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Ligx - Baltic Soul Weekender live

Nach dem traurigen Ende von Fabchannel stand ja zu befürchten, dass es live gestreamte Konzerte so bald nicht mehr geben wird, weil das Geschäftsmodell einfach nicht genug abwirft. Wie andere Pessimisten vielleicht auch musste ich mich eines Besseren belehren lassen. Spätestens seit letzter Woche, als das grandiose Konzert von Raphael Saadiq von livedome live aus dem Kölner Gloria übertragen wurde, weiß ich, das es auch noch andere Anbieter gibt. Ein weiterer Dienst ist Ligx (komischer Name übrigens; soll der ausgesprochen werden wie Licks?). Das Konzert bei livedome wurde sehr professionell aus abwechslungsreichen Kameraperspektiven übertragen, der Sound war gut, die Stimmung wurde hervorragend wiedergegeben - all das machte meinen Ärger, nicht wirklich live dabei gewesen zu sein, so ziemlich vergessen.

Die zielsichere Auswahl der Konzerte sowohl bei livedome als auch bei Ligx zeugt by the way von erlesenem Geschmack. Unter den nächsten Livestreams bei Ligx finden sich Perlen wie AYWKUBTTOD, Tiger Lou, Andrew Bird, und der dritte Baltic Soul Weekender. Letzterer findet dieses Wochenende statt. Die Chancen, dass gerade jetzt gestreamt wird, sind also relativ hoch ;-) Wenn ihr über kommende Gigs auf dem Laufenden bleiben wollt, abonniert ihr am besten den RSS-Event-Feed von Ligx. Natürlich gibt es auch ein Ligx-Blog, es wird getwittert undsoweiter. Aber im Endeffekt ist am Wichtigsten der Videostream. Falls der bei euch nicht laufen sollte (so wie bei mir letzte Woche), müsst ihr etwas auf der Seite suchen; ich habe irgendwo, wo weiß ich leider nicht mehr genau, einen alternativen MMS-Link gefunden, der bei mir funktioniert hat - und das unter Linux! Update: Sorry, ich glaube, das mit dem alternativen Link war bei livedome.

Update 2: Ich habe mittlerweile herausgefunden, wie ich den Player von Ligx bei mir einbetten kann. Voilà, hier der Stream zum Baltic Soul Weekender:

Fabchannel hört auf

Es ist eine traurige Nachricht für alle Musikfans, die von Fabchannel in schöner Regelmäßigkeit mit wunderbar aufgenommenen Live-Konzerten per Intenet-Stream versorgt wurden: Fabchannel zieht die Reißleine und stellt den Betrieb ein. Bereits für heute Abend war das letzte Live-Konzert angesetzt, danach ist Schluss.

Laut SpOn gelten die Rechte für die Aufnahmen nur für das Label Fabchannel, so dass die rund 1.000 Konzertmitschnitte "posthum" auch nicht anderweitig verwendet werden dürfen. Als Schuldige hat das Online-Magazin insbesondere die Konzenzentralen der großen Musikunternehmen (mit Ausnahme von Universal) ausgemacht, die eine Zusammenarbeit mit Fabchannel kategorisch ablehnten. Der erhoffte Besucherzuwachs durch zugkräftige internationale Stars konnte daher nicht erreicht werden. Dazu kam laut der offiziellen Mitteilung im Fabchannel-Blog die Krise der Werbebranche, die Werbe- und Sponsoringeinnahmen deutlich zurückgehen ließ.

So schade das auch alles ist, poste ich jetzt doch das Video zum Konzert von Alice Russell am 30. November 2008 im Amsterdamer Paradiso. Da sich alle meine Festival-Pläne für diesen Sommer gerade wieder in nichts auflösen, bleibt das vermutlich auch in diesem Jahr die einzige Möglichkeit, Alice live zu sehen :-( Bin gespannt, wann der Live-Mitschnitt nicht mehr verfügbar ist.

José James bei Fabchannel

Eigentlich bin ich kein großer Freund von aufgezeichneten Livekonzerten, sei es im Fernsehen oder auf DVD. Es ist mir auch ein Rätsel, warum so viele Livemitschnitte über den Ladentisch gehen. Nun habe ich mir aber gerade das komplette Konzert von José James im Amsterdamer Paradiso vom 11. Januar 2008 angesehen (und nebenher Wäsche aufgehängt). Denn ursprünglich wollte ich mir seinen Auftritt in Frankfurt ansehen, was aber leider doch nicht geklappt hat. José James ist wohl einer der interessantesten Talente auf Gilles Petersons noch relativ jungem Brownswood-Label. Das Konzert, das von Fabchannel.com aufgezeichnet wurde, unterstreicht das ganz deutlich:

Fabchannel habe ich schon sehr lange auf dem Radar, allerdings aus den oben genannten Gründen immer nur am Rande. Das Unternehmen besteht bereits seit dem Jahr 2000 und wurde mit dem Ziel gegründet, unbekannteren Künstlern eine Plattform für Konzertvideos zu geben. Mittlerweile hat sich sogar die Stadt Amsterdam an Fabchannel beteiligt, und es stehen Hunderte Videos zur Verfügung. Stöbern lohnt sich also in jedem Fall, zumal die Qualität der Mitschnitte erstaunlich gut ist. Offenbar investiert man in hochqualitative Aufnahmetechnik, weil Konzerte auch als Live-Alben "zweitverwertet" werden sollen. Spricht ja auch nichts dagegen.

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