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Der Free! Music! Contest! 2012 geht in die heiße Phase

Freiheitsstatue mit Bier in der Hand

Wie schon in den letzten Jahren veranstaltet der Musikpiraten e. V. auch 2012 wieder den Free! Music! Contest!, diesmal unter dem hopfig-frischen Motto "Freedom & Free Beer". Dies soll als Hinweis verstanden werden auf die unterschiedlichen Definitionen des Begriffs "frei", die es auch im Bereich der Creative Commons ja durchaus gibt. Schirmherr ist, wie schon vor zwei Jahren, wieder der Schriftsteller Cory Doctorow. Musikpirat Christian Hufgard sagt über den diesjährigen Wettbewerb:

Die Szene freier Musik ist groß. Manche Künstler wollen mit den Werken Werbung für sich machen, andere wollen dass ihre Werke für jedermann frei nutzbar sind. Diese Vielfalt wollen wir auch im Wettbewerb widerspiegeln.

Vor kurzem endete die Einreichungsfrist, und die Jury (in der auch ich wieder sitze) hat ihre Arbeit aufgenommen. Mein erster Eindruck: Die Musikerinnen und Musiker aus aller Herren Länder haben jede Menge hochqualitative Stücke aus unterschiedlichsten Musikrichten eingesandt. Entweder werde ich altersmilde, oder die Tracks sind im Schnitt tatsächlich noch mal einen Tick besser als in den Jahren zuvor ;-)

Ihr dürft euch also schon einmal auf den Doppel-CD-Sampler mit den besten Songs freuen. Die CD-Release-Party wird diesmal in Frankfurt/Main steigen, und zwar im Club Travolta.

GEMA Popcorn holen!

Die Irritationen rund um die GEMA hören nicht auf, und manche reden bereits ironisch vom Jahr 2012 als dem "Jahr der GEMA". Jüngst wurde zum einen eine Tarifreform für Konzerte und Clubs angekündigt, aufgrund derer viele Clubs das Aus befürchten, weil die Abgaben dramatisch ansteigen. Dagegen gab es eine Demo in Berlin, und eine entsprechende Petition wurde bereits von über 180.000 Reformgegnern unterzeichnet.

Die Berliner Zeitung hat außerdem vorgerechnet, dass von den GEMA-Einnahmen hauptsächlich die oberen 3400 Mitglieder profitieren. Der Verteilungsschlüssel des so genannten "Pro-Verfahrens" sei daran Schuld, dass nur ein Bruchteil der abgeführten Gebühren z.b. bei einer Newcomer-Band ankämen.

Eine mögliche Alternative zur GEMA, die C3S, nimmt derweil konkretere Formen an. Nach dem Future Music Camp wurde die geplante neue Verwertungsgesellschaft auch auf der C'n'B Convention 2012 vorgestellt, und ein Barcamp zum Thema ist in Planung.

Die GEMA hingegen zeigt sich weiter unbeeindruckt und geht auch weiter gegen Musik unter Creative Commons-Lizenzen vor. Der Musikpiraten e.V. - Veranstalter des Free! Music! Contest 2011, in dessen Jury ich saß - wurde unlängst von der GEMA wegen Nutzung eines Creative Commons-Songs verklagt. Die Musikpiraten nehmen offenbar dankend an und

begrüßen diesen Schritt, da so die Gültigkeit der CC-Lizenzen im Zusammenhang mit pseudonymen und anonymen Veröffentlichungen erstmalig in Deutschland gerichtlich geklärt werden wird.

Außerdem

wird auch 2012 wieder ein Free! Music! Contest durchgeführt werden. Für die am 1. Juli startende Runde konnte der bekannte Schriftsteller Cory Doctorow als Schirmherr gewonnen werden.

Huzzah!

Update: Die de:bug hat ein ganz lesenwertes Interview zur Thematik mit Peter Hempel aus der Kommunikations-Direktion der GEMA geführt.

Was Musiker verdienen - und wie

Sven Regener

Vor ein paar Tagen, kurz bevor ich anfing dies zu schreiben, veröffentlichte der Musikpirat Christan Hufgard eine Studie über das Einkommen von Künstlern (auch als PDF) auf Basis von Zahlen der Künstlersozialkasse (KSK) und der GEMA. Diese zog einige recht kritische Reaktionen nach sich, insbesondere von Tobias Schwarz und Matthias Spielkamp auf irights.info und auf golem.de.

Das Durchschnittseinkommen von Künstlern liegt demnach etwas unter 14.000 Euro/Jahr, bei Musikern ist das Einkommen noch etwas geringer. Kernaussage der Studie war aber, dass der von interessierter Seite vermittelte Eindruck, durch die neuen Möglichkeiten des Internet habe sich die Einkommenssituation der betroffenen Künstler verschlechtert, so nicht zu halten sei. Vielmehr sei es sogar zu einer Zunahme der Einkommen gekommen.

Nun ist die Datenlage an einigen Stellen etwas wackelig, der Kausalzusammenhang zum Internet nicht unbedingt gegeben und die geäußerte Kritik ebenso interessant wie die Studie selbst. Festzuhalten bleibt meiner Ansicht nach, dass die finanzielle Situation der Künstler heute sich nicht dramatisch von der Situation vor 15 Jahren unterscheidet. Allerdings dürften sich die Einkommensquellen teilweise verschoben haben. So erzielen Indie Rock Composer-Performer nach Angaben der US-amerikanischen Future of Music Coalition fast ¾ ihrer Einnahmen im Rahmen von Live-Auftritten.

Wenigstens war das ein Versuch, die Debatte ums Urheberrecht mit ein paar Zahlen zu unterfüttern. Aber dann kam Sven Regeners Wutrede im Zündfunk auf BR2. Und jede Menge lesenswerte Repliken: hier, hier, hier oder hier, um nur einige zu nennen. Und wenn eins deutlich wurde: Die Debatte ist noch lange nicht beendet, vielleicht hat sie noch immer nicht richtig angefangen; und von einer Lösung sind wir auch noch weit entfernt.

Die Parteien beider Seiten stehen sich größtenteils mit ihren Maximalforderungen gegenüber, und noch ist wenig Bewegung auszumachen. Ich freue mich daher schon aufs Mannheimer Future Music Camp im JuniMai, wo das Thema sicher auch ausgiebig diskutiert werden wird. Und vielleicht werden auch konstruktive und kreative Versuche präsentiert werden, aus der aktuell eher festgefahrenen Situation herauszukommen.

Foto: cc-by-nc Thomas Regniet

Update 26.03.2012: Das Future Music Camp findet natürlich schon am 11./12. Mai 2012 in Mannheim statt, nicht erst im Juni (Danke, ubernoise).

FreeMixter: Free! Music! Contest 2011 gestartet

Logo des Wettbewerbs

Nach dem großen Erfolg 2009 und im letzten Jahr veranstalten der Musikpiraten e.V. auch 2011 wieder einen Free! Music! Contest (FMC). Der internationale Wettbewerb rund um freie, unter Creative Commons lizenzierte Musik steht in diesem Jahr unter der Schirmherrschaft der Kanadierein Allison Crowe, die ihre Musik seit langem auch bei Jamendo zum freien Download anbietet. Den Gewinnern winken neben der Veröffentlichung ihrer Titel auf dem Contest-Sampler und einem Live-Auftritt (in Wiesbaden?!) Sachpreise im Wert von über 1000 €.

FreeMixter

Es gibt 2011 einige wichtige Neuerungen zu beachten. Im Fokus stehen diesmal Remixe und die Plattform ccmixter.org. ccMixter ist eine ziemlich coole Plattform zum Teilen von Samples, Audiospuren und Remixes unter Creative Commons-Lizenz, die ich hier im Beitrag über paniq schon einmal lobend erwähnt habe. Der Plan ist, dem nächsten FM-Sampler eine Remix-CD beizufügen. Contest-Beiträge können also geremixt werden, weil mindestens eine Spur auch auf ccMixter hochgeladen werden muss. Durch diesen Schwerpunkt soll ein weiterer Vorteil von Creative Commons verdeutlicht werden: Aufwändige Sample-Lizenzierungen entfallen, Remixer können aus einem großen Pool von Audiomaterial schöpfen.

Lizenzwechsel

In den vergangenen Jahren durfte die Contest-Musik weder weiterverarbeitet noch kommerziell verwendet werden. Nun soll dies durch die Wahl von CC-BY und CC-BY-SA ermöglicht werden. Das wird möglicherweise dem einen oder anderen Künstler nicht gefallen, aber ich finde diesen Ansatz richtig. Für die Inhalte meines Blogs habe ich mir anfangs auch kommerzielle Nutzung verbeten, seit einiger Zeit steht rechts unten aber auch CC-BY. Kann man diskutieren, ich find's aber völlig richtig so.

Details

Alle wichtigen Einzelheiten zum FMC findet ihr hier, Musiker können sich hier anmelden (bis zum 31.07.). Ich bin gespannt auf die hoffentlich zahlreichen Beiträge. Wahrscheinlich sitze ich dieses wie letztes Jahr mit in der Jury, also gebt euch Mühe ;-)

Wettbewerbs-Logo CC-BY-SA by PhyrWorx, bearbeitet von René Walter.

Free! Music! Contest 2010 gestartet

Logo Free! Music! Contest!Der Musikpiraten e.V. veranstaltet nach dem großen Erfolg 2009 zum zweiten Mal den Free! Music! Contest! auf der Suche nach den besten Songs, die unter einer Creative Commons-Lizenz stehen. Musiker und Bands können im Juli ihre Musik einsenden, im Anschluss findet noch eine Remix-Phase statt - und am Ende entscheidet eine hochkarätig1 besetzte Jury aus Musikbloggern, Netlabelbetreibern und Künstlern darüber, welche Songs auf den Sampler 2010 gelangen.

Ein weiterer Höhepunkt des Contests wird die Abschlussparty am 02. Oktober 2010 in der Kreativfabrik Wiesbaden. Um den Contest möglichst reibungslos durchführen und den Sampler quasi zum Selbstkostenpreis anbieten zu können, werden noch Sponsoren gesucht, die die Musikpiraten finanziell oder materiell unterstützen. Ich bin sehr gespannt auf die Resonanz und die Qualität der diesjährigen Beiträge.

1 Yours truly wird mit in der Jury sitzen, vielen Dank an Christian von den Musikpiraten für die Anfrage.

#37cc - Aktionswoche freie Musik

Logo zu #37cc"Eine Woche frei Musik" lautet das Motto der von den Musikpiraten ausgerufenen Aktionswoche zum Thema freie, also unter einer Creative Commons-Lizenz veröffentlichte Musik. In der Free! Music! Week vom 08. bis zum 14. März 2010 stellt jeder Teilnehmer täglich eine Band (Solo-Künstler sind bestimmt auch erlaubt) vor, die freie Musik anbietet und versieht diesen Beitrag dann mit dem Hashtag #37cc. Zusätzlich sollte der Vorschlag auch per Twitter und/oder identi.ca rausposaunt werden, damit möglichst viele davon Wind bekommen.

Ziel ist es, viele Empfehlungen aus vielen Stilrichtungen zu sammeln und eine möglichst breite Öffentlichkeit dafür zu begeistern. Es gibt bereits viele Blogs, Netlabels und Fans, die unermüdlich für diese Musik werben. Auch für sie ist diese Aktion gedacht, denn alle Teilnehmer werden von den Musikpiraten gelistet. Und eine konzertierte Aktion wie diese wird hoffentlich ein großes Echo finden. Morgen also geht es los, auch hier im Numblog. Ich hoffe, die sieben Tage am Stück durchzuhalten. An passender Musik mangelt es jedenfalls nicht.

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