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Freedom Suite 2010

Albumcover

Wenn die Blogrebellen die Freedom Suite von The Beast and Nnenna Freelon als absolutes Sahnestückchen empfehlen, kann man getrost zugreifen. Im Sinne von kostenlos downloaden. Zumal wenn dieses Jazz-meets-Hip Hop-Album Musiker wie Branford Marsalis, Phonte, 9th Wonder oder YahZarah featured.

Neben sechs neuen Songs gibt's auch Remakes von u.a. Lauryn Hills "Doo Wop" oder meinem Lieblinsgtrack von Mos Def, "Umi Says". Der Albumtitel "Freedom Suite" wiederum dürfte von Sonny Rollins "geklaut" worden sein, und das ist auch völlig ok so. Zwischen den zwölf Tracks äußern sich übrigens ?uestlove, Herbie Hancock oder Amiri Baraka zum Verhältnis von Jazz und Hip Hop.

Also, hier kostenlos downloaden!

Gottliebs Jazzfotos aus dem Golden Age in der Public Domain

William P. Gottlieb war einer der stilprägenden Fotografen des frühen Jazz, sprich des Swing und Bebop in den 1930er und 1940er Jahren. Die Bildsprache seiner Porträts aus dem Golden Age of Jazz, produziert für die Washington Post und Down Beat, setzte Maßstäbe, die bis heute nachwirken. Der 2006 verstorbene Gottlieb hat die Fotografien in seinem Nachlass der Public Domain bzw. Library Of Congress vermacht, welche seine Collection gerade Bild für Bild auf Flickr veröffentlicht. Bereits jetzt sind über 800 Bilder zu sehen, und ich würde gern jedes zweite verlinken. Weil das aber nicht geht, hier die komplette Sammlung als Slideshow:

Gefunden bei der Kapazität für Jazzfotografie, dem Jazzblogger

Lloyd Miller & The Heliocentrics

Platten-Cover von Lloyd Miller and the Heliocentrics Dr. Lloyd Miller, Musikethnologe, Multiinstrumentalist und Oriental-Jazzer, sorgt weiter für Furore. Zusammen mit den Down-To-Earth-UK-Funkern The Heliocentrics hat Miller nun "Lloyd Miller & The Heliocentrics" für eins meiner Lieblingslabels, nämlich Strut, aufgenommen. Die Heliocentrics, die unter anderen auch schon Ethio-Jazzer Mulatu Astatke begleiteten, beweisen darauf einmal mehr ihre musikalische und instrumentale Vielseitigkeit.

Miller, der seine erste Dixieland-Platte bereits 1950 aufnahm, interessierte sich zunehmend für persische und nahöstliche Musik, begann, die zugehörigen Instrumente zu lernen und hatte zum Höhepunkt seiner Popularität im Iran als Kurosh Ali Khan sogar eine eigene Fernsehshow. Er war in Europa und den USA quasi der Botschafter für diese Musik. Es ist Jazzman Records zu verdanken, die letztes Jahr eine Compilation seiner Stücke herausgebracht haben, dass der Old Jazzman Lloyd Miller wieder einem größeren Publikum bekannt wurde.

Nun also die Kollaboration mit den Heliocentrics. Es gibt wohl keine zweite Band, die so gut zu Millers Musik spielt, wie die Briten. Spiritual Jazz, Modal Jazz, Latin und Oriental Jazz - all dies haben sie im Repertoire und spielen mit heiterer Leichtigkeit und beeindruckender Präzision. Den Kompositionen Millers hört man den orientalischen Einfluss - Instrumentierung, Tonarten - nicht immer sofort an, manchmal schiebt er sich nur langsam durch das dichte musikalische Gewebe, das die Band ausbreitet.

Aber gerade das macht Millers Sound aus. Er ist die beinahe perfekte Symbiose zweier scheinbar unvereinbarer Soundwelten, der des (amerikanischen) Jazz und der der traditionellen persischen Musik. Das Miteinander funktioniert auf so wunderbare Weise, als müsse Musik immer so klingen. Eine gewisse Komplexität bleibt angesichts der überbordenden Kreativität nicht aus, aber genau das macht dieses Album so spannend. Beim nächsten Hören findet sich immer noch ein weiteres Detail, ein weiterer Schnörkel.

Drüben im Munitionen-Blog gibt's den Track "Fantasia Pt. 1" zum Download und bei Fly eine sehr lesenswerte Rezension. Wer selbst dann noch nicht überzeugt ist, sollte sich "Electricone" oben noch mal in Ruhe anhören.

Esbjörn Svensson

Esbjörn Svensson
(cc by-nc-sa) Matthias Gutjahr

Viel zu früh, im Alter von 44 Jahren, ist der schwedische Jazzpianist und -komponist Esbjörn Svensson bei einem Tauchunfall ums Leben gekommen. Bekannt wurde er mit dem bereits 1990 gegründeten Trio, das seinen Namen trug. Weit über den klassischen Trio-Kontext hinaus versuchte das Esbjörn Svensson Trio immer wieder, auch elektronische Klangelemente und Effekte in seinen Sound zu integrieren. Dass der Band dabei desöfteren ein Abdriften ins Poplager vorgeworfen wurde, störte sie nicht im Geringsten. So entwickelte E.S.T über die Jahre einen eigenen, groovenden Sound und ein frisches Auftreten und schaffte es auf diese Weise, auch ein junges Publikum für seine Musik zu gewinnen. Nun ist Svensson, der "Sportler" unter den Jazz-Musikern, ausgerechnet beim Tauchen verunglückt.

Das etwas verwackelte Bild habe ich letztes Jahr im Sommer auf dem North Sea Jazz Festival geschossen, wo ich das Vergnügen und die Ehre hatte, einem großartigen Auftritt des Esbjörn Svensson Trios beizuwohnen. Ich kenne zwar die älteren Platten nicht wirklich, aber gerade das letzte Werk, Tuesday Wonderland, ist sehr zu empfehlen. Mehr zum Tode Svenssons u.a. hier, hier und hier.

Jazztage Mainz 2008

Logo Jazztage Mainz

Von den naheliegendsten Veranstaltungen, ganz räumlich gesehen, erfahre ich seltsamerweise immer relativ spät. Aber warum in die Ferne schweifen, wenn auch in Mainz kleine, feine Jazzfestivitäten stattfinden? Am kommenden Wochenende, also am 18. und 19. Januar, treten in der Showbühne Mainz acht Acts von Jazz über Soul und Nujazz bis Ambient auf. Die Showbühne kannte ich übrigens bisher auch noch nicht. Sachen gibt's.

Kommendes Wochenende möchte ich die Showbühne und die Jazztage gern näher kennenlernen, und mit ihnen einige der Musiker, als da wären:

Veranstaltet werden die Jazztage vom Mainzer Aufnahmestudio und Label Klangraum, das sich hauptsächlich auf Filmmusik konzentriert, aber auch Alben von Mainzer Jazzmusikern produziert. Das Festival soll dabei helfen, die Mainzer Jazzszene einer größeren Öffentlichkeit bekannt zu machen. Tickets kann man online bestellen und gleich ausdrucken. Und die Sendung LandesArt des SWR hat auch schon einen kurzen Beitrag über die Jazztage gedreht, den man sich hier ansehen kann.

Jazzinstitut Bayern bloggt

Bisher war mir nicht bewusst, dass es das Jazzinstitut Bayern überhaupt gibt ;O) Das hat sich nun geändert, weil es dort ganz brandneu das Bayernjazz-Blog gibt, wo das NUMBlog freundlicherweise verlinkt ist. Ich bin gespannt, wie sich das Blog weiter entwickelt, habe allerdings den Eindruck, dass die Macher sehr motiviert sind. Überhaupt gibt es dort mit der Rubrik Jazz & Fernsehen ein tolles Angebot, nämlich eine Übersicht über Jazzsendungen im TV. Finde ich äußerst nützlich, nur schade, dass Jazz immer zu so unangenehmen Uhrzeiten gesendet wird. Des Weiteren gibt es, ebenfalls als Blog konzipiert, Subjektive Tipps zu neuen Jazzplatten, DVDs und Büchern, wenn ich das richtig sehe. Es lohnt sich also, im Angebot des Jazzinstituts zu stöbern. Ich muss das jetzt aber kurzfristig unterbrechen - Bundesliga geht wieder los. Und da wiederum wünsche ich den Bayern alles Schlechte an den Hals ;-)

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