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Lego Album Covers

Sleevefaces kennen wir ja schon seit einiger Zeit, aber der jüngste Trend ist irgendwie an mir vorüber gegangen. Völlig zu Unrecht, denn die Lego Album Covers sind das beste, was Plastikbauklötzen und Schallplattenhüllen seit langem passiert ist. Äußerst detailverliebt werden dabei mehr oder weniger bekannte Plattencover mithilfe von Lego, meist Lego-Figuren, nachgestellt. Ganz besonders zu empfehlen sind die Kreationen von Aaron Savage. [via Oliver Chesler]

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Der Vinylrecorder

Und noch etwas, das ich von der CnB10 mitgebracht habe und für mich ein absolutes Highlight darstellt: eine Schallplatte. Aus Vinyl. Soweit, so unspektakulär. Das besondere daran ist allerdings, dass diese Platte eigens für mich vor Ort geschnitten wurde. Und zwar mit dem Vinylrecorder T-560.

Custom Vinyl
Die eigens fürs Numblog geschnitte Vinylplatte

Diese "Höllenmaschine" wird von zwei schwäbischen Tüftlern, Ulrich "Souri" Sourisseau und Fritz Schien, gebaut und ermöglicht die Herstellung von analogen Vinyl-Aufnahmen aus beliebigen Audioquellen. Einzig ein 1210er wird benötigt, in den dann der spezielle, diamantenbewehrte Schneidkopf eingesetzt wird. Natürlich sollte je nach Geschmack noch ein Rauschfilter zwischengeschaltet werden, und das herausgeschnittene Vinyl sollte idealerweise gleich abgesaugt werden. Davon abgesehen ist man mit 3.200 Euro dabei.

Auf den ersten Blick scheint das ein stolzer Preis zu sein, aber mal ehrlich: Wer sich in größerer Stückzahl sein Vinyl selbst cutten möchte, sei es ein Liebhaber, sei es ein DJ, kann sich in der Regel diese Appartur auch leisten. Und der Sound ist wirklich verblüffend, auch wenn das Setup im Kongresszentrum nicht wirklich ideal war (Schwingungen durch äußere Einflüsse lassen sich im eigenen Kellerstudio eben besser ausschließen als in einer summenden Messehalle). Sehr warm, sehr real, echtes Vinyl eben.

Der Vinylrecorder in Aktion
Der Vinylrecorder und Souri in Aktion

Der Vinylrecorder wird seit vielen Jahren immer weiterentwickelt. Im Gespräch mit Souri, einem der Hersteller, habe ich erfahren, dass er in seinem Keller extra ein Loch in die Wand geschlagen hat, um den Schlauch der Absaugpumpe durchzuführen. Die Pumpe bzw. der Sauger kann somit im Nebenraum stehen und erzeugt keine Vibrationen. Nerdige Tüftler eben. Ich mag sowas ja wirklich! Und ich habe jetzt einen Track von Steffen Wick auf Vinyl. Nice :-)

Innervisions im Abo

Gestern hat @flashfonic getwittert, dass es von Innervisions ein Vinyl-Abo über acht 12″s plus Bonusmaterial zum Preis von 59 € gibt. Von einem solchen Abonnement hatte ich bisher noch nichts gehört, finde die Idee aber sehr charmant. Es gibt ja Labels, von denen kauft man sich sowieso fast alles, da spart das zumindest den Weg in den Plattenladen (arme Plattenläden, sorry) und wohl auch bares Geld. Und Innervisions mit Âme, Dixon, Henrik Schwarz oder Marcus Worgull gehört in diese Kategorie. Noch habe ich nicht zugeschlagen und ringe noch mit mir - aber was bringt das Zögern? Richtig.

Über das Verschwinden

Momentan häufen sich Wortmeldungen, die das Verschwinden zum Thema haben:

loopkid wundert sich, dass die Menschen von heute das haptisch-emotionale Erlebnis eines physischen Tonträgers nicht vermissen. Dabei geht es ihm gar nicht so sehr um die Ablösung von Vinyl und Compact Disc durch Musikdownloads und Dateien, sondern vielmehr um die Folgen, die der Wechsel zum Format des "Downloadsongs" mit sich bringt. Musik wird zur Wegwerfware, die Kids konsumieren einen Track ein paar Tage lang auf ihrem Handy, dann wird er wieder gelöscht, bleibt im Idealfall mehr oder wenier kryptisch benamt auf der Festplatte liegen. Identifikation mit dem Kunstwerk: gegen null. Wir Musiknerds taggen immerhin sorgfältigst unseren digitalen Musikbestand in Datenbanken, machen Backups, pflegen ein last.fm-Profil undsoweiter. Aber damit besetzen wir nur eine Nische.

Entsprechend der veränderten Rezeption/Konsumption wird Musik auch mitterweile vermarktet. Ein Song wird in einer Fernsehsendung platziert, der nächste in einem Computerspiel, der dritte in einer Werbung auf RTL2. Selbst kleine Liebhaber-Labels kommen da nicht drumherum. Man bemerkt solche Einstellungsänderungen auch teilweise an sich selbst und fragt sich, ob es daran liegt, dass man älter wird und vieles schon gehört hat; oder ob dahinter auch sozialer Wandel erkannt werden kann. Sind musikalisch definierte Subkulturen überhaupt noch stark ausgeprägt? Läuft bei der Jugend die Distinktion nicht eher über Klamotten? Ein großes Thema.

Passend dazu meldeten einige Blogs, dass Neuton, einer von Deutschlands größten Vinyl-Vertrieben, offenbar insolvent ist. Und das, wo viele traditionelle Medien gerade erst - mit sehr viel Verspätung - die Renaissance des Vinyls ausrufen. Die Blogosphäre ist da natürlich aktueller, aber nun auch deutlich verunsichert, wie es wohl weitergehen mag. Wobei andere die Schallplatte schon ins Museum gesteckt haben.

In Erinnerung behalten werden wir auch das kürzlich aus den Interwebs verschwundene Blog/Mag We Know Rap, das uns immer wieder mit fachkundigen News, interessanten Interviews und einfallsreichen Features versorgt hat. Ebenso wie Manuva möchte ich mich dafür bedanken und darauf hinweisen, dass sich die essentielle Releasedatenbank nach wie vor im Netz befindet. Und wer weiß, vielleicht entwickelt sich dort demnächst wieder was schönes Neues?

Nun aber Schluss mit den herbstlich-depressiven Gedanken Ende November, demnächst gibt es auch wieder jede Menge gute Nachrichten :-)

Sleeveface Flickr-Pool

Da ich diese Woche kaum zum Bloggen komme: Anknüpfend an mein früheres Posting ein kurzer Hinweis auf den Sleeveface Flickr-Pool. Vielleicht mache ich es dem Soulkombinat nach und steuere ich demnächst auch noch ein, zwei Fotos bei. Vorerst dürften die knapp 900 Bilder erstmal für ausreichend vergnügliche Abwechslung sorgen.

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