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Spotify

Spotify wurde, als es im Oktober letzten Jahres der nach neuen Konzepten der Musikbeschaffung dürstenden Internetgemeinde vorgestellt wurde, in höchsten Tönen gelobt. Spotify sei nämlich Musikhören der somit begonnen habenden Zukunft. In diese Zukunft gelangt man relativ einfach: Nach der Anmeldung auf der Webseite von Spotify lädt man sich die kostenlose Software herunter, loggt sich ein - und fängt an, Musik zu hören. Und zwar einfach so per Mausklick und so ziemlich alles, was das Herz begehrt. Die Auswahl ist schon relativ groß und wächst beständig, und die Geschichte ist auch vollkommen legal, weil die Musiklabels selbst ihre Songs und Alben zur Verfügung stellen. Finanziert wird der Spaß entweder über Werbeeinblendungen oder, bisher einzig mögliches Angebot in Deutschland, über ein Abomodell (9,99 € im Monat oder 99 € im Jahr). Für dieses Musik-Abo habe ich mich vor kurzem entschieden und bereue bislang nichts.

Die Programmoberfläche von Spotify (Windows-Version unter WINE)

Ich empfand es gleich zu Anfang als sehr angenehm, das ich nur eine Band eintippen musste und dann mit wenigen Klicks sofort loshören konnte. Ein paar ausgefallenere, speziell neuere Titel und Alben habe ich nicht finden können; nunja, niemand kann wirklich alles haben. Aber Auswahl ist eben auch nicht alles, Qualität und Bedienungsfreundlichkeit müssen schließlich auch stimmen. Und diesbezüglich gibt es wenig zu meckern. Die Software selbst ist aufgeräumt, funktional gestaltet und auch ganz nett anzusehen. Einige Features sollte Spotify aber dennoch nachschieben: So ist es beispielsweise noch nicht möglich, nach bestimmten Labels zu suchen, und auch das Managen der Wiedergabeliste ist nicht wirklich intuitiv. Die Webseite selbst bietet kaum Funktionen, aber es prangt ja auch noch ein fettes "Beta" darauf. Die Soundqualität empfinde ich nach den ersten Eindrücken als ausreichend gut. Laut Spotify FAQ handelt es sich bei den Dateien um Ogg Vorbis auf Qualitätsstufe 5, was für gestreamte Musik meiner Meinung nach mehr als akzeptabel ist. Apropos Streaming: Spotify nutzt ein P2P-Modell, was bedeutet, dass jeder Spotify-Benutzer gleichzeitig auch als Server für andere Nutzer fungiert.

Spotify stellt eine Anleitung zur Installation des Windows-Clients unter WINE zur Verfügung, und das Programm ließ sich bei mir auch problemlos installieren. Die Wiedergabe läuft nach anfänglichen Schwierigkeiten mittlerweile schnell, reibungslos und ohne Aussetzer. Wie ich über Twitter bzw. Jabber erfahren habe, gibt es immerhin schon einen inoffiziellen Kommandozeilen-Client für Linux namens despotify; und es bastelt auch schon jemand an einem Spotify-Client für Googles Android-Betriebssystem. Außerdem hat Spotifiy vor kurzem eine Entwickler-Bibliothek nebst API veröffentlicht. Ist also alles nur noch eine Frage der Zeit (erwähnte ich schon, dass ich Open Source liebe?) :-)

Neben den offiziellen Angeboten hat sich schnell ein Mikrokosmos aus Blogs, Communities und Drittanbietern gebildet. Da wäre etwa dieses Mashup aus Spotify und last.fm, das mir anhand meines last.fm-verbrieften Musikgeschmacks neue Alben auf Spotify empfiehlt. In der Kundensupport-Community Get Satisfaction wird von und mit Nutzern über Probleme diskutiert und über neue Features abgestimmt. Ein Erfolg davon war, dass Spotify mittlerweile die gespielten Titel an last.fm scrobblet. Und The Pansentient League ist ein sehr ausführliches Blog über alles, was Spotify betrifft.

So zeigt last.fm die über Spotify gehörten Titel an.

Ich werde mich in der Spotify-Welt nun schön gemütlich einrichten, weiter die Möglichkeiten der Software ausloten und ansonsten der Dinge harren, die da in nächster Zeit kommen. Und selbstverständlich Musik über Spotify hören. Denn das ist ja wohl das Wichtigste.

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