Music Blog wurde für die Wahl zum Superblog 2007 im Bereich Musik nominiert, ich wurde per E-Mail darauf und auf die Opt-out-Möglichkeit hingewiesen. Von dieser werde ich keinen Gebrauch machen, obwohl ich natürlich weiß, dass es sich bei diesem Wettbewerb um eine (und nicht die erste umstrittene) Marketingaktion einer DVD-Tauschbörse handelt. Ich werde allerdings auf meinem Blog nicht auf deren Seite verlinken, geschweige denn meine User dazu auffordern, bitte alle für mich zu voten und es am besten noch all ihren Freunden weitzerzusagen. Aber ich hole mir natürlich gern ein bisschen Traffic bzw. neue Leser darüber ab, warum auch nicht? Ok, man kann das auch anders sehen, aber ich finde das nicht so dramatisch, denn zurzeit wird überall in Blogs soviel kontroverse Werbung geschaltet, da dürfen die das gern auch versuchen. Über die Gewinnchancen mache ich mir allerdings auch keine allzu großen Gedanken ;-)

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