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Jam With Chrome: Die definitive virtuelle Band?

Überraschend wenig habe ich in meiner Timeline und meinem Feedreader bisher über das neueste Google Chrome Experiment gelesen: Jam With Chrome. Dabei handelt es sich dabei um ein wirklich abgefahrenes Stück Musiksoftware, das sich vor allem technisch recht weit vorne befindet. Auf Jam With Chrome können bis zu vier Teilnehmer gemeinsam Musik machen, jammen, experimentieren. Und das im Browser, dank extensiver Nutzung der Web Audio API, Websockets, Canvas und der ganzen anderen neuen Technologien.

Im "Easy"-Modus" fällt es leicht, auf einem der 19(!) Instrumente, die zur Auswahl stehen, ein paar Riffs zu spielen, zumal Google eine große Anzahl von Presets bereitgestellt hat. Die funky Gitarre mit Auto-Wah-Effekt etwa hat schon irgendwie den richtigen Twang. Als nächstes wird an Parametern geschraubt: Tonart ändern, Akkordwechsel, nach 16 Takten ein anderes Lick ausprobieren, und ein wenig am Delayregler drehen. Jeder Preset lässt sich auf vielfältige Weise manipulieren. Dann kommen auch mal Schlagzeug oder Keyboard dran. Nice, ich bin Multiinstrumentalist.

Wechsel in der "Pro"-Modus: Jetzt ist Fingerfertigkeit gefragt, dann fast alle Tasten auf der Computer-Tastatur sind jetzt einer Saite, einer Keyboard-Taste oder einer Drum zugeordnet. Die Koordination fällt nicht leicht, zumal die Soundwiedergabe ganz schön laggy ist, also die Zeitspanne zwischen Tastendruck und Ausgabe des Tons sehr lang. Aber es funktioniert, und nach einigen Minuten ist so etwas wie ein Rhythmus zu erkennen. Wahrscheinlich ist es wie mit "richtigen" Instrumenten auch: Übung macht den Meister!

Für eine Band können bis zu drei Freunde eingeladen werden. Über ein kleines Chat-Fenster wird der nächste Song besprochen, und dann geht es wirklich zur Sache. Leider ohne Gesang - wobei das vielleicht manchmal auch besser ist. Aber zumindest im einfachen Modus spielt alles schön synchron, und bald klappen auch die gemeinsamen Akkordwechsel. Im Pro-Modus sind Dissonanzen jedoch vorprogrammiert. Außerdem fehlt(?) eine Möglichkeit, die Jamsession aufzunehmen, was den Spaß etwas trübt.

Ist Jam With Chrome mehr als ein Spielzeug, mehr als eine beeindruckende Tech-Demo-App, wie manche behaupten? Und ob echte Bands das wirklich zum Musizieren benutzen werden? Eine wirklich ernsthafte Musik-Anwendung ist es meiner Meinung nach nicht, auch wenn oder gerade weil sich schnell gute halb-automatische Jams ergeben. Als Spaß zwischendurch kann Jam With Chrome aber durchaus gefallen.

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Kommentare

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Markus am :

* coole Entdeckung, das kannte ich auch noch nicht.

Matthias Gutjahr am :

* Markus, das Ding ist ja auch erst gestern veröffentlicht worden :-)

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