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Das Microformat hCard

Bitte per Klick vergrößern, rechts unten eine hCard.

Viele kennen bestimmt das vCard-Format, mit dessen Hilfe sich Adresskontakte standardisiert etwa zwischen E-Mail-Clients oder auf Handys übertragen lassen. Das Microformat hCard ist so etwas wie die Umsetzung in XHTML. Damit lassen sich relativ einfach und unobtrusive (jaja, wer möchte, darf gerne Web2.0-Buzzword-Bingo spielen) Kontaktdaten in Webseiten einbetten. Für Weblogs ist das beispielsweise für Blogrolls sinnvoll, auch wenn auf den ersten Blick der Mehrwert nicht so offensichtlich ist. Aber: Wo der Mensch zunächst einmal nur einen anklickbaren Namen sieht, der auf eine andere Seite verweist, ist dieser Link für entsprechende Suchmaschinen und andere Programme besser maschinenlesbar, weil z.B. auch Angaben zu sozialen Netzwerken (per XFN) eingebettet werden können. Die Vielseitigkeit von solchen Microformats wird sich in der näheren Zukunft herausstellen, schöne Ideen existieren bereits heute. Nun aber zum kurzen Sinn der langen Vorrede: Seit heute ist es möglich, in das Blogroll-Plugin (namens Link List) der Blogsoftware Serendipity, die auch das NUMBlog antreibt, solche hCards aufzunehmen. Garvin war so freundlich, meinen Patch ins S9Y-Repository einzuspielen. Ich selbst habe meine relativ kurze Blogroll noch gar nicht komplett umgestellt, dabei geht es doch so einfach (nur das Wetter ist einfach zu schön heute): Man füge in den Link List-Einstellungen einem Link ein oder zwei Attribute hinzu, und wenn man alles richtig gemacht hat, wird das im CSS-Modus schön geparst (jedoch nicht im dtree-Modus). Das XML könnte dann so aussehen:

<link name="Carsten Keßler" hcard="fn url" rel="friend" link="http://www.flashfonic.de/blog/" />

Das hcard-Attribut enthält in diesem Fall die Info, dass es sich bei name um den full name handelt und der Link auf die zugehörige url verweist. Das rel-Attribut besagt in diesem Fall XFN-konform, dass Carsten mein friend ist; hätte ich ihn im echten Leben schon einmal getroffen, könnte ich noch ein met hinzufügen. Viel mehr macht mein Patch eigentlich nicht, aber für die meisten Blogrolls sollte das doch genügen, oder?

Radio Citizen: Album-Preview und Live-Date

Berlin Serengeti

Da kündigt sich ein weiteres Monster-Album auf Ubiquity an: Niko Schabels Projekt Radio Citizen (formerly know as Radio City, aber der Claim war bereits ™) kommt am 12. September mit der ersten Full-Length-Scheibe namens Berlin Serengeti raus. Ein klarer Anwärter auf den Titel "Album des Jahres", und das aus deutschen Landen. Man kann es dem kalifornischen Label gar nicht hoch genug anrechnen, dass sie da viel riskiert und mit ziemlicher Sicherheit viel mehr gewonnen haben (man macht sich einen Namen). Der erste Track "The Hop" ist ja schon vor einiger Zeit allein releast worden und hält sich nun schon seit 20 Wochen in den Deutschen Chill Out Charts. Und der Rest steht dem Hit in nichts nach, geile Beats, clevere Samples, jazzige Instrumentierung und dazu die Stimme von Bajka mit diesem fantastischen Timbre. Wer sich das live anhören möchte, muss schnell sein, denn heute Abend gibt es in Berlin eine Weltpremiere: Das neue Material wird mit voller Band live präsentiert. Für alle Nicht-Berliner habe ich hier mal die 40-50sekündigen Clips aus dem Album zusammengebastelt:

Radio Citizen - Berlin Serengeti Promo

Review: Dabrye - Two/Three

The freshest kid in town
Dabrye - Two/Three

Von Tad Mullinix aka Dabrye war ja schon aufgrund seiner vorherigen Platten One/Three und Instrmntl und trotz der Herkunft aus dem nicht gerade als Hip Hop-Metrolpole bekannten Ann Arbor einiges zu erwarten. Immer öfter wird er fast schon in einem Atemzug mit Prefuse 73 genannt, die Zusammenarbeit mit Jay Dee, Waajeed (PPP), Phat Kat und MF Doom nährte den Geheimtippstatus natürlich noch zusätzlich. Nun also Two/Three, der - Überraschung - zweite Teil einer geplanten Trilogie. Wieder bilden seine markanten Beats, die wabernden Bässe und 8bit-Sounds das Fundament für eine der frischesten Hip Hop-Scheiben des Jahres. Diesmal bleibt es aber nicht bei Instrumentals, sondern es darf auch die Sahne der Indie-Rapper ran. Das liest sich fast wie ein Who's Who der Szene. Die Platte gilt also heute schon als essential, und wenn manche Tracks beim ersten Hören etwas nerven: das gibt sich unter Garantie wieder.

Gil Scott-Heron wieder in den Knast?

Gil Scott-Heron

Der oft als einer der Gründerväter des Rap bezeichnete US-amerikanische Musiker, Spoken Word-Artist und Dichter Gil Scott-Heron, dessen bekanntester Song wohl "The Revolution Will Not Be Televised" ist, muss offenbar wieder für zwei bis vier Jahre ins Gefängnis. Bereits im Jahr 2001 wurde er wegen Kokainbesitzes verurteilt. Diesmal verstieß er gegen richterliche Auflagen, an einem Drogenentzugsprogramm teilzunehmen. Der 56-jährige HIV-kranke Scott-Heron gab an, ihm seien HIV-Medikamente verweigert worden. Der Richter blieb allerdings hart, weil der Musiker schon einmal aus einer Klinik entschwand, um zusammen mit Alicia Keys live aufzutreten. Einer tragischen Geschichte wird hier offenbar ein weiteres Kapitel hinzugefügt. In other news steht Death Row Records, eins der wichtigsten Hip Hop-Labels der Neunziger Jahre, vor der Insolvenz. Morgen dann hoffentlich wieder gute Nachrichten.

Mehr zu Microformats

Tail Export Firefox Extension In Action (Klick zum Vergrößern)

Microformats faszinieren mich momentan zunehmend, auch wenn oder gerade weil sie bisher noch nicht sonderlich weit verbreitet zu sein scheinen. Sobald eine kritische Masse erreicht ist (wie groß die auch immer werden muss), werden sie sich aber in vielen Bereichen durchsetzen, denke ich. Wer eine prägnante Einführung in die Thematik sucht, sollte sich mal durch die Slides von Eric Eggert zum Webmontag in Karlsruhe klicken. Neben einigen größeren Webseiten, die jetzt schon verstärkt darauf setzen (z.B. upcoming.org für Veranstaltungshinweise oder Flickr), stellen Weblogs eigentlich ein ideales Anwendungsgebiet für diverse Microformats dar. Gerade für Blogrolls, Reviews oder Visitenkarten existieren Formate, durch die ein deutlicher Mehrwert erzielt werden kann. Ein wenig Bauchschmerzen bekomme ich allerdings bei Formaten wie XFN, denn ich möchte eigentlich nicht mein komplettes soziales Leben suchmaschinenkompatibel im Netz veröffentlichen. Aber dazu zwingt einen ja auch keiner, und für die Darstellung von "Businesskontakten" oder eben befreundeten Blogger usw. könnte XFN wiederum tauglich sein. Der Einsatz von Microformats lässt sich übrigens mit einer kleinen, praktischen Firefox-Erweiterung von Robert de Bruin veranschaulichen: Auf Mausklick öffnen sich in der Sidebar die in die XHTML-Seite eingebetteten Kontakte, Reviews oder Termine. Ich werde versuchen, ab sofort mehr Microformats in meinem Blog zu nutzen. Leider gibt es für S9Y noch kein entsprechendes Plugin. Ich bin mir auch nicht sicher, wie so ein Plugin auszusehen und zu funktionieren hätte. Denkbar wäre ein Formular, in das man die gewünschten Daten eingibt, welche dann in ein anpassbares Template geladen werden. Für weitere Überlegungen in diese Richtung gibt es aber mit Sicherheit bessere Orte als das NUMBlog ;-)

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